"Natur ohne Jagd"

Großdemonstration der Jagdgegner in Berlin

Das Aktionsbündnis "Natur ohne Jagd" ruft am Samstag zum bundesweiten Protestmarsch aller Tierschützer in Berlin auf. Das Bündnis erwarte ein Großaufgebot der Jagdgegner verschiedener Initiativen und Tierschutzvereine. Die Jagd als ein Relikt der barocken Feudalzeit, werde bis heute von einer nach wie vor einflussreichen Minderheit (0,3 Prozent der Bevölkerung) betrieben, die mit allen Mitteln versuchen werde, eine gesetzliche Reform zur Jagd zu verhindern. Dabei seien die Tier- und Umweltschutzverbände sowie die Mehrzahl der Bevölkerung in Deutschland einheitlich der Meinung, dass es an der Zeit sei, endlich die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Bundesjagdgesetzes umzusetzen.

Kalifornien

Waldbrände vom Menschen verursacht

Die verheerenden Waldbrände, die derzeit im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien wüten, sind nach Meinung des WWF auf jahrzehntelange Umwandlung der ursprünglichen und relativ Feuer resistenten Wälder in leicht entflammbare Waldflächen zurückzuführen. Das Auftreten eines Waldbrands sei eigentlich nichts Ungewöhnliches, die Intensität der aktuellen Feuer sei allerdings besorgniserregend und in den vergangenen hundert Jahren dramatisch gestiegen. Um die Wälder dauerhaft vor Brandkatastrophen zu schützen, müsse ihr natürlicher Zustand wieder hergestellt werden. Doch das brauche viel Zeit.

Tierversuche

EU-Chemikalienpolitik Gefahr für Tiere

Der aktuell veröffentlichte Vorschlag der Europäischen Kommission zur neuen EU-Chemikalienpolitik gewährleistet auch weiterhin nicht die Sicherheit von Mensch und Tier. Das kritisiert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Der Vorschlag bedeute den sicheren Tod von rund 20 Millionen Versuchstieren. Die Verbrauchersicherheit könne dadurch keinesfalls gewährleistet werden, weil Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar seien. Gefährliche Substanzen würden daher weiterhin am Markt bleiben, so die Kritik.

Nur noch Filme

DreamWorks verkauft Musiksparte an Universal

Das Hollywood-Studio DreamWorks steht vor dem Verkauf seiner Musiksparte an die Universal Music Group. Ein entsprechender Deal sei kurz vor dem Abschluss, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Kaufpreis des Minilabels DreamWorks Records, das unter anderem Popsternchen wie Nelly Furtado oder die Band AFI unter Vertrag hat, solle um die 100 Millionen Dollar betragen. Der Verkauf sei auch eine Reduzierung der großen Ambitionen des Studios auf das Kerngeschäft, die Produktion von Kinofilmen.

Virtuelle Medizin

Internet-Konkurrenz für Apotheken

Die rund 22.000 Apotheken in Deutschland müssen sich in Zukunft auf immer stärkere Konkurrenz aus dem Internet gefasst machen. Laut einer Erhebung des Institutes für Demoskopie Allensbach ist die Zahl derjenigen, die sich im Web über Medikamente informieren, im vergangenen Jahr von fünf auf 7,2 Millionen gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Zahlungsbereitschaft, sowie der tatsächliche Kauf von Medikamenten per Internet zugenommen, teilte das Institut mit.

Infiziert

Auch Katzen kriegen SARS

Katzen können sich mit SARS infizieren und es auch übertragen. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist für den Menschen laut dem leitenden Wissenschaftler Albert Osterhaus jedoch unendlich gering. Ein Team der Erasmus Universität Rotterdam suchte ursprünglich bei Versuchstieren eine Alternative zu Affen. Bei Tests habe sich herausgestellt, dass Katzen und Frettchen infiziert werden könnten. Frettchen erkrankten an ähnlichen Symptomen wie der Mensch. Katzen wiesen laut Newscientist keine Symptome auf, gaben das Virus aber an im gleichen Käfig befindliche Tiere weiter.

Tierversuche

EU-Chemikalienpolitik Gefahr für Tiere

Der aktuell veröffentlichte Vorschlag der Europäischen Kommission zur neuen EU-Chemikalienpolitik gewährleistet auch weiterhin nicht die Sicherheit von Mensch und Tier. Das kritisiert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Der Vorschlag bedeute den sicheren Tod von rund 20 Millionen Versuchstieren. Die Verbrauchersicherheit könne dadurch keinesfalls gewährleistet werden, weil Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar seien. Gefährliche Substanzen würden daher weiterhin am Markt bleiben, so die Kritik.

