Tierschützer fordern: Hände weg von Pelzen und Wildleder

Weihnachten

Derzeit wird auf EU-Ebene über ein generelles Importverbot von Katzen- und Hundefellen diskutiert. In einer schriftlichen Erklärung wird die Kommission aufgefordert, einen Verordnungsvorschlag vorzulegen, in dem Import, Export, Verkauf und Erzeugung von Katzen- und Hundefellen und -häuten verboten werden. Der Deutsche Tierschutzbund hat die EU-Parlamentarier in einem Schreiben aufgefordert, die Erklärung zu unterzeichnen, um diesem grausamen Handel endlich ein Ende zu setzen. Schon jetzt jedoch können die Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden, ob sie das blutige Geschäft mit den Häuten und Fellen ihrer liebsten Haustiere unterstützen wollen.

"Jeder, der Pelz kauft, läuft Gefahr, dass dieses von einem Hund oder einer Katze stammt", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Jeder Pelzbesatz und jedes Accessoire aus Pelz ist mit dem Leiden und Sterben von Lebewesen verbunden. Kein normal empfindender Mensch kann diese Quälereien unterstützen. Egal ob von Katze, Hund, Fuchs oder Nerz: Jeder Pelz ist mit Blutzoll erkauft. Daher appelliere ich an alle: Boykottieren Sie dieses grausame Geschäft. Blutige Mode hat unterm Weihnachtsbaum nichts zu suchen."

Alljährlich werden in Asien zwei Millionen Hunde und Katzen auf grausamste Weise nur wegen ihrer Felle und Häute getötet. Während die USA und einige europäische Länder - darunter Italien, Dänemark und seit neuestem auch Frankreich - den Import und den Handel mit Hunde- und Katzenfellen bereits verboten haben, wird nach wie vor ein Großteil der Felle in die restlichen EU-Staaten - und auch nach Deutschland - eingeführt. Erst wenn es ein konkretes Verbot gäbe, könnten deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein, dass sie nicht unwissentlich Hunde- oder Katzenfell am Kragen oder als Mantelfutter tragen.

Denn auch die freiwillige Vereinbarung des Internationalen Pelzhandelverbandes, die ihren Mitgliedern seit dieser Saison vorschreibt, Pelze eindeutig zu deklarieren, bietet keine Sicherheit, beinhaltet sie doch nur Kennzeichnungsvorschriften für gängige Pelztierarten. Hierbei handelt es sich um kein Importverbot von Katzen- und Hundefellen - auch wenn die Pelzindustrie dies den Verbraucherinnen und Verbrauchern suggerieren möchte.

In den Handel gelangen nach wie vor Hunde- und Katzenfelle, wobei oft Phantasienamen verwendet werden: Wer ahnt schon, dass sich hinter der Bezeichnung "Corsac Fox" Hundehaut oder -fell und hinter "Genotte", "Goyangi", "Lipi" oder "Moupi" Fell von der Katze verbirgt? Dem Erfindungsreichtum der Pelzindustrie sind kaum Grenzen gesetzt. "Nur ein generelles Einfuhrverbot für Pelz- oder Lederprodukte, für die nicht lückenlos die Herkunft, die Tierart und die Art der Gewinnung nachgewiesen ist, stellt einen ausreichenden Schutz für die Verbraucherinnen und Verbraucher dar. Wir brauchen eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnungspflicht", erklärt Apel die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes.

Aber nicht nur Hunde und Katzen werden unter unbeschreiblich grausamen Methoden getötet. Um das Luxusprodukt Pelz zu "produzieren" werden auch Nerze, Füchse, Chinchillas und viele andere Tiere in Deutschland und weltweit unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet, gehalten und getötet, allein des Profits wegen. "Kaufen Sie keine Mode, für die Tiere gequält wurden. Boykottieren Sie diesen tierquälerischen Industriezweig und machen Sie sich nicht zum Förderer der Pelzindustrie", appelliert Apel abschließend.