Keine Kritik von Merkel an Managergehältern vor Arbeitgebern

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Der Showdown blieb wie erwartet aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde trotz der von ihr mit angestoßenen öffentlichen Diskussion über die exorbitant hohen Managergehälter beim Deutschen Arbeitgebertag am 11. Dezember in Berlin mit höflichem Applaus empfangen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und die Kanzlerin präsentierten sich den Fotografen im Hotel Maritim einträchtig. Die Arbeitgeber dürften vermuten, dass es Merkel lediglich zum den Fang von Wählerstimmen ging, nicht aber um einen ernsthaften politischen Vorstoß. Merkel hatte bereits am 10. Dezember erklärt, sie lehne "ausdrücklich gesetzliche Obergrenzen bei Managervergütungen" ab. Vor den Arbeitgebern versicherte sie erneut, es in der Diskussion um die Managergehälter nicht um eine "gesetzliche Obergrenze" für die Bezahlung. Jedoch sei die Spanne zwischen einem Nicht-Darüber-Reden auf der einen und einem Gesetzgebungsverfahren auf der anderen Seite groß. Die derzeitige Debatte bewege sich dazwischen.

Hundt sagte, es sei nicht per Gesetz zu verhindern, dass Fehlentscheidungen von Managern "mit Millionenabfindungen vergoldet werden". Es müsse eine "Ethik der Verantwortung" her, um Maßlosigkeit zu verhindern. Der BDA-Chef sagte, es handle sich bei den überbezahlten Managern um "vereinzelte Beispiele". Insgesamt gehe die Wirtschaft verantwortungsvoll mit Gehältern um, jedenfalls im Vergleich zu den Einkommen von "Spitzensportlern und Medienstars".

Auf Sozialhilfeempfänger und Niedriglohnempfänger ging Hundt hierbei nicht ein.

Der Arbeitgeberpräsident machte deutlich, dass ihm der Unmut in breiten Bevölkerungkreisen über die derzeitige Politik bekannt ist: "Der Zeitgeist weht derzeit merkwürdig populistisch weg von der Mitte."