Tierschützer kritisieren Beschluss des Bundesrates

Aufgeweicht

Mit Verärgerung reagieren haben Tierschutzorganisationen auf den Beschluss des Bundesrates zur Käfighaltung von Legehennen reagiert. Vier Pfoten und Provieh kritisierten eine Aufweichung, da auf Antrag Niedersachsens die Mindesthöhe von zwei Metern für Käfige gestrichen wurde. Damit sei den ausgestalteten Käfigen der Weg geebnet, deren Höhe von rund 45 Zentimetern den Hennen kein artgerechtes Leben ermögliche. Darüber hinaus wurde auf Antrag von Mecklenburg- Vorpommern und Niedersachsen der Ausstieg aus herkömmlichen Käfigsystemen an die Einführung eines Prüfverfahrens für Haltungssysteme gekoppelt. Damit sei nicht absehbar, wann der ursprünglich für Anfang 2007 vorgesehene Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung erfolgen könne.

Hunger und Aids müssen gemeinsam bekämpft werden

Welt-Aids-Tag

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember fordert die Deutsche Welthungerhilfe, Hunger und Aids stärker gemeinsam zu bekämpfen. Neue UN-Studien hätten die dramatische Wechselwirkung der beiden Hauptgründe für den weltweiten Tod von Millionen Menschen deutlich gezeigt. Aids verschärfe in vielen Entwicklungsländern und vor allem im südlichen Afrika die Hungerkrise. Von den weltweit 42 Millionen mit Aids infizierten Menschen seien mehr als 38 Millionen zwischen 15 und 49 Jahre alt und somit im wirtschaftlich produktivsten Alter. Ihre Arbeitskraft fehle vor allem in der Landwirtschaft. Bereits jetzt müssten in besonders betroffenen Gebieten mehr als die Hälfte aller Haushalte von Waisen und alleinstehenden Frauen oder Großeltern versorgt werden.

Umsatz mit Waren für den Umweltschutz gestiegen

2001

Der Umsatz mit ausschließlich für den Umweltschutz bestimmten Waren, Bau- und Dienstleistungen im Jahr 2001 gestiegen. Da teilte das Statistische Bundesamt mit. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen für das Jahr 2001 sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% (+ 465 Millionen Euro) auf insgesamt 13 Milliarden Euro gestiegen. Die Produkte werden für die Bereiche Luftreinhaltung, Abfallwirtschaft, Gewässerschutz, Naturschutz und Lärmschutz angeboten. Den größten Anteil an der Umsatzsteigerung hätten die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Plus von 702 Millionen Euro (+ 8,5%) auf 8,9 Milliarden Euro in 2001.

Datenbank der Erdoberfläche einsatzbereit

Erforscht

Eine Datenbank über die Bodenbedeckung der Erde im Jahr 2000 (GLC2000) ist nun einsatzbereit. Die Sammlung von Daten erfolgte in weltweiter Zusammenarbeit von über 30 Forschungsorganisationen und wurde von der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission koordiniert. Die Ergebnisse werden nun in zwei Konferenzen vorgestellt. Mit den Aufnahmen sollen wesentliche Wissenslücken in Bezug auf Bodenbedeckung und Vegetation unseres Planeten gefüllt werden.

Kommunen nun allein für Parkgebühren verantwortlich.

Gesetz geändert

Für die Erhebung von Parkgebühren sind künftig die Kommunen allein verantwortlich. Einem entsprechenden Gesetz stimmte der Bundesrat am Freitag in Berlin zu. Mit der Änderung der Straßenverkehrsgesetzes ist es den Kommunen gestattet, kostenfreies Parken ohne zeitliche Vorgaben einzuräumen sowie die Gebühren pro Zeitintervall schrittweise unterschiedlich zu gestalten. Zudem sollen kürzere Taktzeiten als die bislang üblichen halbstündigen Intervalle möglich sein.

Formel überschätzt Herzrisiko bei Männern

Herzerkrankungen

Wissenschaftler der University of Bristol haben nachgewiesen, dass eine verbreitete Formel zur Berechnung des Herzrisikos bei Männern das tatsächlich vorhandene überschätzt. Sie untersuchten die Ergebnisse der Framingham Risikogleichung bei 6.643 gesunden Männern. Die Gleichung sagte voraus, dass 4,1 Prozent innerhalb von zehn Jahren an einer Herzerkrankung sterben würden. In Wirklichkeit starben nur 2,8 Prozent. Das bedeutet laut BBC eine Überschätzung von 47 Prozent. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

Zwiespältige Reaktionen auf Bundeshaushalt 2004

Verabschiedet

Die Verabschiedung des Bundeshaushalts 2004 am heutigen Freitag traf bei den entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen auf gemischte Reaktionen. Einerseits würden trotz der Kürzung in vielen Ressorts (unter anderem Auswärtiges Amt, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium der Verteidigung) die Mittel für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im kommenden Jahr nominal um 0,4 Prozent auf 3,783 Milliarden Euro aufgestockt.

