UN-Konferenz beschließt Rettungsprogramm für Primaten

"Zeit läuft ab"

Die Artenschutzorganisation WWF sieht in der am Sonnabend verabschiedeten Erklärung zum Abschluss der ersten UN-Menschenaffenkonferenz GRASP (Great Apes Survival Project) einen "Meilenstein zur Rettung der Menschenaffen". Gleichzeitig hofft der WWF, dass auch Malaysia und Ruanda den GRASP-Prozess unterstützen. Die beiden Staaten sind die einzigen der 23 Länder Afrikas und Asiens, in denen Menschenaffen leben, die nicht an der UN-Konferenz teilnahmen. Die anwesenden Regierungsvertreter setzten sich in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) das ehrgeizige Ziel, bis 2010 mindestens die 100 wichtigsten Populationen von Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos zu retten.

"Das erste globale Rettungsprogramm für unsere nächsten Verwandten ist eine historische Chance. Aber jetzt müssen den Worten schnell Taten folgen. Denn für viele Affenpopulationen läuft die Zeit unweigerlich ab", so Peter J. Stephenson, der als Delegierter des WWF an der UN-Konferenz teilnahm. Der WWF werde die Staaten an den Zielen der Kinshasa-Erklärung messen. Trotz zahlreicher, meist regionaler oder nationaler Rettungsversuche, konnte das Sterben der Menschenaffen bislang nicht gestoppt werden. Selbst in den meisten Schutzgebieten sind die Bestände rückläufig. Darum befürwortet der WWF den Ansatz von GRASP, unterschiedliche Programme unter einem internationalen Dach zu bündeln

Unterdessen unterstützten in den letzten Tagen 2.200 Email-Aktivisten die Forderung des WWF an die Bundesregierung, 500.000 Euro Soforthilfe für das UN-Programm bereitzustellen. GRASP benötigt im ersten Schritt 21 Millionen Euro zum Schutz der verbliebenen 366.000 Menschenaffen. Der WWF fordert weitere westliche Länder auf, dem Programm mit Finanzspritzen auf die Beine zu helfen. Neben Regierungsvertretern trafen sich in Kinshasa auch zahlreiche Nicht-Regierungs-Organisationen und Wissenschaftler.