CO2 Retrospektive

Auch 2001 Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen | Klimasünder: USA bleibt weltweit größter Kohleverbraucher vor China

Pünktlich zum UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg veröffentlichen Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und GERMANWATCH die aktuelle Entwicklung der globalen energiebedingten Kohlendioxidemissionen in einem gemeinsamen Arbeitspapier. "Im letzten Jahr stieg der CO2-Ausstoß weltweit um weniger als ein Prozent. Damit hat sich der letztjährige Anstieg der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen in weit geringerem Maße fortgesetzt als in den vorangegangenen Jahren," fasst Dr. Werner Zittel (LBST) das zentrale Ergebnis des Papiers zusammen. "Das bedeutet jedoch, dass der CO2-Ausstoß weiterhin steigt," warnt Dr. Manfred Treber von GERMANWATCH. "Seit 1990 sind die weltweiten CO2-Emissionen insgesamt um ca. 9 Prozent angestiegen."

Nachrichten CO2

  • BDI will geringe Haftung bei Experimenten zur CO2-Speicherung
  • "Technik nicht unnötig verteuern"
  • EU-Kommission will CO2-Richtlinie angeblich gegen deutsche Industrie durchsetzen
  • Schwere Oberklasse
  • CO2-Richtlinie in Europa umsetzbar
  • CO2-Minderung
  • Bundestag beschließt neue Kfz-Steuer
  • Hubraum und CO2-Ausstoß
  • Unions-dominierter Bundesrat gegen EU-Umweltpläne bei Pkw
  • Begrenzung des CO2-Ausstoßes
  • Für weniger CO²
  • CarboEurope startet
  • Zahlenpfusch - CO2-Ausstoß der Industrie weggelassen
  • Klimaziel verfehlt
  • Greenpeace-Aktion für Tempo 120 auf Autobahnen
  • "9 Prozent weniger CO2"
  • Auch CO2-neutrale Kohlenutzung würde Dutzende Lausitzer Dörfer fressen
  • "Clean coal" ist keine saubere Energie
  • Klimaschutzziele für Deutschland
  • Gesundheits- und Klimaschutz
  • Umweltschützer beklagen "irreführende Fakten" in Tempolimit-Diskussion
  • 40 Millionen Tonnen CO2
  • Weltweite CO2-Emissionen im Jahr 2002 angestiegen
  • Kohleverbrauch nimmt vermutlich wegen hoher Rohölpreise zu
  • 2003 mehr CO2-Emissionen in Deutschland
  • Klimaziel in Gefahr
  • Fluorierte Treibhausgase klimaschädlicher als CO2
  • Klimaschutz
  • Umweltbundesamt erteilt Unternehmen Auskunft zum CO2-Markt
  • Emissionshandel
  • CO2-Werte in den letzten Jahren angestiegen
  • Treibhausgas
  • Deutsche Konzerne beantragen mehr CO2-Emissionsrechte als vorgesehen
  • CO2-Emissionshandel
  • Ausgabe der CO2-Emissionsberechtigungen für 2005 ist abgeschlossen
  • Klimagase
  • CO2-Zertifikatehandel für Autohersteller im Gespräch
  • "Superkompliziert"
  • "Emissionshandel besser als CO2-Obergrenzen für Autos"
  • FDP
  • Umweltverbände kritisieren abgeschwächte CO2-Grenzwerte für Pkw in Europa
  • Klimaschutz
  • Atomforum findet CO2-Belastung durch Kernenergie gering
  • Nicht CO2-frei
  • "CO2-Emissionen der Atomenergie ab 2050 so hoch wie die von Gaskraftwerken"
  • Atomenergie & Klimaschutz
  • Bürgerprotest gegen die Erweiterung des Kohle-Großkraftwerks Mannheim
  • 12 statt 8 Millionen Tonnen CO2
  • Umweltschützer rufen zum Boykott der MVV auf
  • G8-Regierungschefs sprechen 2008 über das Jahr 2050
  • CO2-Ausstoß halbieren
  • G8: Kohle und Kernenergie
  • Smid: Blumige Worte
  • Öko-Siegel für nachhaltiges Bauen geplant
  • CO2-Gebäudesanierungsprogramm
  • CCS-Gesetz soll Ausbau Erneuerbarer Energien gefährden
  • Gesetz zur CO2-Speicherung
  • Architektur als Antwort auf CO2 und Energieeffizienz
  • Informations-Reihe | Teil 1 von 6
  • Weitere CO2-Endlager in Brandenburg geplant
  • GRÜNE LIGA entlarvt Verschleierungstaktik
  • Besonders interessant ist die Entwicklung in den Industrieländern, die sich im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen dazu verpflichtet haben, ihre Emissionen bis 2000 gegenüber dem Wert von 1990 nicht zu steigern, sondern später sogar zu verringern. Tatsächlich gingen die Emissionen der Industrieländer zwischen 1990 und 2001 um etwa 1 Prozent zurück. "Dieser Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in den ehemaligen Zentralplanwirtschaften Mittel- und Osteuropas zurückzuführen. In den westlichen Ländern hingegen stieg der Ausstoß im selben Zeitraum - abgesehen von Deutschland (-11%), Schweden (-5%) und Großbritannien (-4%) - überall an", erklärt Zittel. Im Jahr 2001 sind die Emissionen der OECD-Mitgliedstaaten erstmals seit vielen Jahren zurückgegangen.

    Weltweit steigt der Kohleverbrauch weiterhin. Dabei wird Kohle als klimaschädlichster Energieträger eingestuft. 1990 war China der weltgrößte Kohleverbraucher und erhöhte seinen Kohleverbrauch bis 1996 um beinahe ein Viertel. Zwischen 1996 und 2000 allerdings sank der Kohleverbrauch Chinas - wiederum um etwa ein Viertel. 2001 nehmen die USA den führenden Platz unter den Kohleverbrauchern ein. Sie weisen den absolut höchsten Zuwachs beim Verbrauch von Kohle auf. "Der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen liegt in den USA an der Weltspitze.

    Es ist eine Schande, dass ein solches Land das Kyoto-Protokoll ablehnt mit der Begründung, wichtige Entwicklungsländer (wie z.B. China) wären von den Verpflichtungen des Protokolls ausgenommen", bewertet Treber das Versagen der US-Klimapolitik. Er fordert: "Die USA sollten aufhören, die internationale Klimapolitik zu blockieren. Stattdessen sollten sie endlich auch selbst mit wirksamem Klimaschutz beginnen."

    Am 02-09-2002

    Einfache Energiespartipps

    Der Verkehr in Deutschland ist bundesweit jährlich für ca. 21% des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Immer größer wird dabei der Anteil des Einkaufs- und Freizeitverkehrs. Doch ein Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen lassen sich problemlos vermeiden. Darauf macht die Deutsche Energie-Agentur (dena) anlässlich der Europäischen Woche der Mobilität aufmerksam. Im Rahmen der "Aktion Klimaschutz" zeigt die dena, wie jeder Einzelne einen beträchtlichen Anteil der CO2-Emissionen zum Beispiel im Bereich Mobilität einsparen kann.

    "Mit der Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen wir unser Klima. Ein intelligenter Verkehrmittelmix ist auch eine Entscheidung für den Klimaschutz", erklärt Kristina Steenbock, Geschäftsführerin der dena. "Nachhaltige Mobilität ist ein wichtiges Thema im Rahmen der Kampagne, denn der Verkehr ist einer der Hauptproblembereiche für den Klimaschutz." Die Wachstumsprognosen für den Individual- und Güterverkehr seien erschreckend hoch.

    Unterstützt wird die Kampagne von den zwei Pinguinen "Prima & Klima", die bundesweit für individuellen Klimaschutz werben. In der Broschüre "Lasst uns das Klima retten - 25 einfache Energiespartipps für zuhause und unterwegs" zeigen sie, wie man möglichst klimafreundlich mobil sein kann. Statt Kurzstrecke mit dem Auto zu fahren, lieber mal den öffentlichen Nahverkehr ausprobieren, empfehlen "Prima & Klima". Doch es muss nicht immer gleich umsteigen auf den öffentlichen Verkehr sein. Auf den richtigen Reifendruck achten gehören genauso zu den "Pinguin-Tipps" wie Dachgepäckträger bei Nichtbenutzung abmontieren und den Kofferraum entrümpeln, um den Spritverbrauch zu senken. Eine vierköpfige Familie kann nach dena-Angaben bis zu einem Drittel ihrer verkehrsbedingten CO2-Emissionen reduzieren.

    "Aktion Klimaschutz" ist eine bundesweite Informationskampagne zu den Möglichkeiten des individuellen Handelns für Klimaschutz im Alltag, die sich besonders an private Haushalte sowie Energieverbraucher aus den Bereichen Handel, Gewerbe und Dienstleistungen richtet. Auf der Homepage sind Informationen und Klimaschutztipps für den Alltag sowie die Klimaschutz-Broschüre verfügbar.

    "Technik nicht unnötig verteuern"

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert, dass noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zur Abscheidung und Speicherung von CO2 durch CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) verabschiedet wird. Die großen Energiekonzerne geben an, mit dieser Technik könne man CO2 aus Kohlekraftwerken sicher im Untergrund verschwinden lassen. BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf forderte anlässlich der Anhörung zum CCS-Gesetz im Bundeswirtschaftsministerium am Freitag, Deutschland sollte sich bei den Haftungsregelungen für die CO2-Speicherung an die Anforderungen halten, die laut EU-Richtlinie umzusetzen sind. "Derzeit geht der Gesetzentwurf deutlich darüber hinaus", kritisiert Schnappauf. "Das verteuert die neue Technik unnötig."

