Autofrei Leben e. V. schlägt Tankstellen-Boykott für Frieden vor

Gegen den Irak-Krieg

Der Verein autofrei leben! fordert die Friedensbewegung dazu auf, ihrem Protest mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Wer kein "Blut für Öl" wolle, könne durch eine Selbstverpflichtung zum Tankstellen-Boykott Saddam Hussein und die westlichen Öl-Krieger mehr beeindrucken, als alleine durch Friedensappelle. Wer mit dem Pkw zu den Friedensdemos am Wochenende anreise, erweise der Sache einen Bärendienst.

Die Hälfte des Ölverbrauchs gehe auf das Konto des Verkehrs und mehr als 80 % der Autofahrten seien kurzfristig einsparbar. "Der Boykott von Shell-Tankstellen führte 1995 dazu, dass Shell seine Unternehmenspolitik änderte", erklärt der Vereinsvorsitzende Schuldt. Was damals funktioniert habe, könne erfolgreich wiederholt werden, so Schuldt, "bloß müssen jetzt alle boykottiert werden, anstatt eine Firma zum Sündenbock zu erklären und bei der Konkurrenz zu tanken". Viele Menschen würden sich fragen, wie sie auf friedlichem Wege auf die Kriegsparteien einwirken könnten.

"Die Friedensbewegung hat die Chance wirklich ernst genommen zu werden, wenn sie die ökonomischen Wurzeln des Krieges angreift", meint der Stuttgarter Vereinsvorstand Galow-Bergemann. Autoverkehr und auch -produktion seien die primäre und weiter wachsende Ursache für den Öldurst der Industrienationen. "Die Verkehrstoten waren für mich schon Grund genug, autofrei zu leben", so Hans-Peter Heinrich von der Ortsgruppe Frankfurt/Main, "aber der angekündigte Krieg, der nur der Auftakt zu weiteren ist, sollte auch für Leute, die sonst nicht auf das Auto verzichten, das Ölfass zum Überlaufen bringen". Die Selbstverpflichtung ist bei autofrei leben! e. V., Volkmannstraße 6, 22083 Hamburg abzugeben.