Gemeindefinanzen

Grundsteuer-Reform für mehr Einnahmen der Gemeinden

Deutscher Naturschutzring (DNR) und Naturschutzbund NABU haben eine nachhaltige Verbesserung der Gemeindefinanzen gefordert. Um die Finanzkraft der Kommunen langfristig zu stärken und gleichzeitig ihre nachhaltige Entwicklung zu fördern, reichten die bisher diskutierten Vorschläge bei weitem nicht aus. "Es wäre grob fahrlässig, die Chance für eine umfassende Reform jetzt nicht zu nutzen und sich allein auf die Ausdehnung der Gewerbesteuer zu beschränken", sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Insbesondere die Grundsteuer böte nach Ansicht der Verbände ein großes Potenzial, die Einnahmesituation der Gemeinden zu verbessern und gleichzeitig eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen.

Beschlagnahmt

Polizei durchsucht Wohnungen von Atomkraftgegnern

Am gestrigen Donnerstag fanden sieben Hausdurchsuchungen bei AtomkraftgegnerInnen in Heidelberg, Wiesloch und Karlsruhe statt. Wie das Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim mitteilte, waren dabei rund 40 Polizeibeamte im Einsatz. Im Anschluss an die Hausdurchsuchungen seien mehrere Personen zur erkennungsdienstlichen Behandlung mitgenommen worden. Zahlreiche Gegenstände wurden beschlagnahmt. So hätten die Beamten zum Beispiel ein Karton mit privaten Lichtbildern, Boxen mit Dias, ein Video einer iranischen Hochzeit, zwei Ordner mit Aufzeichnungen sowie Computer, auch von Mitbewohnern der betroffenen Menschen mitgenommen. Als Grund für diese Maßnahmen habe die Polizei den angeblichen Anschlag auf eine ICE-Trasse am 22.10.03 angegeben. Durch Metallteile, die auf den Schienen lagen, wurde ein ICE leicht beschädigt.

Verhandlungen

Microsoft will Google

Microsoft bemüht sich um die Gunst des erfolgreichen Suchmaschinen-Betreibers Google. Unbestätigten Meldungen der New York Times zufolge verhandelt Redmond bereits seit zwei Monaten über eine mögliche Beteiligung oder Übernahme. Bereits Ende August hatte Google-Gründer und Präsident Sergey Brin erklärt, er stehe einem Übernahmeangebot von Microsoft nicht ablehnend gegenüber. Wie die New York Times unter Berufung auf "gut informierte Kreise" berichtet, sträube sich Google aber zur Zeit noch, dem Werben des weltgrößten Softwarekonzerns nachzugeben.

Unter Sozialhilfeniveau

Unmenschliche Bedingungen für Asylbewerber in Deutschland

Anlässlich des zehnten Jahrestages des Inkrafttretens des Asylbewerberleistungsgesetzes kritisiert die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl Geist und Praxis des Gesetzes als inhuman. Mit der Einführung des Sondergesetzes habe der Gesetzgeber die Unterversorgung einer ganzen Personengruppe zum Programm erhoben. Das am 1. November 1993 in Kraft getretene Asylbewerberleistungsgesetz stehe seitdem für soziale Entrechtung und entwürdigende Behandlung. Das Gesetz regelt die Unterhaltsleistungen unter anderem für Asylsuchende und Geduldete, die damit zugleich von den Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz ausgeschlossen werden. Eine Sonderstellung unter den sozialen Leistungsgesetzen nehme das Machwerk auch deshalb ein, weil die Leistungen, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erbracht werden, seit Inkrafttreten niemals der Preissteigerung angepasst worden seien, so die Kritik.

Tierschutz

Gegen noch engere Ställe für Hühner und Schweine

Die Zukunft der Hühner- und der Schweinehaltung wird am Freitag in der Sitzung des Agrarunterausschusses im Bundesrat diskutiert. Schweine sollen u.a. noch weniger Platz im Stall haben als die für den Tierschutz zuständige Ministerin Renate Künast vorgeschlagen hat, die Tierhalter sollen mehr Entscheidungsspielraum für das Angebot von Beschäftigungsmaterial haben und die tierschutzwidrige Haltung in Kastenständen soll zur Gruppenhaltung umfunktioniert werden, wenn die Tiere den Kastenstand zeitweilig verlassen können.

Welthunger kein Argument für Gentechnik

Experten: "Goldener Reis" lässt sich auch konventionell züchten

Das Gentechnik-Unternehmen Zeneca hatte im Januar 2000 angekündigt, eine neue Variante von gentechnisch modifiziertem Reis auf den Markt zu bringen, die mehr Beta-Karotin enthält. Dies ist für die Bildung von Vitamin A notwendig, welches wiederum für die menschliche Gesundheit, speziell die Augen und das Immunsystem, von großer Bedeutung ist. Zeneca hatte - ein Sonderfall in der Gentechnikbranche - bekannt gegeben, das Saatgut für diesen "Goldenen Reis" kostenlos an Entwicklungsländer abzugeben.

