Bombodrom

Gegner fordern friedliche Nutzung der Heide

Gegner des geplanten Bombenabwurfplatzes bei Wittstock haben Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) nachdrücklich zur Aufgabe der "Bombodrom"-Pläne aufgerufen. Das rechtskräftige Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Frankfurt (Oder) sei zwar mit "großer Freude" aufgenommen worden, sagte am Mittwoch in Berlin der Sprecher der Bürgerinitiative "Freie Heide", Bernd Lüdemann. Jetzt werde jedoch eine politische Entscheidung Strucks erwartet, auf die Inbetriebnahme des Schießplatzes zu verzichten.

Auf der Basis der juristischen Entscheidung könne Struck die militärischen Nutzungspläne für das Areal zurückziehen, ohne "sein Gesicht zu verlieren", fügte die Sprecherin der Bürgerinitiative "Freier Himmel" aus Mecklenburg-Vorpommern, Barbara Lange, hinzu. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Struck wollen am 18. August am Rande eines Truppenbesuchs des Verteidigungsministers in Geltow zu einem Gespräch über die Zukunft der Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock zusammentreffen. Die "Bombodrom"-Gegner hoffen dann auf eine "endgültige Beerdigung" des Vorhabens.

Wolfgang Gehrcke, Mitglied des PDS-Parteivorstandes erklärt: "Mit dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes hat Ministerpräsident Matthias Platzeck für sein Gespräch mit Bundesverteidigungsminister Struck weitere Trümpfe in der Hand." Nun müsse sich herausstellen, ob jahrelanger Bürgerprotest, ob die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner der Region mehr Gewicht haben als militärische Dickschädelichkeit.

Nach dem am Dienstag veröffentlichten OVG-Beschluss darf die Bundeswehr den Bombenabwurfplatz im Nordwesten Brandenburgs "vorläufig nicht militärisch nutzen". Die Bundeswehr muss nun zunächst das Ende des Klageverfahrens der Anliegergemeinde Schweinrich gegen das "Bombodrom" vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht abwarten.

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