IG Metall will gegen Niedriglöhne für Zeitarbeiter vorgehen

Im Ausland besser bezahlt

Die IG Metall will verstärkt gegen Niedriglöhne in der Zeitarbeit vorgehen. "Wir wollen in mehreren hundert Betrieben eine gleiche Bezahlung für Leiharbeiter und Festangestellte durchsetzen", sagte der Vizechef der IG Metall, Detlef Wetzel, der "Frankfurter Rundschau". Künftig werde es in mehr Unternehmen als bisher Konflikte um die Leiharbeit geben. Die bundesweite Kampagne der Gewerkschaft zur Leiharbeit starte Anfang des Jahres.

In Nordrhein-Westfalen sei es bereits gelungen, in rund 40 Unternehmen gleiche Löhne durchzusetzen, so Wetzel. Derzeit seien die Deutschen bei der Zeitarbeit die "Geisterfahrer von Europa". In Ländern wie Frankreich und den Niederlanden würden Leihkräfte sogar besser bezahlt als Festangestellte, weil die Belastung höher sei. Wetzel forderte auch die Regierung zum Handeln auf. Eine Abweichung vom Grundsatz "gleiche Bezahlung" dürfe gesetzlich nur dann erlaubt werden, wenn tarifliche oder betriebliche Regelungen günstiger oder gleichwertig seien.

Wetzel kündigte zugleich eine "Humanisierungsoffensive" für bessere Arbeitsbedingungen an. "Die Beschäftigten werden länger arbeiten müssen - unabhängig von der Rente mit 67, die wir ablehnen", sagte er. Deswegen müsse sich auch die Arbeitswelt grundlegend ändern. Ziel der Gewerkschaft sei es, "dass sich junge Menschen nicht durch übermäßige Belastungen krank arbeiten".

Die Jobs von älteren Beschäftigten müssten so gestaltet sein, dass sie ihrem Alter angemessen sind. So erwäge die Gewerkschaft, in der Stahlindustrie in der nächsten Tarifrunde kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte zu fordern.