Verschärfte Bedingungen vor Spammer in den USA

Gesetz geändert

Der US-Senat hat geringfügige Veränderungen am Anti-Spam-Gesetz befürwortet, das dazu beitragen soll, den Erhalt unerwünschter kommerzieller E-Mails zu stoppen. Nun muss der Senat im nächsten Monat noch einmal abstimmen, bevor der Gesetzesentwurf vom Weißen Haus abgesegnet werden kann. Der Senat reagierte damit auf kritische Stimmen, die dem Gesetz vorwarfen, zu inkonsequent zu sein.

Klage gegen US-Spirituosenhersteller

Werbepraktiken

Die US-Spirituosenhersteller sehen sich mit einer Sammelklage wegen ihrer Werbepraktiken konfrontiert. Wie das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe berichtet, zielt die beim Obersten Gericht des District of Columbia eingebrachte Klage speziell auf die Alkoholwerbung für Jugendliche ab. Dadurch hätten die Unternehmen ungesetzliche Profite eingestrichen. Der Kläger, ein Washingtoner Facharzt, betont in der Klagsschrift, nicht allgemein gegen die Spirituosenindustrie oder ihre Werbepraktiken vorgehen zu wollen.

9.000 Kilometer Weg bis zum Endverbraucher

"Schwarzbuch Straße"

Pervers bis zum Irrsinn ist der Transit in den Alpen: 1.800 Tonnen holländische Tomaten werden jährlich nach Italien geliefert und im Gegenzug 12.500 Tonnen italienische Tomaten nach Deutschland. Das schreiben die Autoren des am heutigen Donnerstag erschienenen "Schwarzbuch Straße". Tiefkühl-Pommes aus norddeutschen Kartoffeln würden zum Waschen und Schälen nach Italien transportiert, in Holland verarbeitet und zurück nach Deutschland gefahren. Die beiden Autoren, Andreas Reisinger und Else Rieger, beschäftigen sich im umfassenden Werk mit der Katastrophe im Straßenverkehr, die sich durch kilometerlange Staus, verstopfte Straßen, schwere Unfälle und steigende Schadstoffmengen manifestieren.

Internet-Präsenz fördert Verkauf

Kaufen im Netz

Nach einer Trendstudie der Internet-Kreativagentur Neue Digitale gewinnt die Internet-Präsenz für Shops immer mehr an Bedeutung. Bereits jeder dritte Konsument informiere sich vor dem Kauf eines Elektrogerätes im Internet. Für junge Käufer sei das Web bereits der wichtigste Informationskanal. Für Hersteller von Elektrogeräten lohne sich vor allem eine Internetpräsenz mit verkaufsförderndem Charakter. Laut Studie nimmt die Zahl derer, die das World Wide Web auch als Shopping-Kanal nutzen, immer mehr zu. Rund ein Drittel (32,1 Prozent) habe angegeben, sich bei seiner Kaufentscheidung von online verfügbaren Informationen leiten zu lassen.

Wellness-Getränke überflüssig

Gesundheit

Wellness-Getränke sind laut einer Analyse der Verbraucherzentralen entbehrlich und manchmal sogar gesundheitsschädlich. "Gesundheit lässt sich nicht kaufen, auch wenn die Werbung anderes verspricht", lautet das Fazit der Untersuchung, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Um die Irreführung durch Werbeaussagen zu unterbinden und die Verbraucher vor Gesundheitsgefahren zu schützen, bestehe bei Gesetzgeber, Herstellern und Lebensmittelüberwachung dringender Handlungsbedarf.

Tierschützer protestieren gegen Käfighaltung für Legehennen

Entscheidung am Freitag

Am morgigen Freitag wird der Bundesrat über die Zukunft der Legehennen- und Schweinehaltung in Deutschland entscheiden. Nach dem Willen einzelner Bundesländer soll der Bundesrat das Ende der tierschutzwidrigen Käfighaltung für Legehennen kippen, das für den 1.1.2007 bereits beschlossene Sache war. Daher appellellieren die Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes und des Deutschen Naturschutzrings (DNR) an die Mitglieder des Bundesrates, sich für das Wohl der Tiere und nicht für den Profit der Agrarindustriellen auszusprechen. Das würde sowohl dem Tier- als auch dem Verbraucherschutz zugute kommen. Auch die Tierschutzorgaisation Vier Pfoten regiert mit Protesten auf die erwartete Entscheidung. Seit Mitte November hat die Organisation nach eignen Angaben bei der "Tour für die Hennen" in sechs Landeshauptstädten Befragungen durchgeführt und eine deutliche Mehrheit gegen die Hühnerkäfige ermittelt.

