Greenpeace protestiert bei TotalFinaElf

Ölverschmutzung in Sibirien

Die Auseinandersetzung zwischen Greenpeace und dem französischen Ölmulti TotalFinaElf (TFE) geht in eine neue Runde. Pünktlich zur Bilanzpressekonferenz von TFE in Paris installierte Greenpeace am Mittwoch vor der grössten Raffinerie des Konzerns in Leuna eine Stelltafel mit den aktuellen, vorläufigen Geschäftszahlen. Auf der einbetonierten Tafel steht: "Bilanz auf Kosten der Umwelt". Greenpeace kritisiert mit der Aktion, dass TotalFinaElf trotz eines Gewinns von 7,5 Milliarden Euro aus dem Ölgeschaeft kein Geld ausgibt, um die ölverseuchten Fördergebiete in Westsibirien zu sanieren. Die Leuna Raffinerie in Sachsen-Anhalt verarbeitet jährlich rund 10 Millionen Tonnen Rohöl aus Russland.

"In der ostdeutschen Raffinerie in Leuna sieht man die blanken Rohre, im Samotlor-Ölfeld in Russland, wo das Rohöl gefördert wird, herrscht hingegen das blanke Elend", kritisiert Greenpeace Ölexperte Karsten Smid. "Die schönen Bilanzen sind ein Trugschluss, denn über mögliche Folgekosten durch die verseuchte Tundra und Taiga verliert der Konzern kaum ein Wort. TotalFinaElf verdient sein Geld auch durch diese grossflächige Umweltzerstörung." Greenpeace fordert, dass sich TFE zusammen mit seinen russischen Geschäftspartnern dieser Verantwortung stellt und die verseuchten Gebiete saniert.

Greenpeace kämpft seit Jahren weltweit gegen die Ölverschmutzung. In Westsibirien ist die Situation besonders dramatisch. Im Sommer 2000 waren Aktivisten an Aufräumarbeiten in den Fördergebieten beteiligt. Auch in Deutschland wurden die Umweltschützer aktiv: Anfang des Jahres machte Greenpeace an mehreren Tankstellen von TotalFinaElf auf die Umweltkatastrophe in Westsibirien aufmerksam.