Lange Transportwege für "chemische" Weihnachtsbäume

Weihnachten

Viele der deutschen Weihnachtbäume sind chemisch behandelt, stammen aus dem Ausland und aus einseitigen Tannenbaumkulturen. "Der Weihnachtsbaum ist ein Konsumgut," meint Nina Grieshammer, Forstreferentin der Tierschutzorganisation WWF. Um ihn symmetrischer, grüner und länger haltbarer zu machen, laufen schon Gen-Versuche, so Grieshammer. Von 23 Millionen deutschen Christbäumen stammten ein Großteil aus industriellen Großplantagen. Plantagenholz stamme auch aus dem Ausland. Im letzten Jahr berichtete der WWF von Weihnachtsbäumen, die aus Dänemark, den Niederlanden, Irland, Österreich, Polen und Tschechien importiert worden seien. Dieses Jahr sei es ähnlich. In den einheimischen Wäldern müssten als Teil der üblichen Waldpflege automatisch Bäume geschlagen werden, um den verbleibenden Bäumen mehr Platz zum Wachsen zu geben, erklärt Hessens Forstminister Wilhelm Dietzel.

Ökologische Weihnachtsbäume werden durch das FSC-Siegel garantiert, so der WWF. Bäume mit diesem Siegel stammten nicht aus Massenrodungen. Sie würden nicht mit Chemiekalien behandelt und kämen aus regionalem Anbau. Der Kauf von FSC-Weihnachtsbäumen verhindere daher lange Ferntransporte, Pestizideinsatz und illegale Holzrodung.

Der Trend sei, sich wieder selbst einen Baum zu fällen, erklärt Grieshammer. Neben selbst gefällten Bäumen stellten eingepflanzte Nadelbäume im Topf eine Alternative dar. Diese könnten wieder eingepflanzt werden. Der Baum bedürfe allerdings wenig Wärme, sonst stelle er sich zu früh auf den Frühling ein, triebe aus und würde erfrieren, sobald man ihn ins Freien pflanze.

Um auch beim Schmücken ist nach Auffassung des WWF ein ökologischer Konsum möglich. Metallkugeln und Lametta würden unter sehr hohem Energieeinsatz produziert und entsorgt oder recycelt werden. Alternativen dazu wären Popcornschnüre, Zuckerstangen, Obst, Nüsse, Tannenzapfen, Stroh- und Wachssternen.