CO2 Retrospektive II

Dramatische Beschleunigung der Klimakatastrophe – erstmals CO2-Konzentration auf 400 ppm

Hawaii KlimakatastropheErstmals wurden in Mauna Loa letzte Woche auf Hawaii eine CO2 Konzentration von über 400 parts per million (ppm) gemessen. Ein Rekordhoch, welches letztmals vor etwa drei Millionen Jahren im Pliozän vorkam. Damals waren Grönland und die Arktis eisfrei, in Kanada gab es tropische Wälder und der Meeresspiegel war etwa 40 Meter höher als heute. Da die Erdtemperatur zeitverzögert dem Anstieg des CO2-Gehaltes folgt, kann man nur ahnen wohin die Mutter Erde steuert.

Der Anstieg der CO2-Konzentration hat sich in den letzten zehn Jahren, mit 2,1 ppm jährlich, massiv beschleunigt. Vorindustriell hatte die CO2-Konzentration seit der letzten Eiszeit bei etwa 280 ppm gelegen. Damit steigt die CO2-Konzentration etwa 10 mal schneller als nach der letzten Eiszeit.

Trotz allem Klimaschutzgerede der Regierungen dieser Welt war 2012 das Jahr mit den höchsten jemals erreichten CO2-Emissionen, mit etwa 34 Milliarden Tonnen CO2 weltweit. Es wird also höchste Zeit, dass sich die globalen Klimaschutzstrategien massiv ändern. Die Emissionen von Klimagasen (CO2; Methan, Lachgas u.a.) müssen an sich geächtet werden und das Ziel der Nullemissionen ausgerufen werden. CO2-Reduktionsziele sollten als das bezeichnet werden, was sie in Wirklichkeit sind: Der wesentliche Beitrag zum weiteren Aufheizen der Erdatmosphäre. Gleichzeitig müssen die überschüssigen Kohlenstoffmengen aus der Atmosphäre wieder entfernt werden. Kohlestoffsenken lassen sich vielfältig organisieren und müssen parallel zum Ziel der Nullemissionen in den Mittelpunkt gestellt werden.

Bei konsequenter Anwendung von Nullemission und Kohlenstoffreinigung der Atmosphäre lässt sich in einigen Jahrzehnten eine CO2-Konzentration von 330 ppm erreichen. Nur die Erreichung dieses Ziels kann katastrophale Auswirkungen der Erderwärmung noch verhindern.

Kanzlerin Merkel hat dazu in ihrer Klimaschutzrede in der letzten Woche kein Wort verloren. Sie hält unbeirrt an völlig unzulänglichen Klimaschutzzielen fest, die letztlich nur zur weiteren Aufheizung des Globus führen. Aber auch das Gros der Klimaschutzorganisationen und Umweltverbände muss endlich das Ziel 330 ppm in den Mittelpunkt der Forderungen stellen, ansonsten rennen auch sie immer weiter hinter der rasanten Welttemperatursteigerung her.

Die Klimaschutzbewegung muss von der Anti-Atombewegung lernen, die nie effiziente Atomkraftwerke gefordert hatte, sondern keine Atomkraftwerke. Wenn die Klimaschutzbewegung nicht endlich klarer die naturwissenschaftliche Notwendigkeiten in den Mittelpunkt stellt, wie sollen denn dann die trägen Regierungen weitergehende Ziele festlegen? Leider fordern aber weite Teile der Klimaschutzbewegung immer noch effiziente fossile Energieerzeugung und übersehen dabei, dass sie damit weiteren Emissionen das Wort reden.

Hans-Josef Fell MdB

Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Am 13-05-2013

Reform EEG: „Subvention von Klimakillern stoppen!“

Die Chemie-Konzerne BASF und BAYER kritisierten gestern die von der Regierung geplante Abschaffung der Steuervergünstigungen für selbst produzierten Strom. Dieser war bislang von der Ökostrom-Umlage ausgenommen. Die Pläne sehen vor, dass die Industrie für neue Anlagen künftig 90 Prozent der Umlage zahlen muss. Hierzu erklärt Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die Abschaffung dieses Steuer-Privilegs ist absolut richtig. Dem Klima ist es egal, ob die emittierten Treibhausgase aus eigener Produktion oder von Zulieferern stammen. Im nächsten Schritt muss die weitgehende Befreiung großer Energieverbraucher von der Ökosteuer beseitigt werden. Klimakiller dürfen nicht weiter subventioniert werden!“.

