Gesellschaft für Menschenrechte verteidigt Daschners Verhalten

Folter

In der Diskussion um Gewaltandrohung in polizeilichen Verhören sind auch Menschenrechtsorganisationen uneins. Im Gegensatz zu amnesty international stellt sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hinter den umstrittenen Frankfurter Polizei-Vizepräsidenten Wolfgang Daschner. Der Chef der Deutschen Sektion der IGFM, Karl Hafen, sagte am Donnerstag in Frankfurt am Main, das Verhalten Daschners während der Vernehmung des mutmaßlichen Mörders des kleinen Jakob von Metzler sei "erlaubte, wenn nicht sogar verpflichtende Nothilfe" gewesen.

Unabhängig vom Fall Metzler dürfe der Rechtsstaat das allgemeine Folterverbot aber nicht aufweichen, machte Hafen klar. Besonders in Extremsituationen stelle sich ein Staatswesen, dass sich der Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet habe, unter Beweis.

Daschner habe jedoch in diesem Fall das Recht gehabt, den Tod Jakobs mit Gewalt oder Androhung davon zu verhindern. "Anders wäre es, wenn es nicht darum gegangen wäre, das Leben des Jungen zu retten, sondern nach dessen Tod vom Täter ein Geständnis zum Zwecke der Strafverfolgung zu erzwingen", fügte Hafen hinzu. Daschner sei jedoch zum fraglichen Zeitpunkt nicht bekannt gewesen, dass Jakob schon tot war.