Trauer um Verkehrstote

Fahrraddemo und Mahnandacht der Grünen Radler am Sonntag

Die Grünen Radler demonstrieren am Sonntag, dem 2. November mit einer Fahrrad-Skater-Demonstration ab 14:00 Uhr vom Berliner Rathaus unter dem Thema: "Wir trauern um die Verkehrstoten". Als Abschlussveranstaltung findet um 16:00 Uhr an der Neuen Späthstraßen-Brücke eine Mahnandacht mit dem Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg Pfarrer Reinhard Dalchow und Mitgliedern des VCD Brandenburg statt.

Gesundheit und Umwelt

Fluglärmgesetz-Novelle in der Diskussion

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) nimmt am Donnerstag in Berlin auf der Anhörung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Stellung zur anstehenden Novellierung des Fluglärmgesetzes von 1971. Aus Sicht des umweltorientierten Verkehrsclubs bietet die längst überfällige Neufassung des Gesetzes die Chance, die Belastung der Menschen durch Fluglärm spürbar zu verringern. Dafür müssten allerdings ehrgeizige Lärmgrenzwerte, weitreichende Möglichkeiten zum Schutz der Nachtruhe und eine ambitionierte Lärmvorsorge bei Aus- und Neubauten von Flughäfen festgeschrieben werden.

Gemeindefinanzreform

Grundsteuer muss künftig Anreize zur Reduktion des Flächenverbrauchs bieten

Deutscher Naturschutzring (DNR) und Naturschutzbund NABU haben heute in Berlin eine nachhaltige Verbesserung der Gemeindefinanzen gefordert. Um die Finanzkraft der Kommunen langfristig zu stärken und gleichzeitig ihre nachhaltige Entwicklung zu fördern, reichten die bisher diskutierten Vorschläge bei weitem nicht aus. "Es wäre grob fahrlässig, die Chance für eine umfassende Reform jetzt nicht zu nutzen und sich allein auf die Ausdehnung der Gewerbesteuer zu beschränken", sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Insbesondere die Grundsteuer böte nach Ansicht von NABU und DNR ein großes Potenzial, die Einnahmesituation der Gemeinden zu verbessern und gleichzeitig eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen.

5. November

Aufruf zum Aktionstag Erneuerbare Energien

Der Fachverband Biogas ruft dazu auf, am 5. November um 12 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin dabei zu sein. Die Biogasbranche wird mit Traktoren, Aktionen und einem Redner vertreten sein. Einige Regionalgruppen des Fachverbandes Biogas haben bereits Initiativen gestartet und werden mit eigenen Bussen nach Berlin fahren. Der Aktionstag wird durch Plakate im Regierungsviertel, Pressekonferenzen und kleinen symbolträchtigen Geschenken an alle Bundestagsabgeordnete flankiert. Es liegen bereits 2.000 feste Zusagen vor; insgesamt werden 5.000 bis 10.000 Teilnehmer.

Öltransport

Ein Jahr nach Prestige-Unglück warnen Umweltschützer vor Uralt-Tankern

Mit sieben Schlauchbooten protestieren 25 Greenpeace-Aktivisten heute Abend auf der Elbe gegen die Weiterfahrt des 26 Jahre alten Tankers "Sea Splendor". Von dem Schiff gehe eine erhebliche Gefahr aus: Ab einem Alter von zwanzig Jahren können Ermüdungserscheinungen am Material auftreten. Zudem verfügt der Uralt-Tanker nur über eine einzige Hülle, die seine Fracht vom Meer trennt. Der Tanker mit einer Tragfähigkeit von 33.400 Tonnen befindet sich auf dem Weg nach Hamburg. Die Umweltschützer projizieren während der Fahrt an die Bordwand des Tankers die Warnung: "Gefahr! Einhüllentanker - 26 Jahre alt!". Greenpeace fordert, dass Tanker nicht länger als zwanzig Jahre betrieben werden dürfen.

Tierschutz

Verbraucherschutzministerium erwägt Jagdverbot für Wildgänse

Ab 1. November sind in Deutschland wieder arktische Wildgänse zum Abschuss freigegeben. Anlässlich der Jagderöffnung haben der Bund gegen den Missbrauch der Tiere und das Komitee gegen den Vogelmord den Abschuss der in Ostdeutschland rastenden Zugvögel scharf kritisiert. Wie die Verbände in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, werde zur Zeit im Bundesministerium für Verbraucherschutz der Vorschlag geprüft, die Jagd auf Gänse bei der von Ministerin Künast für 2004 geplanten Reform des Bundesjagdgesetzes komplett abzuschaffen.

Endlager Gorleben

Förderturm in geplantem Atommülllager besetzt

Gegen den bevorstehenden Castor-Transport ins Wendland protestieren seit Mittwoch früh 100 Greenpeace-Aktivisten auf dem Gelände des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben. Die Umweltschützer haben einen 40 Meter hohen Förderturm auf dem Gelände erklommen und befestigen dort ein 9 mal 7 Meter großes Banner mit der Aufschrift: "Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres Endlager für Atommüll ist."