    Der BDI sieht in der Abscheidung und Speicherung von CO2 durch CCS-Technologie eine wichtige technologische Option, fossile Energieträger künftig klimafreundlich zu nutzen. "Die deutsche Wirtschaft ist bereit, diese Option zielstrebig weiter zu entwickeln", sagte Schnappauf. "Ein schnelles CCS-Gesetz sichert die notwendigen Investitionen in Demonstrationsvorhaben. Umweltschützer bezweifeln die Effektivität und die Langzeitsicherheit der Technik.

    Am 26. Feb. 2009 unter: politik

    Schwere Oberklasse

    Die EU-Kommission will das angepeilte Ziel von maximal 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer auch gegen den Widerstand der Autoindustrie bis 2012 in Europa durchsetzen. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) werden diese Vorgaben in der gerade erarbeiteten Richtlinie stehen. Dies bestätigt eine Sprecherin der EU-Kommission nach Angaben des Blattes. Die Richtlinie werde am 19. Dezember vorgestellt. Weitere Details werden laut Zeitung nicht genannt.

    An "Einzelheiten" der Richtlinie werde noch gefeilt. Dem Bericht zufolge haben sich zu diesem Zweck EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, Kommissionspräsident Manuel Barroso und sein Vize Günter Verheugen am Donnerstag getroffen.

    Die deutsche Autoindustrie hätte gern, dass bei den CO2-Vorgaben das unterschiedliche Gewicht von Fahrzeugen berücksichtigt wird. Denn im Unterschied etwa zu italienischen und französischen Herstellern sei sie stärker in der Oberklasse vertreten.

    Am 16. Nov. 2007 unter: nachrichten

    CO2-Minderung

    Deutsche Firmen sollen ihre Klimaschutz-Verpflichtungen künftig auch im Ausland erfüllen können. Nach einem Beschluss der Bundesregierung vom Mittwoch soll es den Unternehmen künftig ermöglicht werden, Klimaschutzprojekte gemeinsam mit Firmen in mittel- und osteuropäischen Staaten umzusetzen oder in Entwicklungsländern zu realisieren. Derartige Klimaschutzprojekte können nach Angaben des Umweltministeriums deutlich niedrigere Kosten für die Minderung von Treibhausgasemissionen erzeugen als Maßnahmen in Deutschland oder der Kauf von Emissionszertifikaten im europäischen Emissionshandel.

    Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte, es liege nun in der Entscheidung jedes Unternehmens, wie es seine klimaschutzpolitischen Beiträge erbringen wolle. Möglich seien Energieeinsparungen im eigenen Bereich wie auch der Kauf von Emissionszertifikaten am dynamisch wachsenden CO2-Markt, oder dadurch, dass Unternehmen für Projekte außerhalb Deutschlands beziehungsweise Europas Emissionsgutschriften erwerben. Dem Welt-Klima sei es egal, "wo Treibhausgase eingespart werden".

    Am 04. Mai. 2005 unter: arbeit

    Hubraum und CO2-Ausstoß

    Die zum 1. Juli geplante Reform der Kfz-Steuer hat die vorletzte Hürde genommen. Der Bundestag bestätigte am Donnerstag in Berlin den Vorschlag des Vermittlungsausschusses, wonach die mit dem Steuertausch verbundenen Ausgleichszahlungen an die Länder um 150 Millionen Euro auf knapp neun Milliarden Euro ab 2010 aufgestockt werden. Diese Einigung muss am Freitag noch vom Bundesrat bestätigt werden, eine Zustimmung der Länderkammer gilt aber als sicher. Damit ist der Weg frei, diese Steuer künftig am CO2-Ausstoß und am Hubraum eines Autos zu orientieren.

    Bisher stehen die Einnahmen aus der Kfz-Steuer den Ländern zu. Nach der Übertragung auf den Bund sollten sie als Entschädigung einen finanziellen Ausgleich von jährlich mehr als 8,8 Milliarden Euro erhalten. Ursprünglich wollten die Länder 205 Millionen Euro mehr bekommen. Im Vermittlungsverfahren wurde nun eine Summe von 8,991 Millionen vereinbart.

    Damit kann nun auch im Bundesrat über die Grundgesetzänderung abgestimmt werden, die während des Vermittlungsverfahrens auf Eis lag.

    Am 05. Mär. 2009 unter: nachrichten

    Begrenzung des CO2-Ausstoßes

    Die Pläne der EU-Kommission zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes von Pkw stoßen im Unions-dominierten Bundesrat auf scharfe Kritik. In einer am 14. März verabschiedeten Stellungnahme betont die Länderkammer, die EU-Vorlage werde weder den Klimaschutzzielen gerecht, noch sei sie "aus volkswirtschaftlicher Sicht hinnehmbar". Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Neuwagen ab 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer begrenzt werden. Halten sich Hersteller nicht an die Zielvorgaben, sollen sie eine stetig steigende Abgabe wegen Emissionsüberschreitung zahlen. Nach Auffassung des Bundesrates belastet das vorgeschlagene CO2-Regulierungsmodell "einseitig" die Hersteller größerer Fahrzeuge, während die Einsparpotenziale kleinerer Autos weitgehend ungenutzt blieben.

    Auch seien jährliche Strafzahlungen in Milliardenhöhe inakzeptabel, da sie die Investitionsfähigkeit insbesondere der "Premiumhersteller" schwächten und den Wettbewerb verzerrten.

    Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) betonte, Europa müsse beim Klimaschutz vorangehen, doch dürfe dies nicht zu einer Vernachlässigung industriepolitischer Interessen Deutschlands führen. Die Vorschläge der EU-Kommission richteten sich in erster Linie gegen leistungsstarke Fahrzeugmodelle, die vorwiegend in der Bundesrepublik produziert würden. Mit Blick auf die geplanten Strafen bezeichnete Wulff es als ungeklärt, ob eine "steuerähnliche Abgabe" überhaupt mit dem EU-Gesetzgebungsrahmen vereinbar wäre.

    Am 14. Mär. 2008 unter: nachrichten

    CarboEurope startet

    Die EU hat am Freitag, in Valencia/Spanien das Forschungsprojekt CarboEurope präsentiert. Im Zuge des von der EU-Kommission mit 25 Mio. Euro ausgestatteten Projekts soll der Frage nachgegangen werden, ob europäische Wälder, Boden- und Wiesenflächen die Lösung zur Reduktion von CO2- Emissionen sind. 15 Forschungsprojekten mit 160 Forschungsinstitutionen aus 20 Ländern sollen untersuchen, ob die Biosphäre eine geeignete Kohlenstoff-Senke ist. Vorläufige CarboEurope-Ergebnisse gehen von einer CO2- Absorptionsrate von bis zu 30 Prozent der jährlichen industriellen Emissionen der EU aus. CO2 in der Atmosphäre gilt als Hauptgrund der Klimaerwärmung.

    Die Biosphäre der Erde ist im Stande, mehr Kohlenstoff zu absorbieren als freizusetzen. Daher wird den Wäldern Europas prinzipiell ein große Rolle als CO2-Senke zugespielt. Letztendlich erhofft sich die EU durch CarboEurope den Fortschritt hin zum Kyoto-Ziel messen zu können, wie z.B. die geplante CO2-Reduktion in der Atmosphäre. Um das Ziel zu erreichen, wurde quer durch Europa ein Kohlenstoff- Überwachungsnetzwerk errichtet. Die Messungen werden analysiert und mittels eines Computersystems miteinander verbunden. CarboEurope analysiert zusätzlich, wie Klimaveränderungen die Kapazität der Biosphäre zur CO2-Absorption modifizieren und mitunter auch reduzieren könnten.

    Am 18. Okt. 2002 unter: artenschutz

    Klimaziel verfehlt

    Die Landesregierung Baden-Württemberg reduziert das Klimaschutzziel statt Kohlendioxid. Das Land habe sein Ziel "nur" 77 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid an die Atmosphäre abzugeben um fünf Prozent überschritten, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über veröffentlichte Daten zum Ausstoß von Treibhausgasen. Anstatt Alarm zu schlagen sei in der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes das Landesziel kurzerhand umgeschrieben worden. Um den Fehler zu verdecken, habe das Statistische Landesamt die CO2-Emmissionen der Industrie weggelassen. "Die Landesregierung kaschiert ihr Versagen im Klimaschutz durch unseriöse Zahlenspielereien", kritisiert Brigitte Dahlbender, die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg.

    Anstelle der Minderungsziele für den gesamten CO2-Ausstoß des Landes würde nun nur noch die "energiebedingten CO2-Emissionen" bis 2005 auf unter 70 Millionen verringert werden; beziehungsweise bis 2010 auf unter 65 Millionen Tonnen CO2 verringert werden.

    "Rund 2,2 Millionen Tonnen CO2 fallen somit einfach unter den Tisch", kritisiert Dahlbender. Während die "energiebedingten Emissionen" nur Kohlenstoffdioxid aus der Strom- und Wärmeproduktion und Verkehr stammenden CO2 meine, umfassten die "Gesamtemissionen" zusätzlich auch CO2 freisetzende Industrieprozesse.

