amnesty international berichtet
Gewalt gegen Frauen durchzieht afghanische Gesellschaft
Verena Harpe, Afghanistan-Expertin von ai, sagte, diese Gefahren würden nur selten gerichtlich verfolgt oder gar geahndet. Der afghanische Staat versage vor der Aufgabe, die verfassungsmäßig und völkerrechtlich garantierten Rechte der Frauen durchzusetzen und die Frauen zu schützen. Das existierende Justizwesen habe sich als "unfähig und unwillig" erwiesen, Gewalttäter zur Rechenschaft zu ziehen. Die begonnene Justizreform müsse dringend beschleunigt und ausgeweitet werden. "Die internationale Gebergemeinschaft muss Afghanistan dabei unterstützen", sagte Harpe.
Hauptverantwortlich für die Gewalt gegen Mädchen und Frauen sind laut ai die Ehemänner, Brüder und Väter. Die patriarchalen Strukturen, die dies ungestraft ermöglichten, würden von traditionellen Rechtssystemen wie 'jirgas' oder 'shuras' gestützt. Aber auch beim Staat fänden misshandelte, entführte oder vergewaltigte Frauen nur selten Hilfe. "Im Gegenteil: Die Justiz behandelt Frauen, die vor der Gewalt fliehen, oft wie Kriminelle", sagte Harpe. Gewalt gegen Frauen sei "bis in höchste Regierungs- und Justizkreise hinein" geduldet.
"Eine Frau oder ein Mädchen zu schlagen ist in Afghanistan selbstverständlich", sagte Harpe. "Das muss sich dringend ändern." Die Regierung stehe in der Pflicht, "laut und unmissverständlich zu sagen", dass Gewalt gegen Frauen, auch innerhalb der Familie, ein Verbrechen sei.
Der Bericht "Afghanistan: Women still under Attack" erscheint im Rahmen der ai-Kampagne "Hinsehen & Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern". Er basiert auf zwei Ermittlungsreisen der Londoner ai-Zentrale in verschiedene Regionen des Landes.
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Am 30. Mai. 2005 unter:
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