headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

SPD-Politiker Bahr glaubt an Chance für atomare Abrüstung

Nachfolgeabkommen von START I geplant

Der SPD-Politiker Egon Bahr sieht den Vorstoß von US-Präsident Barack Obama zu einer nuklearwaffenfreien Welt mit großer Genugtuung. Atomwaffen könnten heute nicht mehr in "eine Kiste des Vergessens" gesperrt werden, sagte Bahr am Donnerstag (9. April) im Deutschlandfunk mit Blick auf neue Atommächte wie Pakistan oder die Möglichkeit, dass selbst Terroristen an spaltbares Material herankommen könnten. Daher sei atomare Abrüstung umso notwendiger. Obama hatte am Sonntag in Prag erstmals konkrete Schritte für eine weltweite atomare Abrüstung angekündigt. Dazu gehöre eine Reduzierung der eigenen Atomwaffenarsenale.

Bis zum Ende dieses Jahres wollten sich die USA mit Russland über ein Nachfolgeabkommen für den Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen (START I) von 1991 einigen. Zudem soll der Atomwaffenteststoppvertrag gestärkt und ein neuer Abrüstungsgipfel 2010 abgehalten werden.

Bahr sagte vor diesem Hintergrund, Obamas Visionen seien "keine Träumereien". Den ersten Schritt werde die Welt schon in diesem Jahr mit neuen Verhandlungen zwischen den USA und Russland erleben. Mit der Nachfolge des START-I-Vertrags, der bereits im Herbst ausläuft, werde die Welt sicherer werden. Für Deutschland heiße das, auf den Abzug der Atomwaffen aus Rheinland-Pfalz zu dringen.

Bahr lobte die Abkehr Obamas von einer US-Politik der Konfrontation und des militärischen Drucks, eine Einschätzung, die von Teilen der deutschen Friedensbewegung so nicht unbedingt geteilt wird. Kooperation sei das Stichwort der Zukunft, so Bahr, auch in den internationalen Beziehungen. "Kein großes Problem ist mehr allein militärisch lösbar", hob der SPD-Außenpolitiker hervor.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!