    "Es ist schon schlimm genug, dass die Landesregierung keine aktive Klimaschutzpolitik betreibt. Wenn dann die ohnehin zu niedrigen Anforderungen durch statistische Taschenspielertricks noch weiter gesenkt werden sollen, ist dies nur noch peinlich", so Dahlbender.

    Am 16. Feb. 2005 unter: umwelt

    "9 Prozent weniger CO2"

    Mit einer symbolischen "Tempo 120"-Aktion vor dem Bundesverkehrsministerium in Berlin hat Greenpeace am 10. September für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geworben. Die Umweltschützer stellten Schilder von 27 Städten auf, in denen die Menschen nach ihrer Haltung befragt wurden. Nach Angaben des Greenpeace-Verkehrsexperten Marc Specowius hat sich dabei die überwiegende Mehrheit für ein Tempolimit ausgesprochen.

    "Die Stimmung in Deutschland kippt. Das sollte auch Bundesverkehrsminister Tiefensee berücksichtigen", sagte der Greenpeace-Experte.

    Rund ein Drittel aller Pkw-Kilometer werden laut Greenpeace auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland gefahren. Auf zwei Dritteln der Strecken gebe es nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Allein mit einer Begrenzung auf 120 Stundenkilometer könne der CO2-Ausstoß um neun Prozent oder 3,3 Millionen Tonnen pro Jahr verringert werden. Das entspreche dem Gesamtausstoß des Busverkehrs in Deutschland.

    Zudem würden bei Tempo 120 rund 1,35 Milliarden Liter Benzin und Diesel eingespart, so Greenpeace. Keine andere direkte Maßnahme habe ein annähernd so großes Potenzial. Die Politik sei nun gefordert, nicht nur Programme zu verkünden, sondern "endlich zu handeln".

    Am 10. Sep. 2007 unter: nachrichten

    "Clean coal" ist keine saubere Energie

    Vertreter des Naturschutzverbandes Grüne Liga äußern sich heute skeptisch zu der gestern vom Energiekonzern Vattenfall in Cottbus vorgestellten "clean coal"-Strategie. Mit einer neuen Technik soll dabei in Zukunft das bei der Verbrennung entstehende Klimagas CO2 aufgefangen werden. Die Grüne Liga wendet ein, dass die derzeit aktuellen Probleme der Braunkohlenutzung durch erste Schritte zu neuen Technologien nicht umweltverträglicher würden. So solle derzeit das Lacomaer Teichgebiet in Cottbus aus reinem Profitinteresse für den zweitgrößten Kohlendioxid-Emittenten der Bundesrepublik, das Kraftwerk Jänschwalde, vernichtet werden.

    "Wenn die Lausitzer Kohle, wie auf dem Symposium angekündigt, für mehrere Kraftwerksgenerationen reichen soll, müssten dafür Dutzende Dörfer umgesiedelt und damit gewachsene Kulturlandschaft unwiederbringlich vernichtet werden. Auch die ökologischen Probleme, wie die Zerstörung wertvoller Naturlandschaften und der enorme Grundwasserentzug würden weiter bestehen." sagt René Schuster, der die Grüne Liga im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg vertritt. "Ich bezweifle, dass diese Perspektive noch andere Investoren in die Lausitz lockt."

    Der geplante Neubau eines Kraftwerksblockes bei Boxberg gefährde langfristig den Fortbestand mehrerer sorbischer Dörfer in Nordsachsen. Hier wird (noch ohne jede CO2-Abscheidung) die Zerstörung des sorbischen Gebietes um Schleife mit derzeit etwa 1000 Einwohnern (Mulkwitz, Rohne und Mühlrose) vorbereitet. "Technik zur CO2-Abscheidung macht noch keine saubere Energiewirtschaft." konstatiert Schuster.

    Am 20. Mai. 2005 unter: arbeit

    Gesundheits- und Klimaschutz

    Bei der geplanten Neugestaltung der KFZ-Steuer forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch künftig die Einbeziehung weiterer Schadstoffe. Eine Berücksichtigung des Kohlendioxidausstoßes bei der Berechnung der Abgabe sei richtig und fördere den Kauf spritsparender Fahrzeuge. Die Pläne ermöglichten bis 2013 eine Senkung der CO2-Emissionen um 6,5 Millionen Tonnen.

    Ebenso wichtig sei jedoch die drastische Minderung von Dieselruß- und Stickoxidemissionen. Deshalb müssten die steuerlichen Vorteile für schadstoffarme Fahrzeuge beibehalten und ausgebaut werden. Dieselruß verursache allein in Deutschland den Krebstod von jährlich rund 8000 Menschen, Stickoxide seien u.a. für höhere Sommersmogwerte und Waldschäden verantwortlich.

    BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm: "Eine modernisierte KFZ-Steuer kann helfen, die Klimaschutzziele für Deutschland zu erreichen. Genauso wichtig sind aber auch Gesundheitsvorsorge und insgesamt drastische Schadstoffsenkungen. Der Autoverkehr bleibt auch mit einer modernisierten KFZ-Steuer Hauptemittent der gefährlichen Dieselrußpartikel. Hier muss vor allem die deutsche Autoindustrie handeln und endlich Dieselrußfilter serienmäßig anbieten."

    Ebenso notwendig wie die Neugestaltung der KFZ-Steuer sei auch eine Weiterführung der Ökosteuer. Sie verteuere den Ressourcenverbrauch und senke zugleich den Schadstoffausstoß.

    Am 27. Jan. 2004 unter: nachrichten

    40 Millionen Tonnen CO2

    Nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und der Gesellschaft für ökologische Forschung operiert die Bundesregierung in der Tempolimit-Diskussion mit "irreführenden Fakten". Alle deutsche Bundesregierungen, unabhängig von ihrer politischen Zusammensetzung, würden "mit immer gleichen und teilweise irreführenden Behauptungen" ein Tempolimit in Deutschland bis heute verhindern, kritisiert Wolfgang Zängl von der Gesellschaft für ökologische Forschung. In der Diskussion um ein Tempolimit behaupteten Verkehrsminister Tiefensee und Umweltminister Gabriel immer wieder, es gäbe auf 98 Prozent der deutschen Straßen bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen. "Dabei werfen sie jedoch Innerortsstraßen und Kreisstraßen in einen Topf mit den Autobahnen", meint DNR-Generalsekretär, Helmut Röscheisen. "Richtig ist, dass auf über der Hälfte aller Autobahnkilometer dauerhaft ohne Beschränkung gerast werden darf. Mit ihren Zahlenspielereien führen Gabriel und Tiefensee die Öffentlichkeit gezielt in die Irre."

    Die Minister spielten zudem die Effekte eines Tempolimits für den Klimaschutz herunter. Dabei könnten mindestens 40 Millionen Tonnen CO2 bis 2020 eingespart werden, wenn ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer sofort eingeführt würde, so die Umweltschützer. Nach Auffassung von Zängl macht sich die Bundesregierung mit ihrem Eintreten für mehr Klimaschutz in Europa völlig unglaubwürdig, solange Deutschland als einziges Industrieland weltweit ein Tempolimit verweigere.

    Der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, Michael Gehrmann, sieht bei einem Tempolimit die Chance, tödliche Unfälle zu vermeiden. Verkehrsminister Tiefensee habe zur derzeitigen internationalen UN-Woche der Verkehrssicherheit das raue Verkehrsklima auf Deutschlands Straßen thematisiert. "70 Prozent aller tödlichen Unfälle finden auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit statt", so Gehrmann. "Über die Hälfte davon aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Durch Tempo 120 könnte Tiefensee schnell und einfach die Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren und Tausenden von Menschen Verletzungen ersparen."

    Am 27. Apr. 2007 unter: nachrichten

    Am 17-09-2002

    Kohleverbrauch nimmt vermutlich wegen hoher Rohölpreise zu

    Die weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen sind im Jahr 2002 um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Arbeitspapier von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und Germanwatch hervor, das die aktuelle Entwicklung der globalen energiebedingten Kohlendioxidemissionen analysiert. Dem Papier zufolge blieben die Emissionen der Industrieländer konstant, während die Entwicklungsländer eine Zunahme um 7 Prozent verzeichneten. Doch hinter den gegenläufigen Bilanzen von Industrie- und Entwicklungsländern verberge sich eine andere Wahrheit.

    Der scheinbare Erfolg der Industriestaaten beruhe immer noch auf der Rezession in den ehemaligen Ostblockländern; die meisten westlichen Industrieländer weisen seit 1990 praktisch keine Fortschritte bei der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen auf. "Nach offiziellen Projektionen für die hochindustrialisierten Länder wird bis zum Jahr 2010 mit einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber 2000 gerechnet," berichtet Manfred Treber, Klimareferent der Nord-Süd-Initiative Germanwatch. "Wenn sich das nicht ändert, wird kein Entwicklungs- oder Schwellenland irgendwelchen Einschränkungen durch klimapolitische Maßnahmen zustimmen, die es selbst betrifft."

