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Neues Pumpspeicher-Kraftwerk Goldisthal schadet der Umwelt doppelt

"Eine der größten Energievernichtungsmaschinen"

Die für Dienstag geplante Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal im östlichen Teil des Thüringer Waldes durch Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft auf scharfe Kritik. Er werde "eine der größten Energievernichtungsmaschinen Deutschlands in Betrieb nehmen", kritisierte die Grüne Liga. Das Pumpspeicherwerk konterkariere die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Ein Gesamtwirkungsgrad von nur 32 Prozent sei nicht zukunftsweisend. Der Solarenergie-Förderverein kritisierte vor allem, dass der für die Speicherung verwendete Strom aus umweltschädlicher Braunkohle stammt.

Das Speicherwerk schädige die Umwelt doppelt, so die Grüne Liga: Nur mit einem schwerwiegenden Eingriff in Natur und Landschaft konnte das Kraftwerk gebaut werden. Zum zweiten würden mit einem Wasserumlauf - einmal Hochpumpen des Wassers, das dann über 8 Stunden Strom erzeugen kann - 1.700 Megawattstunden Braunkohlestrom vernichtet. Damit würden 2.100 Tonnen des Klimaschadgases Kohlendioxid freigesetzt, ohne dass der Strom beim Verbraucher genutzt werden könnte.

Der Kraftwerksbetreiber Vattenfall, wie auch andere Energiekonzerne und in letzter Zeit verstärkt der Wirtschaftsminister, kritisieren an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, dass z.B. Windkraft und Solarenergie dann nicht zur Verfügung stünden, wenn sie gebraucht würden. "Wozu aber wird das Kraftwerk Goldisthal gebraucht?", fragten die Umweltschützer. Und liefern die Antwort gleich mit: "Damit Braunkohlekraftwerke wie Lippendorf und Boxberg oder Atomkraftwerke auch dann produzieren können, wenn der Strom nicht benötigt wird."

Der mit rund 40 Prozent Wirkungsgrad im (neuen) Braunkohlekraftwerk erzeugte Strom müsse in Goldisthal nochmals 20 Prozent Wirkungsgradverlust hinnehmen. Dies stelle Vattenfall, den Zusammenhang verschweigend, als hervorragenden Kraftwerkswirkungsgrad von 80 Prozent dar. Der Gesamtwirkungsgrad betrage demnach aber nur 32 Prozent. "Einen solchen Gesamtwirkungsgrad kann man nicht als zukunftsweisend ansehen", so Tilo Wille, energiepolitischer Sprecher der Grünen Liga.

Der Solarenergie-Förderverein (SFV) wandte sich nicht gegen das Pumpspeicherwerk an sich. "Für eine zukünftige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien benötigt Deutschland eine erheblich größere Kapazität von Speicherkraftwerken als zur Zeit vorhanden", erklärte Wolf von Fabeck vom SFV. Insofern sei der Bau des Pumpspeicherwerks sogar zu begrüßen. Entscheidend sei, wofür ein Energiespeicher benutzt wird - ob zum Speichern von Kohle- oder Atomstrom oder zum Speichern von überschüssigem Wind- oder Solarstrom für windstille und sonnenarme Zeiten.

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