Gesteinsbrocken können auf Atommüll-Fässer stürzen

Asse

Nach dem Bekanntwerden neuer Schäden im Atommülllager Asse haben die Grünen im niedersächsischen Landtag weitere Untersuchungen verlangt. Die Ergebnisse seismischer Messungen im Bereich der Einlagerungskammern für den Atommüll müssten gründlich analysiert werden, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel am Donnerstag (15. Januar) in Hannover. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als neuer Betreiber des Bergwerks Asse hatte zuvor mitgeteilt, dass eine Kammer auf 750 Metern Tiefe beschädigt ist. Es bestehe die Gefahr, dass sich Gesteinsbrocken aus einer Zwischendecke lösten und auf die in dem Hohlraum lagernden Fässer mit Atommüll stürzten. Damit keine Radioaktivität entweichen kann, will das BfS die Abdichtung der Kammer umgehend mit Beton verstärken.

Wenzel zufolge muss nun auch geprüft werden, ob eine Öffnung der betroffenen Kammer möglich ist. Alle Maßnahmen müssten jedoch so angelegt werden, dass eine Bergung des Atommülls möglich bleibe, sagte der Grünen-Politiker. Die neuen Schäden in der Asse waren am Donnerstag auch Thema einer Landtagsdebatte. Am Abend wollte sich der Umweltausschuss in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.