    Unter den Entwicklungs- und Schwellenländern weisen Thailand, Malaysia und Südkorea mit einer Zunahme um jeweils rund 120 Prozent den höchsten Anstieg von 1990 bis 2002 auf. Entwicklungsländern wird derzeit - angesichts ihrer geringen Pro-Kopf-Emissionen - weiteres Emissionswachstum zugebilligt. "Einiges spricht allerdings dafür, dass die starke Zunahme in den Entwicklungsländern im letzten Jahr teilweise ein statistischer Effekt ist. Möglicherweise war beispielsweise der Rückgang der Emissionen in China Ende der 90er Jahre nicht so stark wie bislang dargestellt, so dass die höheren Emissionen Chinas im Jahr 2002 teilweise auf einer Anpassung der Daten beruhen," erklärt Werner Zittel von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik.

    Eine weitere, bedenkliche Erkenntnis des Arbeitspapiers: "Zwar findet seit 1990 erfreulicherweise weltweit ein leichter Rückgang der Kohlenstoffintensität statt, was vor allem am sinkenden Anteil der Kohle am Energieverbrauch liegt." In den letzten beiden Jahren jedoch habe die Kohlenstoffintensität - diese gibt an, wie viel Kohlendioxid pro verbrauchter Energiemenge frei wird - wieder zugenommen - vermutlich wegen des hohen Ölpreises und der in der Folge wieder angestiegenen Nutzung von Kohle. Das gälte auch für den weltgrößten Verursacher von Treibhausgasen, die USA. "Es ist eine Schande, dass in dem Land, das ohnehin den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen hat, auch noch der Kohleverbrauch ansteigt," beklagt Treber. "Das US-Emissionswachstum von 1990 bis 2000 lag doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt." Demgegenüber verzeichnete China in den letzten Jahren insgesamt sogar einen Rückgang des Verbrauchs von Kohle als seinem wichtigsten Energieträger. In den vergangenen beiden Jahren stieg der Kohleverbrauch in China zwar wieder an, 2002 lag er aber immer noch unter dem Wert von 1997.

    Das Arbeitspapier rechnet die im jährlichen "BP Statistical Review of World Energy" ausgewiesenen Energieverbrauchswerte in Kohlendioxidemissionen um. Die so entstehenden absoluten Emissionswerte seien bestens geeignet, um Trends und die relative Entwicklung der Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger abzubilden.

    Am 14-07-2003

    Klimaziel in Gefahr

    Die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland sind im Jahre 2003 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf knapp 837 Millionen Tonnen gestiegen, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 10/2004. Insbesondere die kalte Witterung im ersten Quartal führte zu dieser Emissionssteigerung, während die schwache Konjunktur emissionsdämpfend wirkte. Temperaturbereinigt errechnet sich ein Rückgang um 5,4 Millionen Tonnen CO2 (-0,6 Prozent).

    In Anbetracht der wirtschaftlichen Stagnation ist der Rückgang der temperaturbereinigten Emissionen eher gering. Damit setzt sich die Tendenz einer nur noch verhaltenen Emissionsminderung fort. Gleichwohl gehört Deutschland noch immer zu den wenigen Industrieländern, in denen die CO2-Emissionen in den 90er Jahren reduziert worden sind. So waren die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahre 2003 im Vergleich zum international vereinbarten Basisjahr 1990 unbereinigt um reichlich 15 Prozent und temperaturbereinigt um nahezu 17 Prozent niedriger. Der größte Teil dieser Verminderung fiel allerdings in die erste Hälfte der 90er Jahre.

    Angesichts des nur noch mäßigen Rückgangs danach wurde inzwischen das frühere nationale Reduktionsziel für 2005, wonach die CO2-Emissionen bis dahin gegenüber 1990 um ein Viertel gesenkt werden sollten, offenkundig aufgegeben und das international verbindlich vereinbarte Ziel für 2008/2012, die Treibhausgasemissionen bis 2008/2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, als maßgeblich herausgestellt. Ohne eine konsequente Fortsetzung der klimaschutzpolitischen Anstrengungen besteht freilich die Gefahr, dass auch dieses weitaus weniger ambitionierte Ziel verfehlt werden könnte. Es besteht also nach wie vor Handlungsbedarf. Mit dem bevorstehenden Emissionshandel sollte es aber möglich sein, zum Erreichen dieses Ziels beizutragen.

    Am 04-03-2004

    Klimaschutz

    Fluorierte Treibhausgase schädigen das Klima bis zu 24.000 mal mehr als CO2. Das ist das Ergebnis eines Berichts des Umweltbundesamtes (UBA). Allein in den Klimaanlagen der Pkw in Deutschland seien rund 13.700 Tonnen fluorierte Treibhausgase enthalten. Doch auch in vielen anderen Bereichen des alltäglichen Lebens würden fluorierte Treibhausgase eingesteztwie zum Beispiel in Dämmstoffen und in Sprühdosen. Außerdem werden sie als Kälte- und Treibmittel eingesetzt. 1997 wurden die fluorierte Treibhausgase in die Verpflichtungen zur internationalen Emissionsreduktion im Rahmen des Kyoto-Protokolls aufgenommen. Tatsächlich beeinflussen die Ersatzgase die Ozonschicht nicht - dafür seien sie wesentlich klimaschädlicher als CO2.

    Der Bericht des UBA zeige, dass es für viele Bereiche heute Alternativen, inzwischen auch für die Auto-Klimaanlagen gibt. Die Hersteller hätten innovative Lösungen mit CO2 als Kältemittel entwickelt, die das Klima weniger schädigten. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes fordert: "Nun gilt es diese Technik schnellstmöglich in neue Modelle einzubauen." Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Entwickelt wurden die fluorierten Treibhausgase von der chemischen Industrie vor allem als Ersatzstoffe für die ozonschichtschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW).

    Der Bericht ist das Ergebnis von Fachgesprächen zwischen Bundesumweltministerium, UBA und den Experten betroffener Industrien und Institutionen. Er trägt den Namen "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren - Technische Maßnahmen zum Klimaschutz" undbeschreibt vor allem die technischen Maßnahmen zum Ersatz von fluorierten Treibhausgasen. Neben bereits heute bestehenden Substitutionsmöglichkeiten sind auch weitere andere Maßnahmen für Emissionsminderungen beschrieben. Damit ist der Bericht auch ein Beitrag für die Beratungen zum Verordnungsentwurf über bestimmte fluorierte Treibhausgase, der von der Europäischen Kommission vorgelegt wurde.

    Am 10-06-2004

    Emissionshandel

    Unternehmen, die Zweifel haben, ob ihre Anlagen emissionshandelspflichtig sind, erhalten vom Umweltbundesamt (UBA) dazu Auskunft. 200 von insgesamt etwa 1.700 betroffenen Unternehmen haben sich mit dieser Frage an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) gewandt. "75 Prozent der Antworten sind versandt, die restlichen 25 Prozent der anfragenden Unternehmen können in den nächsten Tagen mit einer Antwort rechnen", so Hans-Jürgen Nantke, Leiter der DEHSt.

    Die im Umweltbundesamt geübte Praxis der Auskunftserteilung zur Frage der Emissionshandelspflichtigkeit einzelner Anlagen wurde vom Verwaltungsgericht Augsburg in einem Beschluss vom 01. September 2004 bestätigt (Aktenzeichen: Au E 04.1237). Damit hat sich das Verwaltungsgericht positiv zur durchgehend praktizierten Informationspolitik des Umweltbundesamtes ausgesprochen. "Wir werden die Anlagenbetreiber auch in Zukunft im rechtlichen Neuland Emissionshandel durch Beratung und Auskunft nach Kräften unterstützen, dies sollten aber auch die Landesbehörden mit ihren konkreten Kenntnissen über die dem Emissionshandel unterliegenden Anlagen tun", so Nantke. Augsburg Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Augsburg ging es um die Frage, ob das Umweltbundesamt über seine bisherige Auskunftspolitik hinaus verpflichtet ist, rechtsverbindlich durch Verwaltungsakt zu entscheiden, ob eine Anlage dem Anwendungsbereich des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) unterfällt oder nicht. Das Verwaltungsgericht hat dies verneint und die Auskunftsschreiben der DEHSt als ausreichend im Sinne der verwaltungsverfahrensrechtlichen Auskunftspflicht bezeichnet.

    Am 10-09-2004

    Treibhausgas

    Die CO2-Werte sind in den Jahren 2002 und 2003 stark angestiegen. Das berichten Forscher in den britischen Zeitungen The Independent und The Guardian. Demnach sind bei jüngsten Messungen am Mauna Loa Vulkan in Hawaii die CO2-Werte stärker angestiegen, als in den vorhergehenden Jahrzehnten. In den vergangenen Dekaden seien die Kohlendioxid-Gehalte auf etwa 1,5 ppm (Teilchen pro Millionen) gestiegen. In den Jahren 2002 und 2003 seien diese Werte aber auf über zwei ppm geklettert. Experten warnen nun davor, dass die Erde diese großen Mengen des Treibhausgases nicht mehr absorbieren könne, berichtet BBC-online.

    Am Observatorium des Mauna Loa werden vom Forscher Charles Keeling von der Universität von Kalifornien in San Diego seit 1958 die Kohlendioxid-Werte gemessen und aufgezeichnet. Änderungen der Konzentration seien bis vor etwa 20 Jahren natürlichen Wetterextremen zugeschrieben worden. Keeling ist jedoch der Ansicht, dass die Zunahme in den vergangenen Jahren Grund zur Besorgnis gebe. "Der Anstieg der Werte um mehr als zwei ppm in den vergangenen zwei Jahren ist ein Phänomen", so der Wissenschaftler, der einräumt, dass es möglich sei, dass dies einfach eine Folge der natürlichen Ereignisse sei. "Es ist aber auch möglich, dass dies der Anfang eines bisher noch nie da gewesenen Prozesses ist", erklärt Keeling.

