Erster Aufklärungssatellit der Bundeswehr gestartet

"SAR-Lupe"

Die Bundeswehr hat mit dem Aufbau ihres weltraumgestützten Radarsystems "SAR-Lupe" begonnen. Der erste von fünf Satelliten wurde am Dienstag vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk gestartet, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen mitteilte. Mit dem neuen Satellitensystem verfügt die Bundeswehr künftig über eigene Möglichkeiten zur "strategischen Aufklärung" und damit über eine "verbesserte Führungsmöglichkeit bei Auslandseinsätzen".

SAR-Lupe besteht aus fünf weitgehend gleichen Radar-Aufklärungssatelliten, die in Abständen von sechs Monaten gestartet werden sollen. Der erste Satellit, der sich in einer kreisförmigen polaren Umlaufbahn in einer Höhe von 500 Kilometern bewegt und in rund 90 Minuten einmal die Erde umkreist, wurde von dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB-System AG entwickelt und gebaut. Nach einer Testphase wird das Radarsystem voraussichtlich Ende Januar/Anfang Februar eingeschaltet.

SAR-Lupe ist das erste satellitengestützte Aufklärungssystem Deutschlands. Es soll künftig rund um die Uhr unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten und zeitnah hochauflösende Radarbilder aus nahezu allen Teilen der Welt liefern. Dazu werden die Satelliten auf drei verschiedenen, ungefähr polaren Umlaufbahnen positioniert. Die Lebensdauer der 720 Kilogramm schweren Satelliten wird mit zehn Jahren angegeben.