NABU-Wildhütergruppe meldet Erfolge beim Schutz von Schneeleoparden

Artenschutz

Die NABU-Wildhütereinheit Gruppa Bars hat in Kirgisistan einen deutlichen Rückgang beim illegalen Handel mit Schneeleoparden festgestellt. Die Wildhüter sind in dem zentralasiatischen Land seit mehr als vier Jahren zum Schutz von Schneeleoparden aktiv und konnten dabei 150 Wilderer festnehmen, 200 illegale Waffen einziehen, 450 Fallen sicher stellen und 17 Schneeleopardenfelle beschlagnahmen. Außerdem retteten sie fünf lebende Schneeleoparden sowie einen Wolf und konnten 30 seltene Greifvögel befreien und wieder auswildern. "Die Wildhütereinheit hat in Kirgisistan mit ihrer Arbeit gegen die Wilderei neue Standards gesetzt", betonte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojektes.

Während in den meisten Nachbarländern bisher niemand wegen Wilderei und illegalem Handel mit bedrohten Tieren bestraft worden sei, verbüßten in Kirgisistan 16 Händler, darunter ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, langjährige Haftstrafen. "Das Risiko mit Schneeleoparden zu handeln ist dort mittlerweile sehr hoch und viele Menschen entscheiden sich heute lieber für legale Geldquellen", erklärte Dexel. Als direkte Folge dieses Wandels mussten in diesem Jahr erst zwei lebendige Schneeleoparden und ein Wolf sowie einige Fallen und Waffen aus den Händen von Wilderern konfisziert werden.

Die globale Lage für den streng geschützten Schneeleoparden bleibe laut NABU aber sehr besorgniserregend. "Der weltweite Handel ist die Bedrohung Nummer 1 für den Schneeleoparden", so Dexel. Dieser konzentriere sich nicht nur auf Russland und China, den größten Märkte für die gewilderten Tiere, auch in Deutschland gäbe es noch viel zu tun. Im Internet würden immer wieder Schneeleopardenmäntel und -felle angeboten und Schneeleopardenmäntel von prominenten Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit getragen.

So zeigte sich Mirja Sachs, Frau von Gunter Sachs, kürzlich noch den Lesern eines deutschen Boulevardmagazins in einem Cape aus Schneeleopardenfell auf einem Draculaball in St. Moritz. "Mirja Sachs' Auftritt ist eine Verhöhnung der weltweiten Schutzbemühungen. Gerade sie als Gründerin der Mirja Sachs Stiftung für notleidende Kinder, die auch Umweltprojekte sponsert, sollte es besser wissen", so Dexel. Ihr müsse bekannt sein, dass in durch Wilderei und organisierte Kriminalität geprägte Regionen, Kinder die Hauptleidtragenden seien.