    Es könnte die Abkoppelung der südlichen Oszillation von den El-Nino-Ereignissen sein, die selbst durch erhöhte CO2-Werte in der Atmosphäre angeheizt werden. Es sei auch möglich, dass es sich um eine Verringerung der globalen Aufnahmefähigkeit von Kohlendioxid durch die Meere und Wälder handelt. Dass selbst kleine Veränderungen der globalen CO2-Werte tatsächlich bedrohlich sind, meint auch Piers Forster von der University of Reading. "Sämtliche Berechnungen über globale Erwärmung müsste neu gemacht werden", so der Experte, der auch zu bedenken gibt, dass noch höhere CO2-Konzentrationen die bisherigen Szenarien noch verschärfen würde. Der Forscher meint, dass nunmehrige Aktionen zu einer Verringerung der CO2 erst in der kommenden Generation spürbare Auswirkungen haben werden.

    Am 11-10-2004

    CO2-Emissionshandel

    Deutsche Konzerne fordern mehr als die vorgesehenen 495 Millionen Tonnen CO2-Emissionsrechte. Mit den geforderten Emissionsrechten würde das geplante Budget nach Angaben des Umweltbundesamts um 14 Millionen Tonnen überstiegen werden. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau beanspruchten insbesondere der Energieriese Eon, die Stahlbranche und Teile der Zementindustrie mehr der kostenlosen Zertifikate. Die genaue Verteilung wird nach Angaben des Umweltbundesamts vor Weihnachten bekannt gegeben. Jedes der vom Emissionshandel betroffenen Unternehmen muss für seinen CO2-Verbrauch Zertifikate vorweisen. Liegen die geplanten Emissionen über den zugeteilten Emissionsrechten, muss es CO2-Zertifikate dazukaufen - oder Emissionen einsparen. Der Umweltexperte des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Klaus Mittelbach hält die Zertifikat-Vergabe für zu knapp.

    Eon und andere Unternehmen haben laut "Handelsblatt" von einer Sonderregelung Gebrauch gemacht. Diese Sonderregelung beträfe neue Betriebs-Anlangen, die unter bestimmten Voraussetzungen einen gleich hohen CO2-Verbrauch wie alte Anlagen beantragen könnten. Der Energie-Konkurrent von Eon, RWE, bräuchte dagegen keine weiteren Zertifikate. Weil durch die beantragten Zertifikaten mit Kürzungen für die anderen zu rechnen sei, hätte sich RWE bei der Regierung beschwert. In Regierungskreisen heiße es, dass Anlagen ohne Sonderregelung einen Ausgleich erhalten sollen, um "ihre Belastungen nicht zu groß werden zu lassen."

    Die überhöhten 14 Millionen Tonnen CO2-Emissionen würden durch Streichungen getilgt werden, so Katja Rosenbohm von der deutschen Emissionsstelle. Unter die Kürzungen fielen all jene Anträge, die nicht Sonderregelungen sind. So sind von den Kürzungen weder Prozess bedingte Emissionen während des Produktionsverlaufs, noch Unternehmen betroffen, die früh CO2 reduzierend produzierten.

    Insgesamt werden etwa 1860 Unternehmen Zertifikate vergeben, die dann innerhalb der EU frei handelbar sind. An der Leipziger Börse werden regelmäßig der Marktpreis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid bekannt gegeben. Die Frankfurter Rundschau berichtet von 8,70 Euro pro Tonne CO2.

    Das 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll sieht das marktwirtschaftliche Instrument des Emissionshandels vor, um die angestrebte Reduktion von Treibhausgasen so kostengünstig und unternehmensfreundlich wie möglich zu gestaltetn. Das Protokoll wurde von den meisten Industrieländern mit Ausnahme der USA ratifiziert. Mit der immer wieder hinausgezögerten Ratifizierung durch Russland trat das Kyoto-Protokoll in diesem Jahr in Kraft.

    Mit dem Protokoll verpflichten sich die Industrieländer den CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2012 um fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Von insgesamt sechs Treibhausgasen des Kyoto-Protokolls wird zunächst nur Kohlenstoffdioxid (CO2) erfasst. Beginn des Emissionshandel ist 2005.

    Am 06-12-2004

    Klimagase

    Der Handel mit Emissionsrechten für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid läuft nach Plan: Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) hat die 495 Millionen Emissionsberechtigungen für das Jahr 2005 nahezu vollständig ausgegeben. Von diesen Berechtigungen sind in Deutschland seit März bereits über acht Millionen transferiert - das heißt gehandelt - worden. Auch das Zusammenspiel zwischen dem deutschen Register und dem europäischen Zentralregister CITL (Community Independent Transaction Log) in Brüssel sowie den anderen sechs Mitgliedstaaten, deren Register online sind, funktioniere reibungslos.

    Professor Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, sagte aus diesem Anlass: "Damit ist unter Beweis gestellt, dass der EU-Emissionshandel voll funktionsfähig ist. Die Unternehmen sollten jetzt die neue Flexibilität zum Umweltschutz und die Chancen beim Kohlendioxid-Handel nutzen". Bisher sind sieben der 25 nationalen Register der EU-Mitgliedstaaten im Einsatz und durch das Zentralregister verbunden. Jede nationale und internationale Transaktion in der EU wird darin überprüft und bestätigt. Zu den sieben freigeschalteten Registern gehören auch die zweier weiterer "großer" Teilnehmer am Emissionshandel mit hohen Gesamtemissionen: Großbritannien und Frankreich haben, obwohl die Ausgabe der Emissionsberechtigungen an die Anlagenbetreiber dort noch nicht abgeschlossen ist, den Handel bereits freigegeben.

    Nur für wenige der 1.849 Anlagen in Deutschland konnte im nationalen Emissionshandelsregister bisher kein Anlagenkonto eröffnet werden. Entweder haben in diesen Fällen Anlagenbetreiber die erforderlichen Unterlagen noch nicht abgegeben oder die Anlagen fallen nicht oder nicht mehr unter die Emissionshandelspflichtigkeit.

    Zudem hat die DEHSt bereits mehr als 70 Personenkonten eingerichtet, rund 30 weitere sind beantragt. Diese Personenkonten nutzen vor allem nationale und internationale Händler von Emissionsberechtigungen. "Wie das Volumen der transferierten Emissionsberechtigungen zeigt, nimmt der Handel stetig zu," sagt Dr. Hans-Jürgen Nantke, Leiter der DEHSt. "Einen noch stärkeren Handel erhoffen wir uns, wenn auch die europäischen Länder dabei sind, die ihre Emissionsberechtigungen bisher noch nicht ausgegeben haben."

    Der europäische Emissionshandel startete am 1. Januar 2005 als neues marktwirtschaftliches Instrument im Klimaschutz. Die teilnehmenden Unternehmen aus den Wirtschaftssektoren Energie und Industrie, die klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, müssen seitdem über Emissionsberechtigungen verfügen. Hat ein Unternehmen nicht genügend Berechtigungen zur Verfügung, kann es seinen CO2-Ausstoß verringern, indem es klimafreundliche Technologien und Brennstoffe nutzt - oder es muss zusätzliche Berechtigungen am Markt erwerben. In Deutschland hat die DEHSt für 2005 495 Millionen Emissionsberechtigungen für bestehende Anlagen ausgegeben. Für neue Anlagen ist eine Reserve von drei Millionen Emissionsberechtigungen vorgesehen.

    Am 16-06-2005

    "Superkompliziert"

    Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat skeptisch auf den Vorschlag von EU-Kommissar Günter Verheugen reagiert, die Automobilindustrie in den Emissionshandel einzubeziehen. "Auf den ersten Blick hört sich das für mich superkompliziert an", sagte Gabriel am Dienstag in Berlin. Es mag Gründe für ein solches Vorgehen geben, doch sei er "da sehr zurückhaltend". Vielmehr solle das jetzige Emissionshandelssystem erst einmal in Gang gebracht und transparent gestaltet werden. Verheugen hatte in einem Automobil-Magazin angekündigt, dass die EU-Kommission auf die Verfehlung der Klimaschutzziele durch die europäischen Autohersteller mit der Einführung eines Zertifikathandels für Kohlendioxid (CO2) reagieren wolle.

    Eine zweite freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller werde die EU nicht akzeptieren. Die italienischen und französischen Autobauer seien nicht mehr willens die deutschen bei den Emissionen ein zweites Mal zu subventionieren, zitierte das Magazin den EU-Kommissar in einem Vorabbericht.

    Die französischen Hersteller erreichen den Angaben zufolge derzeit einen Flottenausstoß von rund 150 Gramm CO2 pro Kilometer, während deutsche Oberklassehersteller wie BMW und Mercedes bei 180 bis 190 Gramm lägen, Porsche sogar bei 300 Gramm.

    Verheugen sagte, dass die von der EU in einer gesetzlichen Regelung geplante Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf 120 Gramm pro Kilometer ab 2008 insbesondere von deutschen Herstellern kaum eingehalten werden könne. "Kfz-Technologie allein wird nicht ausreichen", behauptete Verheugen, "also geht es auch um Verkehrsinfrastruktur, Verkehrslenkung, Stauvermeidung, Reifen und Kraftstoffe. Ich habe deshalb schon darüber nachgedacht, auch im Automobilbereich den Handel von Emissionslizenzen einzuführen", sagte Verheugen dem Blatt.

