BUND warnt: EU-Komissar will Gentechnik auf Europas Feldern durchsetzen

"Grüne" Gentechnik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in den Vorschlägen von Agrarkommissar Franz Fischler zur Grünen Gentechnik den Anstoß zur durchgängigen Kontamination der Nahrungsmittelkette mit gentechnisch veränderten Organismen. Bundesagrarministerin Künast sei nun gefordert, gentechnikfreie Landwirtschaft weiter zu ermöglichen. Bei Verunreinigungen landwirtschaftlicher Produkte mit gentechnisch veränderten Organismen müssten Hersteller und Anwender vollständig für alle Folgen und Folgekosten haften. Das Verursacherprinzip dürfe nicht ausgehebelt werden.

BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Im Sommer soll das Moratorium für die Aussaat gentechnisch veränderter Organismen fallen. Über kurz oder lang werden gentechnische Anteile in allen Futter- und Nahrungsmitteln drin sein, ob es draufsteht oder nicht. Das beseitigt in der Folge nicht nur die Wahlfreiheit der Verbraucher beim Einkauf, es widerspricht auch dem Wunsch der Mehrheit der Bauern nach gentech-freier Landwirtschaft. Das ist starker Tobak aus Brüssel, Agrarministerin Künast muss sich klar dagegen positionieren."

Der BUND fordert eine eindeutige Ablehnung der Fischler-Vorschläge durch Bundesagrarministerin Künast. Wenn diese Vorschläge umgesetzt würden, gebe es am Ende sowohl für Landwirte als auch für die Verbraucher keine wirkliche Wahlfreiheit mehr. Saatgut dürfe nach den Vorschlägen der EU-Kommission künftig in großem Stil gentechnisch verunreinigt werden. Nach den geplanten Regeln zur Kennzeichnung wüssten die Bauern auch nicht mehr genau, was sie eigentlich aussäten.

Vor allem dem Ökolandbau drohten seitens der Grünen Gentechnik größte Gefahren. Nach EU-Richtlinien dürften Ökoprodukte keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Die in Fischlers Vorschlägen erwähnten Abstandszonen oder andere Schutzmaßnahmen vor Gentech-Pollen seien keine geeigneten Mittel, Verunreinigungen von Nachbarfeldern zu vermeiden. Biobauern könnten zwar gegen benachbarte Landwirte klagen, die auskreuzendes Gentech-Saatgut eingesetzt hätten. Ob sie am Ende allerdings eine Entschädigung erhielten, sei unklar.