Greenpeace Aktion vor US-Botschaft

Internationale Klimakonferenz

Dienstag morgen hatte sich ein "Präsident auf Stelzen" vor dem Haupteingang der US-Botschaft in Berlin aufgebaut und demonstrativ die Seiten des Klimaschutz-Protokolls von Kyoto zerrissen. Die Figur des Präsidenten war vier Meter groß, getragen von Stelzen mit den Logos der Ölfirmen Exxon-Mobil, Chevron, Texaco und Conoco, dahinter versteckte sich einer von 20 Greenpeace-Aktivisten, die gegen die Ankündigung des Präsidenten protestierten, das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto nicht zu unterschreiben. "Rettet unser Klima. Stoppt Bush!" stand auf den Schildern der Umweltschützer. Greenpeace wirft Präsident Bush vor, den weltweiten Klimaschutz zu Gunsten von US-Ölfirmen zu blockieren.

"Artensterben, Wüstenbildung, Stürme und Hochwasser sind nur einige Folgen der Erwärmung des Weltklimas," sagte Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace. "Präsident Bush blockiert die internationalen Klimaschutz-Vereinbarungen und heizt den verschwenderischen Energieverbrauch im eigenen Land weiter an. Wir wollen mit der Aktion deutlich machen, dass die USA aus kurzsichtigen Wirtschaftsinteressen das weltweite Klimaschutz-Abkommen gefährden."

Bush sei ein texanischer "Ölmann", dessen Wahlkampf mit Millionenbeträgen der Ölindustrie finanziert wurde. Kurz nach seiner Wahl zum US-Präsidenten zog Bush die Unterschrift Bill Clintons unter das Kyoto-Protokoll zurück. Das Abkommen verpflichtete die USA, ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um sieben Prozent zu verringern. Die Vereinigten Staaten machen nur vier Prozent der Weltbevölkerung aus, sind aber für ein Viertel des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Vom 16. Juli an werden mehrere tausend Delegierte aus über 150 Staaten in Bonn über die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls entscheiden. Darin verpflichten sich die Industriestaaten zur Reduzierung der Treibhausgase um 5,2 Prozent bis 2010 gemessen an dem Wert von 1990. Seit zwei Wochen ist Greenpeace mit einer mobilen Klima-Ausstellung bundesweit unterwegs. Besucher können darin zum Beispiel von Windmaschinen und Wärmestrahlern erzeugte Stürme und Hitzewellen am eigenen Leib erfahren. Bis zur Klimakonferenz demonstrieren Jugendliche von Greenpeace außerdem in 18 Städten mit phantasievollen Aktionen für einen wirksamen Schutz des Klimas.