"Grünbuch" enwickelt Szenarien im Katastrophenfall

Stromausfall

Mit einem "Grünbuch" will ein überfraktionelles Bündnis von Innenexperten der Union, SPD, Grünen und FDP die öffentliche Debatte über die Folgen von zivilen Katastrophen neben der Terrorbekämpfung anstoßen. Für flächendeckende Bedrohungslagen wie Hochwasser, Stromausfälle oder Pandemien, die Deutschland betreffen könnten, gebe es in der Bevölkerung und bei Entscheidungsträgern nicht das notwendige "Problembewusstsein", erklärten die Autoren bei der Vorstellung des Buches des 2007 gegründeten Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit am Dienstag (23. September) in Berlin. Zudem müsse der Katastrophenschutz bundesweit greifen.

Auf einen tagelangen bundesweiten Stromausfall seien beispielsweise weder Staat, noch Wirtschaft und Bevölkerung vorbereitet, weil niemand mit einem solchen "Blackout" rechne, sagte der Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach (SPD). In diesem Fall fielen nicht nur Telefon, Internet, Heizung oder Kühlung aus, sondern auch die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser, Lebensmitteln oder Bargeld.

Der CDU-Innenexperte Ralf Göbel betonte, "wir wollen keine Horrorszenarien entwickeln, aber auf die vielen Probleme bis in den privaten Haushalt hinein aufmerksam machen." Zugleich solle deutlich werden, dass in einer vernetzten Welt die Vorsorge nicht mehr allein Aufgabe des Staates sein könne.

Deshalb sitzen nicht nur Parlamentarier von vier Parteien an einem Tisch, sondern auch Experten von Hilfsorganisationen, Fachverbänden, Wirtschaft und Wissenschaft, wie der Abgeordnete Hartfrid Wolff (FDP) erläuterte. Er sagte, "angesichts der Herausforderungen haben wir bewusst vermieden, einfache Lösungen anzubieten."