    Gabriel verwies darauf, dass der EU-Umweltrat sich im Februar in einer "Orientierungsdebatte" damit befassen wolle, dass die Selbstverpflichtung der europäischen Automobilindustrie auf Absenkung des CO2-Ausstoßes auf 140 Gramm pro Kilometer und danach auf 120 Gramm voraussichtlich nicht einzuhalten sei. Dabei wolle er zunächst abwarten, welche Vorschläge es dazu von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten geben werde. Ziel sei, dann möglichst in der Umweltrat-Sitzung im Juni einen gemeinsamen Standpunkt zu erreichen.

    Am 16-01-2007

    FDP

    Die traditionell der Industrie nahestehende FDP-Bundestagsfraktion spricht sich für einen Emissionshandel für Pkw aus. Dies sei "besser als als CO2-Obergrenzen für Autos", meinen der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Michael Kauch und der Sprecher für europäische Verkehrspolitik Patrick Döring, anlässlich der Veröffentlichung eines Strategiepapiers der EU-Kommission zur Senkung des CO2-Ausstoßes von Automobilen.

    "Nach der Einigung innerhalb der EU-Kommission erwarten wir, dass geplante gesetzliche Vorgaben auf EU-Ebene bei C02-Obergrenzen nach Autoklassen differenzieren", fordern die Politiker. Dies müsse eine notwendige Voraussetzung für eine deutsche Zustimmung im Ministerrat sein.

    Die FDP-Bundestagsfraktion sei aber darüber hinaus "grundsätzlich der Meinung, die Einbeziehung des Verkehrs in den CO2-Emissionshandel wäre für den Klimaschutz besser als die Orientierung am Flottenverbrauch." Dabei setze die FDP auf eine am Treibstoffverbrauch orientierte Emissionsbegrenzung. "Wenn die Emissionsrechte zwischen Verkehr, Industrie und Energiewirtschaft untereinander frei handelbar wären, könnten die Emissionsrechte dort gekauft werden, wo die CO2-Vermeidungskosten am geringsten sind. Kosteneffizienz wäre gut für das Klima, die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Deutschland."

    CO2-Obergrenzen - auch differenziert nach Fahrzeugklassen – seien "nicht das wirksamste Mittel für den globalen Klimaschutz". Denn nicht der potenzielle CO2-Ausstoß eines Automobils belaste das Klima, sondern der durch den individuellen Treibstoffverbrauch verursachte tatsächliche CO2-Ausstoß. "Ein wenig gefahrenes Auto der Ober- oder Mittelklasse belastet nicht mehr als ein Kleinwagen im Dauereinsatz."

    Am 07-02-2007

    Klimaschutz

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt das am Mittwoch von der EU-Kommission in Brüssel vorgestellte Konzept zur Minderung der Klimagase von Pkw strikt ab. Mit der Einberechnung unverbindlicher so genannter "weicher Maßnahmen" werde der Autoindustrie eine Hintertür geöffnet, durch die sie sich aus ihrer Selbstverpflichtung zum Klimaschutz davonschleichen könne. Das von der Europäischen Union anvisierte Ziel, bis 2012 die CO2-Emissionen neuer Pkw im Flottendurchschnitt motorseitig auf 120 Gramm pro Kilometer zu senken, sei dem Druck deutscher Autohersteller zum Opfer gefallen.

    Nach dem jetzt veröffentlichten Konzept soll die europäische Autoindustrie den durchschnittlichen CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2012 lediglich auf 130 Gramm pro Kilometer reduzieren. Weitere zehn Gramm sollen unter anderem über die Einrechnung von Biokraftstoffen eingespart werden. „Deutschland und Europa werden bei ihren Klimaschutzbemühungen unglaubwürdig", kritisierte Hermann-Josef Vogt vom Bundesvorstand des Verkehrsclub Deutschland (VCD) den Kompromiss der EU-Kommission.

    Weiter sagte Vogt: „Bundeskanzlerin Merkel hat maßgeblich zu diesem unsäglichen Kompromiss beigetragen. Mit ihrer jetzigen Politik wird die Bundesregierung in den Augen der europäischen Partner zunehmend zum Lakaien der Autoindustrie. Wir fordern Frau Merkel auf, endlich klimapolitische Vernunft walten zu lassen und mit strengen Vorgaben die Treibhausgase im Verkehr zu senken."

    Die Autoindustrie scheine alle Warnungen der IPCC-Klimaforscher vor der Aufheizung der Erdatmosphäre in den Wind schlagen zu wollen. Jedes verkaufte Auto, das den Emissionsdurchschnitt nach oben treibe, sei laut BUND "ein Anschlag auf den Schutz des globalen Klimas".

    Für den Klimaschutz fordert der VCD auch ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Laut einer neuen Forsa-Umfrage sprächen sich 60 Prozent der Deutschen für eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Dieser könne durch eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um zehn Prozent reduziert werden. Darüber hinaus würden durch ein Tempolimit Motoren und zum Beispiel Reifen kleiner und damit leichter. So könnten zusätzlich bis zu 30 Prozent an CO2 eingespart werden.

    Am 07-02-2007

    Nicht CO2-frei

    Vermutlich erstmals räumt das Deutsche Atomforum offiziell ein, dass es sich bei der Kernenergie nicht um eine CO2-freie Technik handelt. Allerdings: Von dem Verband wird wie auch von vielen anderen Verbänden und Wissenschaftlern die CO2-Belastung durch die Atomstromerzeugung als relativ niedrig angesehen. "Betrachtet man neben der CO2-freien Stromerzeugung selbst den kompletten Lebenszyklus der Kernenergienutzung, so bewegen sich die Treibhausgasemissionen zwischen 5 und 33 Gramm CO2-Äquivalent pro erzeugter Kilowattstunde", schreibt der Lobbyverband der Atomindustrie. Bei fossilen Energieträgern entstünden hingegen 399 bis 1.231 Gramm CO2-Äquivalent. Der Verband stützt sich auf zahlreiche nationale und internationale Studien, unter anderem vom Öko-Institut, der Europäischen Kommission und dem Paul Scherrer Institut.

    "Lebenszyklus-Analysen" berücksichtigen laut Atomforum "vor- und nachgelagerte Prozesse", also nicht nur die Stromerzeugung im Kraftwerk selbst. Diese umfassten im Wesentlichen den nuklearen "Rohstoffkreislauf" mit Urangewinnung, Uranumwandlung, Stromerzeugung, Abfallbehandlung sowie Wiederaufarbeitung; einschließlich Errichtung und Rückbau eines Kernkraftwerks.

    Dominierend ist offenbar der Einsatz fossiler Energieträger bei der Urananreicherung. Das "Emissionsband bei der Kernenergie" ist laut Atomforum "zu einem Großteil zurückzuführen auf die jeweils angewandte Technologie bei der Urananreicherung sowie der dort eingesetzten Energieform".

    Die Kernenergie werde wegen der relativ geringen CO2-Emissionen "den Anforderungen an eine umweltschonende Energieerzeugung voll und ganz gerecht und trägt entscheidend zur Klimavorsorge bei", meint der ehemalige Bundesbeamte Walter Hohlefelder, inzwischen Manager des Atomkonzerns E.On und Präsident des Deutschen Atomforum. "Es ist an der Zeit, dass wir in der Energiepolitik zu mehr Sachlichkeit zurückkehren. Haltlose Argumente nutzen Keinem, sondern schaden vielmehr."

    Am 21-03-2007

    Atomenergie & Klimaschutz

    Einer Studie der britischen Wissenschaftler-Gruppe "Oxford Research Group" zufolge soll die Atomenergie schon heute bis zu einem Drittel so viel Kohlendioxid (CO2) emittieren wie Gaskraftwerke. Und weil im Uranbergbau wegen des rückläufigen Urangehalts im Erz immer mehr fossile Energie eingesetzt werden müssten, werde die Atomenergie ab dem Jahr 2050 ebenso klimaschädlich sein wie fossile Gaskraftwerke, heißt es in der vom März veröffentlichten Untersuchung. "Damit ist die Legende von der klimafreundlichen Atomenergie endgültig vorbei", meint die Vorsitzende der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Angelika Claußen. "Selbst wenn die Atomenergie nur ihren geringen Beitrag von weniger als 3 Prozent zur weltweiten Energieversorgung beibehält, trägt sie immer stärker zur CO2-Belastung der Erdatmosphäre bei."

    Die Oxford Research Group beruft sich bei einem Teil ihrer Aussagen auch auf Veröffentlichungen der niederländischen Wissenschaftler Storm van Leeuwen und Smith vom August 2005 sowie der Universität von Sydney vom Dezember 2006. Demnach sollen die CO2-Emissionen der Atomenergie schon heute zwischen denen erneuerbarer Energien und fossiler Kraftwerke liegen, "keineswegs aber auf dem Niveau der Windenergie, wie die Atomwirtschaft behauptet".

    Während die produktionsbedingten CO2-Emissionen der Windenergie mit 11 bis 37 Gramm pro Kilowattstunde angegeben werden, produziere die Atomenergie schon heute 84 bis 122 Gramm CO2. Die Emissionen von modernen Gaskraftwerken lägen bei 385 Gramm.