Die Bilanz der letzten Jahre zeigt, dass die bislang geltende Befreiung von der EEG-Umlage eine Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes behindert. So liegen die CO2-Emissionen von BAYER seit Jahren auf einem konstant hohem Niveau (2010: 8,5 Mio Tonnen; 2011: 8,2 Mio to; 2012: 8,4 Mio to). Ein Drittel seines Energiebedarfs für die Strom- und Dampferzeugung deckt der Konzern dabei mit Kohle ab. Die erneuerbaren Energien hingegen kommen nur auf einen Anteil von 0,7 Prozent.

BAYER betreibt an mehreren Standorten Kohlekraftwerke. Die hierfür benötigte Kohle wird u.a. aus Russland, China, Kolumbien und den USA importiert, wo es durch den Abbau zu verheerenden Umweltschäden kommt. Auch bezieht der Konzern große Mengen Strom aus Braunkohle-Kraftwerken.

Die BAYER-Tochterfirma CURRENTA ist Mitglied im Lobbyverband Verein der Kohlen Importeure, der sich für den Bau neuer Kohlekraftwerke stark macht. Im Widerspruch hierzu steht die Teilnahme von BAYER an einer Reihe von Klima-Bündnissen („Caring for Climate“, „Global Roundtable on Climate Change“, „Combat Climate Change“, etc). Gemein ist diesen Initiativen, dass sie auf freiwillige Maßnahmen setzen, um verbindliche Regelungen zur Verringerung von Treibhausgas-Emissionen zu verhindern.

In den USA leisten BASF und BAYER gar Spenden an Abgeordnete, die sich gegen Gesetze zum Klimaschutz stellen. Selbst „Klima-Skeptiker“ wie das Heartland Institute werden von BAYER unterstützt. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hatte von BAYER in einem Gegenantrag zur letztjährigen Hauptversammlung ein Programm zur Reduktion der CO2-Emissionen um 80% bis zum Jahr 2050 gefordert.

Am 23-01-2014

B-Klasse Electric Drive reduziert CO2-Emissionen um bis zu 64 Prozent

Stuttgart. Lokal emissionsfrei, im Lebenszyklus mit bis zu 64 Prozent weniger CO2-Emissionen als der vergleichbare Benziner B 180 deutlich klimafreundlicher, großzügig bei Platzangebot und Reichweite (200 km), dabei dynamisch auf der Straße (132 kW Leistung): Die B-Klasse Electric Drive überzeugt auf vielen Feldern. Die hohe Umweltverträglichkeit bestätigten jetzt auch die neutralen Prüfer des TÜV Süd: Der elektrisch angetriebene Sports Tourer von Mercedes-Benz erhielt das Umweltzertifikat nach ISO-Richtlinie TR 14062. Die Auszeichnung basiert auf einer umfassenden Öko-Bilanz der B-Klasse Electric Drive, bei der jedes umweltrelevante Detail dokumentiert wird.

„Durch die Integration von Elektro-Antrieb und Batterien in eine ganz ‚normale’ B-Klasse können wir den Electric Drive nicht nur zusammen mit den anderen B-Klasse Fahrzeugen auf einem Band fertigen. Vielmehr müssen unsere Kunden keinerlei Kompromisse bei Platzangebot, Sicherheit oder Komfort eingehen“, erläutert Professor Dr. Herbert Kohler, Umweltbevollmächtigter der Daimler AG. „Die B-Klasse Electric Drive ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zum emissionsfreien Fahren.“

Mercedes-Benz analysiert die Umweltverträglichkeit seiner Modelle über deren gesamten Lebenszyklus – von der Produktion über die langjährige Nutzung bis hin zur Altauto-Verwertung. Dies geht weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Das Umweltzertifikat und Erläuterungen dazu werden der Öffentlichkeit mit der Dokumentationsreihe „Life Cycle“ unter https://www.mercedes-benz.com zugänglich gemacht.

