Kassen könnten Millionen sparen

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen könnten nach Ansicht von Experten durch die Verschreibung gleichwertiger billiger Medikamente Millionenbeträge eingespart werden. Wie eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie des Kölner Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach ergab, könnte eine Kasse auf diese Weise allein bei Patienten mit Bluthochdruck 80 Millionen Euro einsparen. Auf sämtliche gesetzliche Krankenkassen hochgerechnet mache dies 720 Millionen Euro aus, so die Studie.

Für die im Auftrag der Barmer Ersatzkasse durchgeführte Erhebung wurden mehr als neun Millionen Verordnungen der 1,63 Millionen Barmer-Versicherten ausgewertet. 80 Millionen Euro ließen sich nach Ansicht Lauterbachs sparen, indem statt anderer blutdrucksenkender Präparate ein preiswerteres Diuretikum (harntreibendes Mittel) verschrieben würde. Dies sei mindestens genauso gut und wahrscheinlich besser als die anderen Medikamente. Doch auch eine Umstellung der Bluthochdruck-Patienten auf preisgünstigere Präparate der selben Wirkstoffgruppe würde Einsparungen von 30 Millionen bedeuten.

Lauterbach wies jedoch darauf hin, dass zurzeit ein Drittel der Menschen mit Bluthochdruck gar nicht behandelt würden. Diese Unterversorgung gelte es zu beseitigen, was die einzusparenden 80 Millionen Euro allerdings wieder aufzehren würde. Auf der anderan Seite könne eine Kasse erheblich sparen, weil bei einer adäquaten Bluthochdruckbehandlung die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle reduziert würde.