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Greenpeace darf Tierversuchsstudie zu Gen-Mais einsehen

Monsanto unterliegt vor Gericht

Das Verwaltungsgericht in Köln hat am Donnerstag eine Klage des weltgrößten Gentechnik- und Saatgutkonzern Monsanto abgewiesen. Nach Darstellung der Umweltschutzorganisation Greenpeace wollte der US-Gigant im Nachhinein die Herausgabe einer Fütterungsstudie mit seinem Gen-Mais MON863 für unrechtmäßig erklären lassen. Im Juni 2005 habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit diese Studie an Greenpeace zur Einsichtnahme aushändigen müssen. Schon das hatte Monsanto damals gerichtlich verhindern wollen, sei aber bei den Richtern auf taube Ohren gestoßen. Der massive juristische Aufwand des Konzerns lässt nach Auffassung von Greenpeace erahnen, für wie heikel Monsanto die Studie selbst erachtet.

Greenpeace hatte die Herausgabe der Akten verlangt, nachdem - so die Umweltorganisation - "bekannt geworden war, dass bei den Tieren Veränderungen im Blutbild aufgetreten waren". Die Studien habe der Konzern im Rahmen von EU-Zulassungsverfahren vorgelegt.

Im Juni 2005 habe Greenpeace die Unterlagen erhalten. Laut Greenpeace "unabhängige" Gutachter hätten draufhin erhebliche Mängel bei der Auswertung der Fütterungsdaten festgestellt. Der Gen-Mais, der ein Insektengift produziere, sei von der Europäischen Kommission dennoch für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln zugelassen worden.

Das Gericht wies nun den Angaben zufolge die Klage von Monsanto unter anderem mit der Begründung zurück, dass von der Gentechnik ein besonders hohes potenzielles Risiko ausgehe. Deswegen müsse der öffentliche Zugang zu Akten gewährt werden, die für die Risikobewertung wichtig seien. Für die Richter scheint der Fall damit abgeschlossen zu sein. Sie schlossen eine Berufung aus. Gegen die Entscheidung kann allerdings ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim OVG Münster gestellt werden.

Das war laut Christoph Then von Greenpeace nun schon der dritte Versuch von Monsanto, die Herausgabe zu verhindern. "Offensichtlich hat das Unternehmen etwas zu verbergen." Greenpeace will sich auch weiterhin dafür stark machen, alle relevanten Informationen zugänglich zu machen. Das Gericht habe im Interesse der Verbraucher und der Umwelt entschieden und deren Anliegen klar über das Interesse des Konzerns gestellt. (Az.: 13 K 4947/05)

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