"Meinungsforscher" macht Meinung gegen die Linkspartei

Emnid

Die Linkspartei hat in Ostdeutschland nach Auffassung des Meinungsforschers Klaus-Peter Schöppner ihr Wählerpotential voll ausgeschöpft. "Sie kann im Osten nicht mehr viele Stimmen dazugewinnen. Deshalb konnte sie auch nicht von den umstrittenen Äußerungen von CSU-Chef Edmund Stoiber profitieren", sagte der Leiter des Meinungsforschungsinstitutes Emnid. Wahrscheinlicher sei, dass die Partei weiter Stimmen verlieren werde.

Dies sei aber schon vor Stoibers Äußerungen von den Demoskopen erwartet worden, weil die Gründungseuphorie der Linkspartei langsam verfliege, so Schöppner weiter. Die Linkspartei hatte in Umfragen der Meinungsforschungsinstitute Emnid und Forsa in den letzten Tagen in Ostdeutschland deutlich an Stimmen verloren. Dagegen legten SPD und CDU dort leicht zu.

"Meinungsforscher": Linkspartei hat keine Kompetenz

Schöppner zufolge hat zudem eine gewisse "Entzauberung" der Partei eingesetzt. So kurz vor der wichtigen Bundestagswahl träten für die Wähler verstärkt inhaltliche Themen und Kompetenzen in den Vordergrund. Die Linkspartei sei aber eher eine Protestwählerpartei mit einem geringen Kompetenzimage: "Bei aktuell etwa 28 Prozent Wähleranteil der Linken im Osten halten sie nur fünf Prozent für kompetent, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Das zeigt, auf welch dünner Basis der augenblickliche Wahlerfolg der Linken steht, weil sie ihn nicht mit Kompetenz untermauern können."

Die Kompetenz von politischen Akteuren jeglicher Couleur zeigt sich immer erst dann, wenn über die von ihnen vorgetragenen Inhalte auch tatsächlich sachlich berichtet wird. Eine Bevölkerung, die über die Medien immer nur Statements von Dritten geboten bekommt, kann sich natürlich kein realitätsnahes Bild machen.