Bei Betrachtung des gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung und Nutzung über 160.000 Kilometer bis zur Verwertung – verursacht die B-Klasse Electric Drive – trotz höherer Emissionen im Produktionsprozess – in Summe 24 Prozent (7,2 Tonnen; mit EU Strom-Mix) bzw. 64 Prozent (19 Tonnen; mit Strom aus Wasserkraft) weniger CO2-Emissionen als ein B 180. Grund dafür ist in erster Linie die hohe Effizienz des Elektroantriebs, wodurch sich in der Nutzungsphase klare Vorteile ergeben. Ein wesentlicher Faktor dabei ist das ausgeklügelte Energiemanagement: So sorgt beispielsweise das optionale radarunterstützte, rekuperative Bremssystem für eine optimale Rückspeisung von Bremsenergie in die Batterie. Dies erhöht die Effizienz des Antriebs weiter und ermöglicht noch größere Reichweiten.

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Die CO2-Emissionen in der Nutzungsphase sind dabei von der Art der Stromherstellung abhängig. Über 160.000 Kilometer Fahrbetrieb verursacht die neue B-Klasse Electric Drive (Normverbrauch ab 16,6 kWh/100 km) bei Bezug von EU Strom-Mix 11,9 Tonnen CO2. Kommt in der Nutzung des Elektrofahrzeugs Strom aus Wasserkraft zum Einsatz, so entfallen auch die weiteren mit der Stromerzeugung verbundenen Umweltwirkungen fast komplett. Der B 180 (Normverbrauch 5,4 l/100 km) dagegen emittiert in der Nutzungsphase 23,8 Tonnen CO2.

Am 17-12-2014

Abschalten überflüssiger Meiler würde etwa 90 Millionen Tonnen CO2 einsparen

Berlin, 15. 11. 2017 – Deutschland kann sein gefährdetes Klimaziel für das Jahr 2020 erreichen, indem die kommende Bundesregierung überflüssige Kohlekraftwerke abschaltet. Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 17 Gigawatt können innerhalb der kommenden drei Jahre vom Netz genommen werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, zeigt eine Kurzanalyse des Beratungsinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace. Dadurch würde Deutschlands CO2-Ausstoß um jährlich 88 Millionen Tonnen sinken und das Ziel erreichen, die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Deutschland exportiert derzeit große Mengen Kohlestrom ins Ausland. Gleichzeitig laufen moderne und weniger klimaschädliche Gaskraftwerke oft nur auf Teillast. „Die künftige Bundesregierung darf nicht länger zuschauen, wie Kohlekraftwerke, die niemand braucht, Deutschlands Klimabilanz ruinieren“, sagt Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss. „Eine Jamaika-Koalition muss einen geordneten und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle einleiten.“ Die Studie online: http://gpurl.de/Y661i

Um das 2020-Ziel noch zu erreichen, muss Deutschland laut einer Analyse des Bundesumweltministeriums 94 bis 104 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen. Kohlekraftwerke zu schließen, ist die einzige Maßnahme, die schnell genug die nötigen Mengen CO2 einsparen kann. „Häuser zu sanieren oder den Verkehrssektor zu verändern dauert quälend lang. Es ist Augenwischerei, zu hoffen, dass solche Maßnahmen schon bis 2020 viel zum Klimaschutz beitragen“, so Heuss. „Das Gros der deutschen Klimalücke muss und kann die Kohle schließen.“

Konzerne fordern Kohleausstieg von nächster Bundesregierung

In den abschließenden Sondierungsgesprächen für eine mögliche Jamaika-Koalition streiten die Verhandler von Union, FDP und Grünen über die Größe der CO2-Lücke und über den Umfang nötiger Kraftwerksabschaltungen. Union und FDP taxieren die Menge einzusparenden CO2s auf 32 bis 66 Millionen Tonnen und ignorieren jüngste Berechnungen des Umweltministeriums. Die Grünen summieren die Klimalücke mit Verweis auf die Prognosen auf 90 bis 120 Millionen Tonnen, planen diese jedoch nur zur Hälfte durch die Abschaltung von Kraftwerken zu schließen. „Wenn ein zukünftiger grüner Umweltminister sich die Peinlichkeit ersparen will, ein Versagen beim Klimaschutz einzuräumen, muss die Jamaika-Koalition bis 2020 deutlich mehr Kohlekraftwerke abschalten“, so Heuss.

Auch Teile der Wirtschaft pochen darauf, das Pariser Klimaabkommen konsequent umzusetzen. Mehr als 50 deutsche Unternehmen, darunter DAX-Konzerne wie Siemens, SAP und die Deutsche Telekom, forderten vergangene Woche von der nächsten Bundesregierung einen raschen Kohleausstieg und das 40-Prozent-Ziels einzuhalten.

Am 15-11-2017