Bundesanstalt hält Atommüll-Endlager grundsätzlich für möglich

Gutachten zum Salzstock Gorleben

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hält den Salzstock bei Gorleben grundsätzlich für geeignet als Endlager für hoch-radioaktiven Atommüll. Zwar sei die Erkundung des Salzstocks noch nicht abgeschlossen. Nach bisherigen Untersuchungen gebe es aus geowissenschaftlicher Sicht aber "keine Erkenntnisse", die gegen eine Eignung des Salzstocks für die Endlagerung radioaktiver Abfälle sprächen. Nach Ansicht der Endlagergegner im Wendland verfügt der Salzstock jedoch nur über ein unzureichendes Deckgebirge.

Nach Darstellung der BGR wurde der Salzstock Gorleben sehr umfangreich untersucht. Den bisherigen Untersuchungen zufolge stehe dort "ein ungeklüfteter und ungestörter" Salzstock mit einem "ausreichenden Maß als potenzielles Wirtsgestein für die Endlagerung radioaktiver Abfälle zur Verfügung". Dies sei bereits aufgrund der Auswertung der übertägigen Erkundungsbohrungen prognostiziert worden.

In Gorleben wurde zwischen 1979 und 2000 über- und untertägig erkundet. Im Rahmen ihres Atomabkommens mit der Stromwirtschaft ließ die rot-grüne Bundesregierung die Arbeiten in Gorleben im Jahr 2000 unterbrechen, das Moratorium gilt bis längstens 2010.

Dagegen wies das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) daraufhin, dass wesentliche Punkte des Verfahrens noch ausstehen, um die Eignung von Gorleben festzustellen. "Deshalb lässt sich heute noch keine Aussage treffen, ob Gorleben als Endlager für hoch radioaktive Abfälle geeignet sein könnte", sagte BfS-Sprecher Werner Nording.

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) forderte am Dienstag bereits die umgehende Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten in Gorleben. Erneut hätten führende Wissenschaftler Gorleben ein gutes Zeugnis als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll ausgestellt, sagte der CSU-Minister, ungeachtet der Stellungnahme des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die Suche nach weiteren Standorten bezeichnete er als "Steuerverschwendung und reine Verzögerungstaktik auf Kosten der Stromkunden". Nach mehr als 20 Jahren und Investitionen von 1,5 Milliarden Euro müsse die SPD die wissenschaftlichen Erkenntnisse akzeptieren. Dem Bundesumweltministerium warf er vor, seit 1998 "mit immer neuen Konzepten, Arbeitskreisen, Fragestellungen und Standort-Suchideen" die weiteren Erkundungsarbeiten in Gorleben zu verhindern.

Derweil haben Atomkraftgegner bereits Protestaktionen gegen den nächsten Castortransport nach Gorleben angekündigt. Nach Informationen der Bürgerinitiativen soll der Transport am Freitagabend in Frankreich starten. Mit der Ankunft des Atommüllzuges im Wendland wird am Sonntag gerechnet. In Dannenberg soll dann ein Kran die elf Behälter mit hoch radioaktiven, in Glas eingeschmolzenen Abfällen aus der Wiederaufarbeitung auf Tieflader hieven. Sie werden den Müll die letzten 20 Kilometer ins Zwischenlager Gorleben bringen.