    Laut Oxford Research Group entstehen derzeit bei der Gewinnung des Kernbrennstoffs für Atomkraftwerke und seiner Entsorgung 56 Gramm CO2. Hinzu kommen 28 bis 66 Gramm CO2 durch den Bau und den Rückbau der Atomkraftwerke. Macht zusammen besagte 84 bis 122 Gramm.

    In den kommenden Jahren werden laut Oxford Research Group die CO2-Emissionen der Atomenergie drastisch ansteigen: "Der Rohstoff Uran muss aus der Erdkruste durch eine Reihe von physikalischen und chemischen Prozessen gewonnen werden, die Energie verbrauchen und alle Kohlendioxid erzeugen", schreiben die Wissenschaftler. Je geringer der Urananteil des Erzes ist, desto mehr Material muss mit hohem Energieaufwand verarbeitet werden, was zu immer höheren CO2-Emissionen führt. Die Wissenschaftler rechnen daher damit, dass um das Jahr 2050 die Atomenergie pro Kilowattstunde ebenso viel CO2 in die Atmosphäre freisetzen wird wie Gaskraftwerke, wenn der heutige geringe Anteil der Atomenergie an der Weltenergieversorgung auch nur gehalten wird.

    Völlig unbekannt sei darüber hinaus, in welchem Maße die Atomenergie für die Freisetzung weiterer Treibhausgase verantwortlich sei. Zu diesen "weitaus klimawirksameren anderen Treibhausgasen" liegen seitens der Atomwirtschaft bislang keinerlei öffentlich zugängliche Zahlen vor, so die IPPNW.

    "Entgegen der Propaganda der Atomwirtschaft und der ihr genehmen Experten können Atomkraftwerke das Klima nicht retten", meint Claußen.

    Am 05-04-2007

    12 statt 8 Millionen Tonnen CO2

    Umweltschützer der Rhein-Neckar-Region wollen den Neubau eines Kohlekraftwerks in Mannheim verhindern. Anlass für die Kampagne der Initiative Klima + Energie Mannheim (ikema) ist der Beschluss des Aufsichtsrats der Großkraftwerk Mannheim AG (GKM) vom 14. Dezember 2007, einen zusätzlichen Steinkohleblock auf dem Kraftwerksgelände in Mannheim-Neckarau zu bauen. Die Umweltschützer kritisieren, dass mit dem neuen 900-Megawatt-Kraftwerksblock die Kraftwerkskapazität um 50 Prozent auf 2200 Megawatt erhöht werden solle. Der Kohlendioxidausstoß würde den Angaben zufolge von 8 auf 12 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen. Zudem sei "Block 9" für die Fernwärmeversorgung in Mannheim nicht erforderlich, wie ein Vorstandsmitglied des Unternehmens öffentlich eingeräumt habe. Statt eines neuen Kohlekraftwerks fordern die Umweltschützer eine Energiewende in Mannheim. Ihr Argument: "Effiziente Energienutzung, Energiesparen und der Einsatz erneuerbarer Energien schaffen Arbeitsplätze und stärken die Region."

    Die Initiative, die unter anderem getragen wird von der AntiAtom Gruppe Mannheim, attac Mannheim/Heidelberg, dem BUND Rhein-Neckar-Odenwald, Greenpeace Rhein-Neckar, der Klima-Aktions-Gruppe Heidelberg sowie von MetropolSolar Rhein-Neckar will alle möglichen Formen der Öffentlichkeitsarbeit nutzen, um die Stimmung in der Arbeiterstadt zu kippen. Schließlich stehen die Gewerkschaften hinter dem Vorhaben, das Kohlekraftwerk zu erweitern, in der Hoffnung auf den Erhalt von Arbeitsplätzen.

    Umweltschützer rufen zum Boykott der MVV auf

    Um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen, rufen die Umweltschützer zu einem Boykott der ehemaligen Stadtwerke MVV auf, die an den Neubauplanungen beteiligt seien. "Die Konzernchefs müssen auch finanziell spüren, dass die Bevölkerung in Mannheim den Kraftwerksneubau ablehnt", so Daniel Bannasch, Geschäftsführer von MetropolSolar Rhein-Neckar.

    Die Stromkunden der MVV sollen an den Infoständen der Kohle-Gegner dazu gebracht werden, zu Ökostromanbietern zu wechseln. "Ähnliche Aktionen und öffentlicher Druck haben bei den Protesten gegen ein Kohlekraftwerk in Bremen Wirkung gezeigt, die Planungen wurden mangels Wirtschaftlichkeit und wegen wachsender Kritik auf Eis gelegt", so Bannasch. An jedem zweiten Samstag soll es in Mannheim einen Infostand geben, um den Wechsel zu Ökostrom-Anbietern zu aktivieren.

    Die Umweltschützer prüfen auch rechtliche Schritte. "Wir lassen alle Möglichkeiten genauestens untersuchen", so Jochen Magerfleisch von Attac. "An den im letzten Jahr gescheiterten Standorten kamen bisher ganz unterschiedliche rechtliche Schritte zum Einsatz, von massenhaften Einwendungen etwa in Mainz bis hin zum erfolgreichen Bürgerbegehren in Ensdorf."

    Am 26-03-2008

    CO2-Ausstoß halbieren

    Nach monatelangem Ringen haben sich die acht führenden Industrienationen auf ein sehr langfristiges Ziel zum Klimaschutz verständigt. Sie wollen die Treibhausgase weltweit bis 2050 um mindestens 50 Prozent reduzieren, teilte Japans Ministerpräsident Yasuo Fukuda am Dienstag (8. Juli) auf dem G8-Gipfel in Toyako mit. Dies sei "Ziel und Orientierungspunkt", sagte er. Damit gehen die G8-Staaten nicht weit über die Vereinbarung des Gipfels von Heiligendamm von 2007 hinaus, wo vereinbart wurde, dass eine Halbierung des CO2-Ausstoßes "ernsthaft" geprüft werden sollte. Wie 2007 wird aber auch diesmal auf die UNO-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen verwiesen, wo endgültige Ergebnisse erwartet werden.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem "deutlichen Fortschritt". "An diesem Langfristziel wird die Weltgemeinschaft nicht mehr vorbeikommen", so Merkel. Sie verlangte, dass dafür auch die Schwellenländer einbezogen werden müssten. "Wir können den Anstieg nicht allein stoppen." Denn selbst wenn alle G8-Staaten kein CO2 mehr ausstießen, würden die klimaschädlichen Treibhausgase allein durch die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern drastisch steigen.

    Bislang hatten die USA sich geweigert, verbindlichen Zielen ohne die Einbeziehung der Schwellenländer zuzustimmen. Die Vereinbarung zur Umwelt und zum Klimaschutz des G8-Gipfels spricht von einer gemeinsamen "Vision" der Mitgliedsstaaten der UNO-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), eine Halbierung der Treibhausgase bis 2050 zu erreichen. Dieses Ziel solle im Rahmen der UN-Verhandlungen "geprüft und angenommen" werden.

    G8: Kohle und Kernenergie

    Auf dem Gipfel wurde ferner das Festhalten vieler Länder an der Atomkraft als ein Beitrag zum Klimaschutz anerkannt. Gleichzeitig wurde der Weg begrüßt, neue Möglichkeiten zur Gewinnung sauberer Energie durch die Abscheidung und Speicherung des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids zu beschreiten und diese Technologie bis 2020 einzuführen.

    Die G8-Staats- und Regierungschefs zeigten sich schließlich tief besorgt über den hohen Ölpreis und riefen die Erdölproduzierenden Länder zu größerer Förderung auf.

    Smid: Blumige Worte

    Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und BUND nannten die Ankündigung "halbherzig" und "beliebig". Die G8 hätten sich davor gedrückt, ein Ausgangsjahr für die Halbierung zu benennen, sagte Klimaexperte Karsten Smid und betonte: "Blumige Worte ersetzten keinen Klimaschutz."

    BUND-Chef Hubert Weiger bedauerte, dass die G8-Staaten wieder einmal nicht bereit gewesen seien, "eine ernstzunehmende Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel" zu übernehmen.

    Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte, die Industrieländer seien in erster Linie für den Klimawandel verantwortlich. Nur wenn sie bei den Treibhausgasen 80 Prozent bis 2050 einsparen, könnten sie einen realistischen Beitrag von den Ländern einfordern, "die verständlicherweise ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung geltend machen".

    "Die G8-Staaten hatten schon oft Visionen", sagte Linke-Umweltexpertin Eva Bulling-Schröter. Leider scheiterten diese am Ende meist an den Interessen diverser Wirtschaftszweige "und am schlechten Gedächtnis von US-Präsidenten".

    Die Union begrüßte die Klimaschutz-Ankündigung. Das G8-Treffen sei eine "Steilvorlage für ein erfolgreiches Kyoto-Nachfolgeabkommen", sagte Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU).

    Am 08-07-2008

    CO2-Gebäudesanierungsprogramm

    Mit einem Öko-Siegel will Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) umweltgerecht hergestellte oder umgerüstete Gebäude auszeichnen. Die ersten Siegel für nachhaltiges Bauen sollen im Januar kommenden Jahres vergeben werden, kündigte Tiefensee am Donnerstag (18. September) in der Bundestagsdebatte zum Verkehrshaushalt 2009 an. Der Etat von Tiefensee sieht eine Ausgabensteigerung um fast fünf Prozent gegenüber dem laufenden Jahr auf 25,6 Milliarden Euro vor.