Russisches Roulette ohne Kondom weiterhin beliebt

14.000 neue Aids-Infektionen täglich

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist mit fünf Millionen Menschen nach Angaben der UNAids und der Weltgesundheitsorganisation WHO in diesem Jahr auf eine Rekordzahl angewachsen. Drei Millionen Menschen sind alleine in diesem Jahr an der Immunschwächekrankheit gestorben, berichtet BBC-Online. Die Gesundheitsorganisationen warnen davor, dass der Gipfel der Neuinfektionen noch nicht erreicht sei. Besonders stark könnte die Zahl in Osteuropa und Zentralasien steigen. Dennoch ist immer noch mehr als ein Drittel der Befragten der zweiten "Durex Global Sex Survey" bereit, ohne Kondom mit einem neuen Partner zu schlafen, hatten 41 Prozent in den letzten 12 Monaten ungeschützten Sex mit einem neuen Partner. Dies ist besonders fatal, da es um die Ehrlichkeit bezüglich sexueller Vergangenheit und Gegenwart nicht gut aussieht.

Scharfe Kritik an irakischem Verbot von Al Arabija

"Nicht vereinbar mit Demokratie"

Der von den USA eingesetze vorläufige irakischen Verwaltungsrat hat dem arabischen Fernsehsender Al Arabija die Arbeit im Land verboten und damit scharfe Kritik von Reporter ohne Grenzen geerntet. Die Menschenrechtsorganisation fordert die Rücknahme der Entscheidung und verurteilt außerdem das gewaltsame Vorgehen bei der Schließung des Senders. Irakische Polizisten hatten das Büro im Bagdader Stadtteil Mansur gestürmt und Technik und Einrichtung beschlagnahmt, berichtete der örtliche Al-Arabija-Korrespondent.

Entwicklunghilfe bleibt deutlich unter Zusagen

0,27 statt 0,33 Prozent

Auch im Jahr 2002 betrug der Anteil öffentlicher entwicklungspolitischer Leistungen am Bruttonationaleinkommen nur 0,27 Prozent. Die Zahl habe sich damit zum dritten Mal in Folge nicht verbessert, berichteten am Mittwoch die beiden Hilfswerke terre des hommes und Deutsche Welthungerhilfe bei der Vorstellung ihres elften Berichts zur "Wirklichkeit der Entwicklungshilfe". Da auch für die Jahre 2003 und 2004 die versprochene Etat-Erhöhung für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nicht realisiert werde, verabschiede sich die rot-grüne Bundesregierung von ihrer im Rahmen der EU gegebenen Selbstverpflichtung, den Entwicklungshilfeetat bis 2006 schrittweise auf 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Dabei bewege sich die zugesagte Quote gerade auf der bereits 1977 und 1994 erreichten Höhe.

Vereinfachung der Aids-Behandlung scheitert an Pharma-Konzernen

Welt-Aids-Tag

Millionen von Menschen, die an Aids erkrankt sind, könnten überleben, wenn sie mit antiretroviralen Medikamenten behandelt würden. Dies ist nach Ansicht der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen jedoch nur möglich, wenn die Therapie an die Alltagswirklichkeit in ärmeren Ländern angepasst wird. Hierbei spielen Kombinationspräparate, in denen mehrere Wirkstoffe in einer Tablette vereint sind, eine wichtige Rolle. Allerdings müssten die Pharmakonzerne dafür Patentmonopole fallen lassen.

Erste gentechnikfreie Zone Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern

Klärung der Koexistenz gefordert

Eine fast 10.000 Hektar große gentechnikfreie Zone wollen Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. 15 Landwirte, darunter vier Biobauern, unterschrieben gestern eine Verpflichtung, wonach sie freiwillig auf ihren zusammenhängenden Ackerbauflächen kein verändertes Saatgut einsetzen. Sie wollen mit der Unterzeichnung dieses auch als Memorandum bezeichneten Vertrages, der am 1. Dezember 2003 in Kraft tritt und zunächst für ein Jahr gilt, ein Zeichen setzen, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit.

Film über den wachsenden Widerstand gegen Großstaudämme

Nach uns die Sintflut?

Am Donnerstag, den 27. November 2003 sendet das Bayerische Fernsehen von 22.35 bis 23.20 Uhr einen Film von Hilde Stadler. Darin geht es um die Großstaudämme weltweit. Während sie für die einen 'Triumphe der modernen Technik über die Natur' darstellen, sind sie für andere 'Monumente der Korruption', mit denen Mensch und Umwelt Gewalt angetan wird. So sieht es zum Beispiel die indische Schriftstellerin und weltbekannte Aktivistin Arundhati Roy.

Umweltorganisationen befürchten Schäden wegen undichter Ölrohre

Kaspische Pipeline

Am Donnerstag soll wahrscheinlich über die Vergabe von Hermesbürgschaften für die geplante Baku-Tbilisi-Ceyhan Pipeline von Aserbaidschan in die Türkei entschieden werden. Im Vorfeld warnen die Nichtregierungsorganisationen urgewald, WEED und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vor Gefahren im türkischen Teil der geplanten Ölpipeline: Ein ehemaliger Angestellter auf der BTC Baustelle in der Türkei berichtet über völlig unzureichenden Arbeitsschutz und mangelhafte Bauarbeiten an der Pipeline.