Atomkraftgegner besetzen Salzstock in Gorleben

Gegen atomares Endlager

Mehrere Atomkraftgegner haben am Mittwoch den Salzstock in Gorleben besetzt. Die 14 Blockierer wollen in 840 Metern Tiefe im geplanten Atommüllendlager für unbestimmte Zeit bleiben. Sie forderten Gespräche mit Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) Wolfram König. Zeitgleich demonstrierten vor dem Erkundungsbergwerk rund 100 Atomkraftgegner gegen einen Betrieb des Standortes Gorleben. Nach Angaben des Sprechers der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI), Francis Althoff, fuhren die Besetzer als Besucher getarnt in den Schacht ein. Um 11.30 Uhr hätten sie den Salzstock für besetzt erklärt. Seitdem harrten sie in 840 Meter Tiefe aus.

Ein Kontakt zu den Besetzern sei momentan nicht möglich, sagte Althoff. Unter den zwölf Männern und zwei Frauen seien neben Mitgliedern der BI auch zwei französische Atomkraftgegner.

Der Salzstock sei als atomares Endlager ungeeignet, sagte Althoff. Die Demonstranten fordern deshalb, den Schacht Konrad und das Erkundungsbergwerk Gorleben verbindlich aus der Planung herauszunehmen. Notwendig sei die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Fonds aus den Rückstellungen der Atomindustrie für die Entsorgung des Atommülls.

Das BfS wies die Forderung der Besetzer zurück. Die Bürgerinitiative habe von der Gesprächsbereitschaft des Bundesamtes bereits "ausführlich Gebrauch gemacht", sagte ein Sprecher.