    Tiefensee betonte, mit dem Öko-Siegel habe Deutschland "ein echtes Zeugnis" für nachhaltige Gebäude. Um eine solche Auszeichnung zu bekommen, seien klare Vorgaben für die wirtschaftliche, ökologische und städtebauliche Qualität von öffentlichen und privaten Gebäuden eingeführt worden. Die ersten Gütesiegel sollen auf der weltweit größten Baumesse, der Bau München, verliehen werden.

    Ferner will Tiefensee mit dem Etatentwurf 2009 die Ausgaben für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr fortschreiben. Damit könnten nicht nur für die Bürger Entlastungen durch sinkende Nebenkosten erreicht werden, sondern auch die Bauwirtschaft neue Impulse erhalten. Zudem werde ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Laut Tiefensee sind mittlerweile 730.000 Wohnungen entsprechend saniert worden.

    Aufgestockt werden soll ferner das Programm soziale Stadt, mit dem mehr Geld auch für Stadtumbau und Denkmalschutz in den alten Bundesländern ausgegeben werden könne. Zudem soll die Konversion von Industrie- und Militärbrachen verstärkt fortgesetzt werden.

    Im Verkehrsbereich sollen durch steigende Mauteinnahmen weitere Milliardeninvestitionen getätigt werden. Vorgesehen ist schließlich die weitere Förderung der Brennstoffzellentechnologie, die auch im Straßenverkehr stärker zur Anwendung kommen soll.

    Am 18-09-2008

    Gesetz zur CO2-Speicherung

    Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht sich in seiner Kritik am Gesetzentwurf zur "Regelung der Abscheidung, des Transports und der dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid" (CCS-Gesetz) durch die Stellungnahme des Sachverständigenrates für Umweltfragen am Mittwoch (6. Mai) bestätigt. Das Gesetz würde nach Einschätzung der Umweltberater der Bundesregierung dazu führen, dass begrenzte unterirdische Speicher durch eingelagertes CO2 langfristig blockiert würden. Das bedeute erhebliche Einschränkungen für Geothermieprojekte und behindere den Bau von Druckluftspeichern, mit deren Hilfe beispielsweise überschüssige Energie aus Wind- und Solarparks gespeichert werden könne.

    "Wir rufen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, dem Rat der Sachverständigen zu folgen und das CCS-Gesetz völlig neu zu gestalten", so BEE-Präsident Dietmar Schütz. "Denn die flächendeckende Vorfestlegung auf CCS gefährdet wegweisende Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Der vorliegende Gesetzentwurf bevorzugt überdies unflexible Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung, obwohl diese in den Kraftwerkspark der Zukunft gar nicht passen."

    Nach Auffassung von Schütz seien stattdessen "günstige und gut regelbare Einheiten" notwendig, die das wachsende Stromangebot aus Erneuerbaren bedarfsgerecht ergänzen.

    Teuere CCS-Technologie verursache hohe Investitionskosten beim Kraftwerksbau und verschlechtere außerdem den Wirkungsgrad der Anlagen um mindestens zehn Prozent, so Schütz. Dadurch erhöhten sich Brennstoffbedarf und Betriebskosten ebenfalls. Um die Gesamtkosten zu decken und einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, seien daher bei den Kraftwerken mehr Volllaststunden im Betrieb notwendig.

    "Das geht mit dem stetig steigenden Stromanteil aus Erneuerbaren Energien im Netz einfach nicht zusammen", so Schütz. "Denn der führt dazu, dass die fossilen Kraftwerke weniger ausgelastet sind." Schließlich genieße Strom aus Erneuerbaren Energien zu Recht gesetzlichen Vorrang. Dieser sei nach wie vor unabdingbar für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. "Schwer regelbare Großkraftwerke, die sich nur im Dauerbetrieb refinanzieren, würden den Vorrang allerdings massiv bedrohen. Nicht zuletzt darum lehnen wir das CCS-Gesetz in der vorliegenden Form strikt ab", so Schütz.

    Am 06-05-2009

    Informations-Reihe | Teil 1 von 6

    Energieeinsparverordnung (ENEV seit 2002 in Kraft mit sich jeweils verschärfenden Auflagen), Energiepass für Gebäude, Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG seit 2009), … sind neue Wortprägungen, die sich auf dem Bausektor im frühen 21Jahrhundert bilden. Doch was sagen diese Begriffe dem Otto Normalverbraucher. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen kann die folgende Reihe, die gültiges deutsches Baurecht anschaulich hinterleuchtet hilfreich sein.

    Ziel der Energiepolitik sowie dem Klimaschutz in der EU und in Deutschland ist es eine Reduzierung bis 2020 im Vergleich zu 1990 der Treibhausgas-Emissionen um 40%, erneuerbare Energien vom derzeit 13% auf 25-30% sowie Steigerung des Einsatzes erneuerbarer Energien bei Heizungstechnologien um 14% … zu erreichen.

    Das heißt im Klartext, dass durch das EEWärmeG des Bundes seit dem 1.1.2009 beim Neubau ein Anteil von 20% durch erneuerbare Energien oder eine ersatzweise Erfüllung auszuführen sind. Bei Bestandsgebäuden beträgt dieser 10%.

    Bei Gebäuden mit zeitlich geringerer Nutzung weniger 4 Monate im Jahr oder kleiner als 50 qm (z.B. Ferienwohnungen, …) kann es mitunter Ausnahmeregelungen geben.

    Ab dem 1. Januar 2010 muss somit bei einem Heizanlagenaustausch in Wohngebäuden 10% der Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugt werden.

    Die Gebäude, welche wir heute bauen werden aller Voraussicht nach nicht in Ihrer kompletten Lebensdauer mit fossilen Brennstoffen betrieben werden können. Weiter müssen für den Erhalt unserer Atmosphäre für die nachfolgenden Generationen schon heute die Weichen richtig gestellt werden, welche nicht unerheblich durch die Politik gesteuert werden.

    Detaillierte Infos zu erneuerbaren Energien erfahren Sie in Kürze im zweiten Teil.

    Buch Tipp: Architektur von morgen (ISBN 978-3-8301-9879-6)

    Dieses ist zum einen für Medien bzw. Architektur interessierte Menschen sowie auch Architekten geschrieben und thematisiert im architektonischen Kontext den Einfluss der "neuen Medien" im 21 Jahrhundert aus dem Sichtwinkel eines Architekten und vermittelt gleichzeitig auf unterhaltsame Art und Weise die klassischen Werte der Architektur mit dem Beginn von ca. 60.000 Jahren bis nach morgen.

    Am 14-02-2011

    GRÜNE LIGA entlarvt Verschleierungstaktik

    Trotz Verschleierungsversuchen durch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers sind in Brandenburg weitere CO2-Endlager geplant. Das macht ein Vertreter des Umweltverbandes GRÜNE LIGA heute auf einer Tagung der TU Berlin deutlich.

    “Die Landesregierung treibt das Braunkohlenplanverfahren Jänschwalde-Nord voran, wodurch CO2-Endlager weit über Beeskow und Neutrebbin hinaus notwendig würden", sagt René Schuster, der den Umweltverband im Braunkohlenausschuss des Landes vertritt. "Dabei wird die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die von der Verpressung des CO2 betroffenen Regionen sind weder bekannt, noch werden sie an der Diskussion um das Projekt beteiligt. Das verletzt Mindeststandarts an Transparenz und Ehrlichkeit."

    In der vergangenen Woche hatte der Wirtschaftsminister in einer Presseerklärung betont, es gäbe "keinerlei Anlass darüber zu spekulieren, ob CO2 in Regionen wie dem Havelland, dem Barnim oder in der Ostprignitz unterirdisch gespeichert werden könnte”. Der Konzern Vattenfall hatte allerdings bereits vor Monaten öffentlich eingeräumt, dass die Endlager in Beeskow oder Neutrebbin maximal für das Demonstationskraftwerk geeignet seien. Für das kommerzielle CCS-Kraftwerk, das der Tagebau Jänschwalde-Nord mit Kohle versorgen soll, seien "weitaus größere Speicherkapazitäten in Brandenburg, in anderen Bundesländern, auch auf See oder unterhalb des Meeresbodens" nötig, sagte ein Vattenfall-Vertreter vor dem Braunkohlenausschuss des Landes.

    Um den Tagebau Jänschwalde-Nord aufzuschließen, plant Vattenfall, die Orte Grabko, Kerkwitz und Atterwasch mit etwa 900 Einwohnern umzusiedeln. Im Mai 2011 soll als nächster Schritt des Braunkohlenplanverfahrens der sogenannte Scoping-Termin durchgeführt werden. Das Verfahren soll bis 2015 abgeschlossen sein. Unbekannt ist bisher, ob die Landesplanungsbehörde den Verbleib des Kohlendioxids dabei überhaupt thematisieren will. Quellenangaben zu den verwendeten Zitaten finden Sie im Anhang zu dieser Pressemitteilung.

    Ansprechpartner: René Schuster, GRÜNE LIGA 0151 – 14420487 (Während der Tagung "Saubere Kohlekraftwerke dank CCS?" an der TU Berlin von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr nur eingeschränkt erreichbar.)

    Am 01-03-2011