Kritik an Medienberichterstattung

BMI befürchtet Nachteil für Polizeiaktionen

Nach der offenbar unergiebigen Razzia gegen eine mutmaßliche Islamistengruppe in Cottbus kritisiert das Bundesinnenministerium Medienberichte über bevorstehende Anti-Terror-Polizeiaktionen. Vorabveröffentlichungen führten dazu, dass Verdächtige gewarnt und mögliches Beweismittel vernichtet würden, sagte Ministeriumssprecher Rainer Lingenthal am Montag in Berlin. In Folge eines "Focus"-Berichts war die Bundesanwaltschaft am Wochenende früher als geplant gegen eine verdächtige Gruppe im brandenburgischen Cottbus vorgegangen.

Ohne das Magazin direkt zu nennen, sagte Lingenthal, mit der Veröffentlichung sei von der bislang üblichen Praxis seriöser Medien abgewichen worden. Cottbus sei bereits der dritte Fall, "wo in letzter Zeit durch Medienveröffentlichungen auf Polizeiaktionen hingewiesen" worden sei. Er könne nicht verstehen, was das Motiv solcher Veröffentlichungen sei. Ob die Razzia vom Wochenende ein Schlag ins Wasser gewesen sei, wollte der Sprecher nicht kommentieren.