Vogelschutzcamp ab 1. Oktober
Italien gibt Millionen geschützte Vögel zum Abschuss frei
"Die Vögel werden zum politischen Kanonenfutter, mit denen sich Italiens Rechtspolitiker Wählerstimmen der Jäger sichern möchten", kritisiert Alexander Heyd vom Komitee gegen den Vogelmord. Die Organisation habe bereits eine Anwaltskanzlei aus Mailand mit einer Klage gegen das Gesetz beauftragt.
Landesweit dürfen ab Sonntag rund 715.000 italienische Vogeljäger bis Ende Januar täglich bis zu 30 Drosseln, Kiebitze, Wachteln und Turteltauben schießen. Dazu kommt in vielen Regionen die traditionelle Wilderei mit Fallen, Vogelleim oder Gewehren. So wurden allein in den letzten zwei Wochen von Jagdaufsehern der Naturschutzverbände mehr als 49 Wilderer kontrolliert und angezeigt, weil sie illegal geschützte Bussarde, Falken, Wiedehopfe und Steinrötel gefangen oder geschossen hatten. Bei Rom wurde in der letzten Woche eine Gruppe von 20 Jägern erwischt, als sie vor Beginn der offiziellen Jagdzeit ein regelrechtes Sperrfeuer auf durchziehende Turteltauben eröffneten.
Um den vor allem im Norden Italiens weit verbreiteten illegalen Vogelfang mit Bogenfallen und Netzen zu bekämpfen, organisieren die Bonner Naturschützer ab dem 1. Oktober in der Region rund um den Gardasee ein groß angelegtes Vogelschutzcamp. Gemeinsam mit Forstpolizisten und Jagdaufsehern wollen rund 80 deutsche und italienische Vogelschützer illegale Fanggeräte aufspüren und abbauen. Im letzten Jahr wurden so nach Komiteeangaben innerhalb von vier Wochen insgesamt 12.000 Fallen und zusammen genommen rund drei laufende Kilometer illegale Fangnetze eingesammelt. "Die Methode ist erfolgreich", freut sich Heyd. Viele Wilderer hätten inzwischen aufgegeben. "In einigen Tälern, die früher voller Fallen standen, finden wir heute kaum noch etwas."
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Am 17. Sep. 2004 unter:
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