"G8"-Schüler in Baden-Württemberg benötigen Hausaufgabenbetreuung

Überlastete Schüler

Die baden-württembergische Landesregierung zieht Konsequenzen aus den Schwierigkeiten bei der Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8). Ministerpräsident Günther Oettinger und Kultusminister Helmut Rau (beide CDU) legten am Dienstag (24. Juni) in Stuttgart einen Kabinettsbeschluss für eine "Qualitätsoffensive" vor. Hauptbestandteil ist die Einführung einer Hausaufgabenbetreuung. Zudem sollen alle Gymnasien auf Ganztagesbetrieb umstellen können, wenn sie hierfür ein "durchdachtes Konzept" vorlegen. Ursprünglich sollte der Ausbau auf eine Quote von 40 Prozent begrenzt werden.

Rau zufolge werden alle Gymnasien dazu verpflichtet, künftig eine Hausaufgabenbetreuung anzubieten, die von Schülern freiwillig genutzt werden kann. Das Land stellt hierfür insgesamt 5,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Durch die bei Bildungsverbänden umstrittene Hausaufgabenbetreuung soll verhindert werden, dass G8-Schüler nach einem langen Schultag auch noch zu Hause Aufgaben erledigen müssen. Dies sei eine "wichtige Erleichterung", sagte Oettinger.

Mit Blick auf Klagen über überlastete Schüler sprach Rau davon, dass sich "manche Gymnasien" noch an alten Lehrplänen von 1994 orientieren würden, die eigentlich längst außer Kraft gesetzt seien. Bei der Einführung der neuen Bildungspläne hätten nicht alle Schulen den Unterricht an die damit verbundene Reduzierung der Stofffülle angepasst. Der Minister sprach von einer "Einführungskrankheit". Die Umsetzung der Reform solle deshalb noch intensiver unterstützt werden.

Die SPD hat gegen Rau einen Entlassungsantrag gestellt, über den der baden-württembergische Landtag am Mittwoch abstimmen soll. Sie wirft ihm Versagen in der Schulpolitik vor.