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Vertuschte Explosion in chinesischem Atomkraftwerk Tianwan

Siemens war an AKW-Bau beteiligt

Wie erst jetzt bekannt wurde, explodierte am 26. August im neu errichteten chinesischen Atomkraftwerk Tianwan-1 ein Transformator. Der Reaktor musste daraufhin schlagartig abgeschaltet werden. Nach Angaben des österreichischen Nachrichtendienstes new.com dauerte es offenbar 5 Stunden, bis die brennenden Transformatoren des Kraftwerks gelöscht werden konnten. Auch die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete den Vorfall. Eine Person soll verletzt worden sein. Die Transformatoren stammen aus ukrainischer Fertigung. Block 1 des Atomkraftwerks vom neuen russischen Typ WWER-91 ging erst im Jahr 2006 ans Netz. Block 2 folgte im Jahr 2007. Mit einer elektrischen Leistung von zweimal 1060 Megawatt ist Tianwan das größte Atomkraftwerk Chinas. Der Druckwasser-Reaktor wurde unter Beteiligung der deutschen Siemens AG in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Lianyungang errichtet.

Siemens - beziehungsweise deren französische Beteiligungsgesellschaft Areva - lieferte die digitale Sicherheitsleittechnik TELEPERM XS. Nach Angaben der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW führte diese digitale Siemens-Leittechnik am 10. Mai 2000 im deutschen Atomkraftwerk Neckarwestheim-1 zu einer "gefährlichen Blockade eines Steuerstabes im Reaktorkern". Bei der Errichtung des neuen finnischen Atomkraftwerks Olkiluoto-3 habe man offenbar unter anderem wegen dieses Vorfalls darauf verzichtet, die Sicherheitsleittechnik ausschließlich auf "das unausgereifte Siemens-System" zu stützen, so die IPPNW.

Die Organisation bringt die Transformator-Explosion in China auch in Verbindung mit dem Brand eines Transformators am 28. Juni 2007 im deutschen Atomkraftwerk Krümmel. Ein IPPNW-Sprecher sagte am Freitag (19. September): "Dort ist es in Folge der Trennung des Atomkraftwerks vom Stromnetz nach dem Aufreißen von Ventilen durch die Betriebsmannschaft zu einem dramatischen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktor gekommen."

Die Atomkritisier sehen auch eine Parallele zum Notstromfall am 8. Februar 2004 im Atomkraftwerk Biblis B. Auch dieser habe gezeigt, "welche Gefahr von der schlagartigen Trennung eines Atomkraftwerks vom Stromnetz ausgeht". Notstromfälle zählten nämlich in allen Risikostudien zu den so genannten Auslösenden Ereignissen, die zur Kernschmelze führen könnten.

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