Kritische Daimler-Aktionäre protestieren gegen fehlende Rußfilter

Daimler-Chrysler Hauptversammlung

Auf der Aktionärshauptversammlung von Daimler-Chrysler, die am Mittwoch in Berlin stattfindet, rechnet der Dachverband der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC) auch in diesem Jahr mit einer grossen Zahl von Gegenstimmen.Gründe seien die große Unzufriedenheit mit den skandalösen Erhöhungen der Aufsichtsratsbezüge um bis zu 100 Prozent, die fehlenden Rußfilter in Mercedes-Dieselfahrzeugen und die noch immer vorhanden Minen und Atomwaffen im Angebot der Daimlerbeteiligung EADS.

Im letzten Jahr gelang es den vom "Evangelischen Entwicklungsdienst" finanziell unterstützten Kritischen Aktionären gut fünf Prozent der Aktionärsstimmen für ihre ethisch-moralisch begründeten Gegenanträge zu gewinnen.

Der verkehrspolitische Sprecher des KADC, Alexander Dauensteiner, greift den Konzern wegen seiner umweltfeindlichen Produktpolitik an: "Das vergangene Geschäftsjahr 2002 ist das mit der schlechtesten Umweltbilanz seit über 10 Jahren, das Management hat in dieser Hinsicht völlig versagt." Kritisiert wird insbesondere die nach wie vor vehemente Weigerung des Konzern, für seine Diesel-Pkw Rußpartikelfilter einzubauen. Der Konzern nehme dabei Tausende von Krebstoten jährlich in Kauf anstatt den Vorreitern zu folgen, die seit über 3 Jahren diese Technik erfolgreich einsetzt. Keinerlei Fortschritte sieht der Dachverband auch bei der Reduzierung des Flottenverbrauchs und beklagt "zunehmende Tricksereien" von DaimlerChrysler, um Umweltvorschriften nicht einhalten zu müssen.

Daimler solle dem Beispiel General-Motors folgen , sich aufs Autogeschäft konzentrieren und aus dem Geschäft mit Minen, Atomwaffen und anderen Rüstungsgütern aussteigen fordert KADC Rüstungexperte Paul Russmann: "Der Ausstieg aus der Rüstungsschmiede EADS ist nach Ablauf der Stillhaltefrist am 1. Juli 2003 möglich und nötig". Zudem sollten "alle Rüstungslieferungen von Daimler/EADS an die USA sofort gestoppt werden, da die USA einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg durchführt"

"Für eine firmeneigene, kritische Aufarbeitung der illegalen Rüstungszusammenarbeit mit dem Apartheidregime in Südafrika" spricht sich KADC-Sprecher Holger Rotbhauer aus. Er fordert "die grundsätzliche Bereitschaft von DaimlerChrysler ein, sich mit den Opfern der Apartheid an einen Tisch zu setzen und mit ihnen über angemessene Entschädigungen zu verhandeln."