Atommüllwiederaufarbeitung: Einlagerung "unverpackten" Atommülls in Ahaus

Atomares Zwischenlager

Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" befürchtet, dass die großen Atomkonzerne, die das atomare Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus gemeinsam betreiben, die Sicherheitsstandards für die Einlagerung von Atommüll 2weiter drücken wollen". Die Bürgerinitiative verweist auf eine Ankündigung der Bezirksregierung Münster, wonach in Ahaus auch unverpackter Atommüll eingelagert werden solle. "Die Pläne sind ein Alptraum für Ahaus. Das Leichtbau-Zwischenlager wird von der Atomindustrie schamlos als Ersatz-Abklingbecken für den verstrahlten Problemmüll aus alten Atomkraftwerken eingeplant – und das ohne jeden Schutzbehälter", empörte sich Felix Ruwe von der Bürgerinitiative. "Kanzlerin Merkel hatte Recht, als sie vor zwei Tagen im Interview sagte, dass bei der Atomenergie die Entsorgungsfrage bis jetzt nicht befriedigend geklärt ist – sie ist überhaupt nicht geklärt", meint Ruwe.

Die Bürgerinitiative Ahaus verwies darauf, dass das Zwischenlager Ahaus nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert sei. Bislang habe das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) immer versichert, dass die Transportbehälter die Sicherheit im Schadensfall garantieren würden – diese Versicherung werde "nun endgültig hinfällig, weil es keine Behälter mehr geben wird".

Nach den vorliegenden Informationen zu den Genehmigungsanträgen der Atomkonzerne sollen nach Darstellung der Bürgerinitiative die Sicherheitsstandards auch in weiteren Punkten "erheblich abgesenkt werden". Ursprünglich hätten die Zwischenlager-Betreiber den Bau einer zweiten Halle geplant, die offenbar wesentlich schärferen Sicherheitsstandards genügt hätte. Doch diese Pläne seien schon vor Jahren aufgegeben worden - aus Kostengründen, vermuten die Atomkraftgegner.

Hinzu komme, dass die Transportbehälter für die rund 18.000 Tonnen Atommüll aus La Hague "sicherheitstechnisch deutlich abgespeckte Versionen" sein sollen im Vergleich zu den "ohnehin schon problematischen Castor-Behältern ". Der Anspruch der Bevölkerung auf Schutz vor radioaktiver Strahlung werde somit "einfach ignoriert", so Ruwe.

Die Atomkritiker fordern, dass die Genehmigungsanträge der Atomkonzerne entweder abgelehnt werden. Alternativ solle das Genehmigungsverfahren für das Zwischenlager Ahaus mit voller Öffentlichkeitsbeteiligung auf der Grundlage des jetzigen Stands von Wissenschaft und Technik neu aufgerollt werden. "Am Ende kann nur ein kompletter Einlagerungsstopp für Ahaus stehen", fordert Ruwe.