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Artenschutzkonferenz bringt Fortschritte für viele Arten

Auch "Mauerblümchen" geschützt

Natur- und Artenschützer ziehen eine positive Bilanz der Welt-Artenschutzkonferenz. Die am Donnerstag zu Ende gegangene CITES-Konferenz habe für viele bedrohte Arten Fortschritte gebracht. Nach Meinung von Artenschutzexperten ist die Entwicklung des knapp 30 Jahre alten Washingtoner Artenschutzübereinkommens vor allem bei Fischen und Hölzern erfreulich. Auch weniger bekannte Arten würden jetzt geschützt. Kontraproduktiv sei allerdings die Freigabe des Handels mit Elfenbeinschnitzereien für Touristensouvenirs.

"Die EU hat diese Entscheidung in letzter Minute ermöglicht und damit eine besonders üble Rolle gespielt", kritisierte Daniela Freyer von Pro Wildlife. Die Sorgen vieler afrikanischer Länder um ihre Elefanten seien schlichtweg ignoriert worden.

Ebenso wie NABU-Artenschutzexpertin Heike Finke kritisierte Freyer die begrenzte Freigabe von Nashörnern in Namibia und Südafrika zum Abschuss durch Trophäenjäger. Von den Abschussquoten gehe ein falsches Signal aus, sagte Finke.

Der WWF wies darauf hin, dass der Erfolg der Artenschutzkonferenz von der Durchsetzung der Handelsverbote abhänge. Der Handel mit Tieren und Pflanzen sei ein "big business" und rangiere nach dem globalen Drogen- und Waffenhandel an dritter Stelle. Polizei und Zoll müssten stärker einbezogen werden.

Die CITES-Konferenz hat unter anderem dem unkontrollierten Handel mit dem selten gewordenen Tropenholz Ramin den Kampf angesagt: Alle etwa dreißig Ramin-Arten dürfen künftig nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden. Ramin importierende Staaten können nun auf Nachhaltigkeitsprüfungen in allen Exportstaaten wie Indonesien und Malaysia bestehen. Dafür hatte es bislang keine gesetzlichen Grundlagen gegeben. Für Zierleisten und Bilderrahmen aus Ramin werden in Südostasien große Waldflächen - oft illegal - abgeholzt. Die Produkte landen bislang auch in deutschen Baumärkten.

Nach langen Debatten hatten sich die Staaten in Bangkok völlig überraschend auch auf den Schutz der Weißen Haie verständigt und sich damit dem Druck der Fischereinationen China, Japan und Norwegen widersetzt. Neben Ramin, Elefanten und Napoleonfischen gehören Weiße Haie nach Angaben des WWF zu den stark gefragten Arten auf dem Weltmarkt.