Bundesumweltminister legt Grundstein für Steinkohlekraftwerk

Klimapolitik

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben sowie die Vorstandsvorsitzenden der STEAG Aktiengesellschaft und der EVN AG haben am 20. November 2006 in Duisburg-Walsum den Grundstein für ein neues Steinkohlekraftwerk gelegt. Es werde das derzeit modernste in Deutschland, sagte Gabriel bei der Feierstunde. Der Umweltminister pries das Kohlekraftwerk als Maßnahme zum Klimaschutz: Solche Investitionen in "hohe Wirkungsgrade" mit "weniger CO2" kämen zum richtigen Zeitpunkt. Für den Umweltminister trägt das neue Kohlekraftwerk zum Umweltschutz bei. Das neue fossile Großkraftwerk soll einen Wirkungsgrad und somit eine Brennstoffausnutzung von 45 Prozent erreichen. Umweltschützer verweisen darauf, dass dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen den Brennstoff hingegen zu über 80 oder sogar über 90 Prozent ausnutzen.

Dennoch ist auch für STEAG-Vorstandschef Alfred Tacke das fossile Großkraftwerk ein Beitrag zum Klimaschutz: "Mit dem Block Walsum 10 stellen wir uns nicht nur dem Wettbewerb, sondern werden gleichzeitig auch unserer Verantwortung in punkto Versorgungssicherheit und Klimaschutz gerecht". Mit Walsum 10 werde zum ersten Mal seit elf Jahren wieder ein Steinkohlekraftwerk in Deutschland errichtet.

Es gehöre zur 750 Megawatt (MW)-Klasse und werde einen Nettowirkungsgrad von rund 45 Prozent erreichen. Ein Schornstein sei nicht erforderlich, weil die Ableitung der "Rauchgase" über den Kühlturm erfolge. Der Block werde im Vergleich zu anderen Steinkohlekraftwerken bei gleichem Brennstoffeinsatz "mehr" Strom ins Netz geben. Stromabnehmer seien EVN und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG.

"Europa benötigt leistungsfähige und sichere Kraftwerke mit höchsten Umweltstandards. Dieses Projekt mit STEAG ist ein wichtiger Schritt, um für die künftigen Herausforderungen des europäischen Strommarktes gut gerüstet zu sein" sagte Burkhard Hofer, Vorstandsvorsitzender der EVN AG, einem börsennotierten österreichischen Energie- und Infrastrukturunternehmen mit Sitz in Maria Enzersdorf bei Wien.

Anfang November 2006 hatte die Bezirksregierung Düsseldorf STEAG und EVN auf Basis des im Juli 2006 erfolgten Vorbescheids die Zulassung zum vorzeitigen Beginn am Standort Duisburg-Walsum erteilt.