Rechte Regierungen lassen Selbstmord-Zahlen ansteigen

Australische Studie untersuchte Suizide des 20. Jahrhunderts

Rechte Regierungen lassen die Selbstmordraten nach oben schießen. Zu diesem Ergebnis sind Studien aus England und Australien gekommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Wissenschaftler haben die Suizidraten beider Länder im 20. Jahrhundert miteinander verglichen.

Konservative Regierungen, die mit einer "Der Gewinner bekommt alles" - Attitüde auftreten, führen zu höheren Selbstmordraten, heißt es in der Studie. Hinzu kommen noch große Unterschiede beim Einkommen, die die Situation der Hoffnungslosigkeit noch verschärfen, berichtet Mary Shaw mit ihrem Forscherteam von der University of Bristol. "Wenn jemand unter einer solchen Ideologie versagt, dann wird das Gefühl des Versagens noch stärker akzentuiert", so die Forscherin. Regierungen, die links der Mitte angesiedelt sind, verstärken hingegen das Gefühl der Gemeinschaft und der Zusammengehörigkeit. Allein in Großbritannien gab es unter konservativen Regierungen 35.000 mehr Selbstmorde als unter den Labour-Regierungen. Das bedeutet, pro Regierungstag der Konservativen gab es täglich einen Selbstmordfall mehr als unter der Labour-Regierung, schreibt die Forscherin im Wissenschaftsmagazin "Journal of Epidemiology and Community Health". Das heißt, dass die Selbstmordrate unter rechtskonservativen Regierungen um 17 Prozent höher war.

Zu ähnlichen Ergebnissen ist auch eine australische Untersuchung gekommen, die von Richard Taylor von der School for Public Health der Universität von Sydney durchgeführt wurde. Während Rechtskonservative an der Macht sind, tendieren um 17 Prozent mehr Männer und um 40 Prozent mehr Frauen zum Selbstmord. Nach dem Report war die Selbstmordrate am höchsten, wenn sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung rechtskonservativ waren. Beide Studien berücksichtigten sowohl ökonomische Hintergründe, als auch die Ära während des 2. Weltkriegs.

Trotzdem war aus beiden Studien ein gemeinsamer Nenner herauszulesen, berichtet New Scientist. Die Selbstmordraten in Zeiten, die von den Politikern als "Ihr-habt-es-noch-nie-so-gut-gehabt" umschrieben wurden, waren am höchsten. In Großbritannien war das während der Regierungszeit des Konservativen Harold MacMillan, zwischen 1961 und 1965, der Fall. Im Vergleich dazu gab es die niedrigste Selbstmordrate während der Labour-Regierung von David Lloyd George (1916-1920). Das gleiche Bild spiegelt sich auch später wider: unter Maggie Thatcher (1981-1990) waren die Selbstmordraten wesentlich höher als unter Tony Blair.

Shaw gibt in ihrer Untersuchung zu, dass die politischen Ideologien hinter den Selbstmordraten pure Spekulationen sind, dennoch findet die Wissenschaftler den Anstieg der Suizidraten unter den konservativen und rechten Regierungen auffällig. Eine Studie, die im Juli 2001 in den USA durchgeführt wurde, ergab, dass Republikaner drei Mal häufiger unter Albträumen leiden als Demokraten. Darauf meinte ein republikanischer Sprecher gegenüber New Scientist, dass dies daher komme, weil man das Durcheinander nach acht Jahren Bill Clinton wegräumen müsse.