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"Aktionswoche für globale Gerechtigkeit" beginnt in Bonn

Kurswechsel im Welthandel überfällig

Einen Kurswechsel in der internationalen Handelspolitik forderten Vertreter der Zivilgesellschaft aus Nord und Süd zum Auftakt der Aktionswoche für globale Gerechtigkeit in Bonn. Wenige Monate vor der nächsten Ministerkonferenz der Welt-handelsorganisation (WTO) in Hongkong steht deren Missachtung von Interessen der Entwicklungsländer im Mittelpunkt der Kritik. Bei der WTO-Konferenz in Doha war das Gegenteil zugesagt worden. Die Aktionswoche wird in Deutschland von der Welthandelskampagne "Gerechtigkeit jetzt!" getragen, einem Zusammenschluss von 36 Organisationen aus dem entwicklungs- und umweltpolitischen, kirchlichen und menschenrechtlichen sowie gewerkschaftlichen Bereich. Sie findet parallel in 70 Ländern statt.

"Entwicklungsfragen sind bisher gar nicht ernst genommen worden", sagte Martin Khor, Direktor des Third World Network aus Malaysia, bei der Pressekonferenz am Freitag in Bonn. "Statt dessen wird noch Druck auf Entwicklungsländer ausgeübt, ihre Zölle zu senken, obwohl das für die Entwicklung eine Katastrophe auslösen kann. Wir müssen die Verhandlungen der WTO dringend in eine andere Richtung lenken". Khor hält die Abschlussrede bei der Auftaktkonferenz in Bonn.

Michael Frein vom Evangelischen Entwicklungsdienst forderte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zu einem Kurswechsel in der Außenhandelspolitik auf: "Statt Freihandel im Interesse der Reichen brauchen wir Regeln für einen Welthandel, der den Menschen, vor allem den Armen, und der Umwelt dient". Konkrete Vorschläge dafür bekommt der Wirtschaftsminister auf Ansichtskarten, Motto: "Gerechtigkeit ist keine Ansichtssache". Die Postkarten sollen am Ende der Aktionswoche in Berlin übergeben werden.

Ein "unfaires Fußballspiel 1. FC Freihandel gegen Hungerleider 05" kündigte Sonja Meister von der BUNDjugend für die Abschlussveranstaltung am 16. April in Berlin an. 150 junge Leute wollen dort ein Zeichen für gerechten Welthandel setzen. Auf dem Schlossplatz werden sich beim "Festival für globale Gerechtigkeit" Interviews und Musik abwechseln. Zum Auftakt der globalen Aktionswoche für Gerechtigkeit im Welthandel wurde am Freitag vor dem Bundespresseamt in Bonn eine drei Meter hohe "Justitia" aus Holz enthüllt.

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