Mieterbund gegen Wohnungsmonopoly in Norddeutschland

Wohnungsverkäufe

Die Immobilientochter der Norddeutschen Landesbank, NILEG, hat 30.000 Mietwohnungen an die amerikanische Kapitalgesellschaft Fortress verkauft. Der Mieterbund kritisiert dies als "Wohnungsmonopoly", das die Finanznöte der öffentlichen Hand lindern soll, auf Dauer aber preiswerten Wohnraum vernichte. Er rief die neue nordrhein-westfälische Landesregierung auf, diesem Beispiel nicht zu folgen.

Fortress und die Kapitalgesellschaft Annington seien nun die größten Vermieter Deutschlands mit zusammen 400.000 Mietwohnungen, erklärt der Direktor des Mieterbundes, Dr. Franz-Josef Rips.

Da die Wohnungsaufkäufer und Investoren mit zweistelligen Renditen rechneten - so Dr. Rips weiter - gingen durch die Ausverkaufspolitik der öffentlichen Hände preiswerte Wohnungsbestände vor Ort dauerhaft verloren. Darüber hinaus verlören die öffentlichen Hände den Zugriff auf die eigenen Wohnungsbestände, und damit verschenkten sie Einflussmöglichkeiten auf die regionalen und lokalen Wohnungsmärkte.

Der Mieterbund-Direktor appellierte daher an Städte, Gemeinden und Länder, insbesondere an die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen , die im Rahmen der Koalitionsvereinbarung beschlossen hat, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) zu veräußern: "Stoppt die Wohnungsverkäufe. Eine nachhaltige und zukunftsorientierte Wohnungspolitik ist nur möglich, wenn die öffentlichen Hände Einfluss auf die Wohnungsmärkte behalten."