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Todesstrafe

Amnesty kritisiert 1000. Hinrichtung in den USA


28. November 2005

[ngo] Nach Angaben von Amnesty Internationale steht in den USA die 1000. Hinrichtung seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1977 unmittelbar bevor. Im US-Bundesstaat Virginia solle Robin Lovitt am 30. November hingerichtet werden. Die Menschenrechtsorganisation setzt sich derzeit mit einer Eilaktion für die Aufschiebung der Hinrichtung Lovitts ein. Etwa die Hälfte der 1000 Hinrichtungen hätten allein in den zwei südlichen Bundesstaaten Texas und Virginia stattgefunden. Amnesty fordert die US-Regierung und die Behörden aller Bundesstaaten auf, alle geplanten Hinrichtungen sofort auszusetzen. "Die Todesstrafe ist nachweislich wirkungslos, willkürlich und fehlerbehaftet", sagte Amnesty-Mitarbeiter Sumit Bhattacharyya. Keine glaubwürdige Studie habe jemals bewiesen, dass die Todesstrafe Gewaltverbrechen wirkungsvoller abschrecke als andere Strafen. Seit 1990 seien mindestens 122 Menschen zum Tode verurteilt worden, deren Unschuld später bewiesen worden sei.

Seit 1985 haben nach Angaben von Amnesty weltweit mehr als 50 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft. Der Trend sei unumkehrbar. "wir fordern die USA auf, sich diesem Trend anzuschließen", sagte Bhattacharyya. In den USA selbst habe der Oberste Gerichtshof in den letzten zwei Jahren unter Hinweis auf einen veränderten gesellschaftlichen Konsens die Hinrichtung von zur Tatzeit Minderjährigen sowie geistig Behinderten verboten.

Wirtschaftlich benachteiligte Menschen, darunter viele Afro-Amerikaner, seien in der Gruppe der Todeskandidaten überrepräsentiert. Ihnen fehle es meist an Geld, um sich einen Wahlverteidiger leisten zu können. Von Gerichten beauftragte Pflichtverteidiger seien oft unerfahren, inkompetent und unterbezahlt.

Zur Zeit wenden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation weltweit 121 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an. 75 Staaten hingegen hielten an ihr fest. In den USA seien in diesem Jahr bisher 53 Menschen hingerichtet worden. 2004 seien es 59 und 2003 65 Menschen gewesen.

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