"Task Force" soll Artenschmugglern das Handwerk legen

WWF

Die Bundesländer sind nur unzureichend auf den Einsatz gegen den zunehmenden Artenschmuggel in Europa vorbereitet, kritisiert der WWF. Die weltweite Naturschutzorganisation fordert die Schaffung einer Sonderkommission Wildartenhandel. Mit einer solchen "Wildlife Trade Task Force" sollen Bund, Länder, Zoll und Polizei gemeinsam das illegale Geschäft mit bedrohten Arten bekämpfen. Der Vollzug des Artenschutzes müsse durch die Einrichtung zentraler und kompetent besetzter Fachbehörden in den Ländern gestärkt werden. Der WWF richtet seine Forderungen an die Umweltminister der Länder, die am 6. und 7. Mai im hessischen Bad Wildungen über Föderalismus und Handlungskompetenzen im Naturschutz beraten.

In einer jüngst veröffentlichten Studie hatte TRAFFIC - das Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN - vor einer Zunahme des Artenschmuggels durch die EU-Erweiterung gewarnt. Da einige der neuen EU-Staaten vor ihrem Beitritt deutlich niedrigere Artenschutzstandards vorsahen als die alten EU-Länder, konnten Händler dort bedrohte Tiere und Pflanzen leichter einschmuggeln, die sie jetzt über die immer weniger bewachten Grenzen in den Westen bringen. Für bedrohte Arten wie die Madagassische Schnabelbrustschildkröte werden Schwarzmarktpreise von bis zu 30.000 Euro erzielt.

"Jetzt, wo die Grenzen fallen, sind die Bundesländer in der Pflicht", sagt WWF-Artenschützer Volker Homes. Der WWF kritisiert vor allem die Länder Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, weil dort der Artenschutzvollzug nur auf unterer Behördenebene angesiedelt ist. Homes erklärt: "Wenn jede kleine Behörde vor Ort rumwurschtelt, haben skrupellose Schmuggler ein leichtes Spiel.? Nur ein gemeinsames, entschlossenes Vorgehen von Bund und Ländern könne den profitablen illegalen Handel mit vom Aussterben bedrohten Schildkröten, Schlangen und Papageien eindämmen.