Nehm klagt weiteren mutmaßlichen "islamistischen Terroristen" an

Kontakt zum mutmaßlichen Rädelsführer

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat Anklage gegen ein weiteres mutmaßliches Mitglied der "radikal-islamischen Terrorgruppe Ansar al Islam" erhoben. Der im Juni 2005 festgenommene 34-jährige Iraker aus München soll von Deutschland aus in insgesamt sieben Fällen an Geldsammlungen und Geldtransfers für die Terror-Organisation mitgewirkt haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. Die Gruppierung setzt die Gelder nach Darstellung der Bundesanwaltschaft zur Finanzierung von Anschlägen im Irak ein.

Der Beschuldigte Ferhad Kanabi A. alias Kawa H. habe als Verantwortlicher der Ansar al Islam für den Raum München engen Kontakt zum mutmaßlichen Rädelsführer der Terrorgruppe im süddeutschen Raum, Ata R. aus Stuttgart, gehabt. Gegen Ata R. und zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung wurde bereits im November 2005 Anklage erhoben, unter anderem wegen des - letztlich vereitelten - Mordanschlags auf den ehemaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi.

Der jetzt angeklagte Ferhad Kanabi A. habe seit März 2004 regelmäßige monatliche als auch "anlassbezogene" Geldsammlungen für die Ansar Al Islam (Unterstützer des Islam) ausgeführt und koordiniert. Die Gelder habe er Ata R. übergeben, die dieser anschließend in den Irak weiterleitete.

Mit den Geldtransfers habe der Beschuldigte auch gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen. Die Anklage wurde vor dem 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts München erhoben.