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Auch Bundeswehr entsorgte im Atommülllager Asse

Kobalt-60, Strontium-90 und Cäsium-137

Auch die Bundeswehr hat radioaktive Altlasten im Atommülllager Asse entsorgt. Es handele sich dabei beispielsweise um Leuchtfarben, Armaturen und Kompasse mit radiumhaltigen Leuchtziffern, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Florian Emrich, am Freitag (24. April). Nach Angaben des Niedersächsischen Jugendumwelt-Netzwerks hat die Wehrwissenschaftliche Dienststelle der Bundeswehr für ABC-Schutz mit Sitz in Munster von 1975 bis 1978 insgesamt 236.200 Liter-Fässer mit radioaktivem Müll kontaminierten Teilen in die Asse geschafft.

Dabei habe es sich beispielsweise um Mikrowellenröhren und kontaminiertes Material wie Rohre, Papier und Plastikteile gehandelt, sagte Netzwerk-Sprecher Tobias Darge.

Seine Darstellung wird durch Kopien damaliger Lieferscheine gestützt. Danach wiesen die von der Bundeswehr angelieferten Fässer Kontaminationen mit den radioaktiven Substanzen Kobalt-60, Strontium-90 und Cäsium-137 auf. Die strahlenden Abfälle seien "in Beton eingebettet" worden, heißt es in den Frachtpapieren. 1958 wurde in Munster die Erprobungsstelle der Bundeswehr für ABC-Schutz in errichtet, 1975 wurde sie in Wehrwissenschaftliche Dienststelle für ABC-Schutz umbenannt. Aufgaben waren Erprobungen und Güteprüfungen, später verschob sich der Schwerpunkt zu anwendungsbezogenen Grundlagenuntersuchungen. Seit 1995 trägt die Einrichtung den Namen Wehrwissenschaftliches Institut für Schutzmaßnahmen (WIS).

In den vergangenen Wochen war bekannt geworden, dass in dem Bergwerk auch Pflanzenschutzmittel, Arsen, Quecksilber sowie Tierkadaver entsorgt wurden. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktivem Atommüll in die Asse gebracht. Darunter sind auch mehrere Kilogramm des extrem giftigen Plutoniums. Das Atommülllager Asse ist einsturzgefährdet und droht, mit Wasser vollzulaufen. Das BfS überprüft derzeit die alten Inventarlisten und Frachtpapiere für die Asse.

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