Deutsche Unternehmen sollen vom Ölgeschäft in der Golfregion profitieren

Deutsch-emiratisches Wirtschaftsforum

Wenn es um die Atomenergie geht, dann spricht der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gerne vom Klimaschutz. Geht es um die Ausbeutung und Verbrennung der letzten fossilen Energie-Rohstoffe, dann hat der Industrieverband offenbar nur das große Geschäft im Blick. So sieht der BDI für deutsche Unternehmen in der Golfregion gewaltige Geschäftsmöglichkeiten aufgrund des Exports fossiler Energieträger. Bis 2020 würden 6 Billionen US-Dollar durch den Export von Öl und Gas in die Region fließen, betonte BDI-Präsident Jürgen Thumann im Vorfeld des deutsch-emiratischen Wirtschaftsforums in Berlin. "Die Exportchancen für die deutsche Wirtschaft in den Raum sind enorm und ich kann die Unternehmen nur ermutigen, sie zu nutzen", so Thumann. Ebenso schwärmt DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun davon, dass neben den Exportchancen vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auch als Investitionsstandort immer mehr an Attraktivität gewännen. "Mehr als 800 deutsche Unternehmen haben sich in den VAE bereits niedergelassen. Aber ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren viele weitere folgen werden."

Bereits in den vergangenen 10 Jahren hätten sich die deutschen Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate nahezu vervierfacht. Mit einem Volumen von fast 6 Milliarden Euro seien die Emirate für Deutschland heute der wichtigste Exportmarkt in der Region. Beinahe wöchentlich werden nach Angaben der Industrieverbände Pläne für neue Großprojekte zur Diversifizierung der dortigen Wirtschaft oder zum Ausbau der Infrastruktur bekannt gegeben. Das Volumen anstehender Großprojekte belaufe sich inzwischen auf mehr als 700 Milliarden US-Dollar.

Das erkläre auch das große Interesse deutscher Unternehmen am deutsch-emiratischen Wirtschaftsforum in Berlin. Rund 300 Unternehmen wollten dort die Chancen einer engeren Zusammenarbeit ausloten.

Von emiratischer Seite nahmen Premierminister Mohammad bin Raschid al-Maktum, Wirtschaftsministerin Sheikha Lubna Al-Qasimi und 25 Unternehmen aus der Region an dem Treffen teil. Die Bundesregierung vertrat Bau- und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee.