Das Kyoto-Protokoll zum Schutz des Weltklimas

Was es regelt

Mit der endgültigen Annahme des Kyoto-Protokolls im November 2001 in Marrakesch verpflichteten sich 170 Staaten, die sechs wichtigsten Treibhausgase zu reduzieren. Damit wollen sie der steigenden Erderwärmung und einer drohenden Klimakatastrophe begegnen. Bei der Minderung von Kohlendioxid sieht das Protokoll pro Land Zielmarken vor. Bei Nichterreichung drohen Strafen. Deutschland erklärte sich bereit, seine CO2-Emission bis 2010 um 21 Prozent zu reduzieren.

Das Abkommen ermöglicht es den Unterzeichnerstaaten, Maßnahmen zum Klimaschutz, die sie etwa in Entwicklungsländer erbringen, auf ihr CO2-Konto gut schreiben zu lassen. Auch der Handel mit Emissionszertifikaten ist erlaubt. CO2-bindende Flächen wie Wälder und Felder werden als "Senken" angerechnet.

Seinen Namen erhielt das Protokoll durch den Klimagipfel 1997 im japanischen Kyoto. Dort verständigten sich die Staaten auf konkrete Zielwerte. Auf der Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro hatten sie lediglich ihre Absicht bekundet, die die Ozonschicht zerstörenden Abgase auf einem ungefährlichen Niveau zu stabilisieren.

Dem Treffen in Kyoto folgten langwierige Verhandlungen. Im November 2000 scheiterte der Klimagipfel in Den Haag. Im Sommer 2001, noch vor dem Folgegipfel in Bonn, erklärten die USA ihren Ausstieg aus dem Kyoto-Prozess. In Bonn gelang schließlich der Durchbruch, der in Marrakesch besiegelt wurde. Bis zum Weltgipfel im Herbst diesen Jahres in Johannesburg soll die Vereinbarung in Kraft treten. Dazu müssen 55 Vertragsstaaten das Protokoll in nationales Recht umsetzen. Sie müssen zugleich 55 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantworten.