EU-Umweltministerrat lässt Gen-Mais MON863 zu

BT176 bleibt in Deutschland verboten

Der EU-Umweltministerrat hat am Freitag der Zulassung der umstrittenen Gentechnik-Mais-Sorte MON863 zum Import als Futtermittel und für die industrielle Produktion zugestimmt. Die Mehrheit der Umweltminister der EU-Länder folgte damit einem Vorschlag der EU-Kommission. Die Entscheidung soll allerdings erst dann in Kraft treten, wenn auch über die Zulassung als Lebensmittel entschieden worden ist. Nicht durchsetzen konnte sich die Kommission dagegen mit einem Vorschlag, mit dem Deutschland, Österreich und Luxemburg aufgefordert worden wären, die Genmais-Linie Bt176 unbeschränkt zuzulassen.

Die Bundesregierung dürfe die Zulassung von bestimmten gentechnisch veränderten Maissorten auch weiterhin durch nationale Schutzmaßnahmen einschränken, freute sich das Umweltministerium. "Wir haben berechtigten Grund zu der Annahme, dass Bt176 wegen vergleichsweise hoher Toxingehalte eine Gefahr für die Umwelt darstellt", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Obwohl die Bundesregierung nach eigenen Angaben weitere Untersuchungen zur Gesundheitsverträglichkeit des Gen-Maises MON863 für erforderlich hält, stimmte sie der Zulassung zu. MON863 war in die Kritik geraten, weil die Firma Monsanto eine nach Ansicht des Bundesumweltministeriums "völlig inakzeptable Geheimpolitik" betrieb und vorliegende Untersuchungen nicht veröffentlichen wollte. Die Veröffentlichung war erst vor wenigen Tagen durch Gerichtsentscheid erzwungen worden. Jedoch hätten die zuständigen Behörden "belastbare Anhaltspunkte, die gegen eine Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Produktion sprechen", "nicht identifiziert".