Protest gegen "als Spendenaktion getarnte Bundeswehr-Werbung"

Big Band der Bundeswehr in Heidelberg

Friedensaktivisten haben für Freitag Abend Proteste gegen ein angebliches Benefiz-Konzert der Bundeswehr-Big-Band in Heidelberg angekündigt. Der Auftritt der Big Band sei zwar als Benefiz-Konzert zu Gunsten der Krebshilfe angekündigt. Betrachte man allerdings die Plakate, mit denen zum Konzert eingeladen werde, so ergebe sich ein ganz anderes Bild, so das Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg. Offen werde zu einer Werbeveranstaltung für das deutsche Militär eingeladen, auf der die Besucher sich auf dem Uni-Platz über den "Arbeitgeber Bundeswehr" informieren könnten.

Auf den ersten Blick könne dagegen auch die Friedensbewegung kaum etwas haben, "kommt so doch wenigstens ein winziger Bruchteil der Milliarden aus dem deutschen Militäretat einem guten Zweck zu Gute", schreibt das Bündnis auf dem Flugblatt, das es verteilen will. Doch diene der Benefiz-Charakter nur als Feigenblatt, die "Krebshilfe" werde schamlos zu Werbezwecken missbraucht. Denn nach der Selbstdarstellung der Band sieht sie sich als "musikalische Geheimwaffe" und "Instrument der Nachwuchswerbung und Sympathieträger".

Das Bündnis zeigte sich besorgt darüber, dass die Bundeswehr immer stärker zur Imagepflege und Rekrutenwerbung in die Öffentlichkeit dränge - mit Werbeauftritten der Bundeswehr in Schulen und auf Festen, bis hin zu öffentlichen Gelöbnissen und sonstigen militärischen Feierlichkeiten. Vor allem Jugendliche würden mit dem Simulationsspiel POL&IS gelockt, in dem es um die Beherrschung weltweiter Krisen und Konflikte geht. Spielerisch würden sie an militärische "Konfliktlösungen" herangeführt und anschließend mit "Propagandamaterial" über den Soldatenberuf versorgt. Gegen einen Stand der Bundeswehr auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse, wo dieses Spiel unmittelbar neben den Comic-Verlagen präsentiert wurde, gab es heftige Proteste von Verlegern, Autoren und Besuchern.