Verbraucherzentrale Sachsen informiert, wie man sich vor Totalverlust schützen kann

Anlegerschutz: Risiken des Grauen Kapitalmarktes richtig einschätzen

Der aktuelle Anlageskandal um die Dresdner Infinus-Gruppe und die dunklen Wolken, die das norddeutsche Unternehmen Prokon (Itzehohe) derzeit aufziehen lässt, machen deutlich, dass es um den Anlegerschutz in Deutschland nach wie vor nicht zum Besten steht. Unabhängig von weiteren erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen informiert die Verbraucherzentrale Sachsen Ratsuchende, wie sie derzeit vor dem Schaden klug sein können.

Geschickte Werbung mit aktuellen Themen, wie z. B. der Energiewende und gewiefte Verkaufspsychologie lassen Menschen immer wieder ihre oft vorhandenen anfänglichen Zweifel an ihnen bis dahin völlig unbekannten Unternehmen zerstreuen. Graumarktanbieter schimpfen heute auch gern auf die staatlich überwachten Kreditinstitute, wohlwissend dass diese in den letzten Jahren bei den Bürgerinnen und Bürgern tatsächlich viel Vertrauen verloren haben. Doch ohne eine gesunde Portion Misstrauen gerät man so schnell vom Regen in die Traufe. Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt, vor einer Vertragsunterschrift einige Grundregeln zu berücksichtigen.

Es beginnt damit, sich von keinem Anbieter unter Druck setzen zu lassen. Die Initiative zu einem Vertragsabschluss sollte immer vom Verbraucher ausgehen. „Wer kein großes fünfstelliges Vermögen hat und damit finanzielle Verluste nicht verkraften kann, sollte bei der Geldanlage in erster Linie auf sichere Produkte setzen“, empfiehlt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Und diese bietet der freie Kapitalmarkt außerhalb der Banken und Sparkassen grundsätzlich nicht.“ Sichere Produkte gehen zwar - insbesondere derzeit - mit einem sehr niedrigen Ertrag einher, was jedoch immer noch besser als ein Verlust ist. Darüber hinaus sollten Verbraucherinnen und Verbraucher nur Produkte wählen, deren Gestaltung und Konditionen transparent sind. Dies kann jeder an Hand der vor Vertragsabschluss auszuhändigenden Produktinformationsblätter, die im Bereich des Graumarktes Vermögensanlagen-Informationsblatt heißen, überprüfen. Unklare Formulierungen im Fachjargon sprechen nicht für den Anbieter. Sinnvoll kann es auch sein, die Meinung eines Dritten zum Angebot einzuholen, wobei nicht unbedingt auf vermeintliche Finanzexperten aus dem Familien-, Verwandten- und Freundeskreis zurückgegriffen werden sollte. Fachberater für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Sachsen haben die nötige Kompetenz, um zu prüfen, ob ein bestimmtes Produkt zum Bedarf des Anlegers passt.

Neue Verordnung für Nahrungsergänzungsmittel

Seit Ende Mai ist eine neue Verordnung zum Thema Nahrungsergänzugsmitteln in Kraft und soll für mehr Verbraucherschutz bei der Flut der angebotenen Tabletten, Kapseln und Pulver zur Nahrungsergänzung sorgen. Die Verbraucherzentrale begrüßt die Neuregelung als wichtigen Schritt nach vorn. Allerdings klaffen nach Meinung der Verbraucherschützer noch Lücken im Gesetz. Zu bemängeln sei, dass verbindliche Höchstmengen für die erlaubten Vitamine und Mineralstoffe fehlen und es keine Regelung gebe für Stoffe wie Aminosäuren und Pflanzenextrakte, die in Kombipräparaten eingesetzt werden.

Den Verbrauchern raten die Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale Bayern, mit Nahrungsergänzungsmitteln kritisch umzugehen. Denn oft seien teure Präparate überflüssig und eine Selbstmedikation könne auch bei scheinbar harmlosen Wirksubstanzen gefährlich sein.

Die neue Verordnung legt unter anderem fest, welche Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden dürfen. Die umfangreichen Regelungen zur Kennzeichnung schreiben vor, dass der Hersteller die von ihm empfohlene tägliche Verzehrsmenge angeben muss. Und es ist der Warnhinweis anzubringen: "Die angegebene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden". Der Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen sollten, ist ebenfalls Pflicht.

Am 16-06-2004

Stromräubern auf der Spur

Ob Waschmaschine, Fernseher, PC oder Handy-Ladestation: So manches Elektrogerät im Haushalt und Büro verbraucht Strom, auch wenn es offensichtlich abgeschaltet ist. Bei vielen Geräten fehlt ein Schalter, der das Gerät vom Stromnetz trennt. So fließt permanent Strom. Bis zu 70 Euro im Jahr können verschiedene Geräte an Kosten verursachen, ohne erkennbare Leistung. Für Leerlaufverluste werden nach Angaben des Umweltbundesamtes in Deutschland pro Jahr mindestens 3,5 Mrd. Euro verschwendet. Das entspricht der Leistung von zwei Großkraftwerken.

An der Aktion No-Energy beteiligen sich unter anderem der Bundesverband der Verbraucherzentralen und das Umweltbundesamt. Die Hauptforderung lautet: Jedes Elektro- und Elektronikgerät muss einen Netzschalter haben, der leicht zugänglich ist, gut sichtbar und eindeutig gekennzeichnet ist. Ein damit ausgeschaltetes Gerät darf keinen Strom verbrauchen!

Wer Stromfresser in Haushalt und Büro aufspüren will, kann sich in einigen Beratungsstellen bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zum Nulltarif ein Strommessgerät ausleihen. Für Privathaushalte bieten sich hier sinnvolle Einsparmöglichkeiten, um die Haushaltskasse spürbar zu entlasten und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Weitere Tipps und anbieterunabhängige Entscheidungshilfen zum Stromsparen erhalten Sie bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen unter der Hotline 0511-911 96 32.

Am 15-07-2004

Der Umwelt zu liebe

Anlässlich des Schulstartes rät die Verbraucherzentrale NRW dazu, nur Schreibmaterialien aus Recyclingpapier zu benutzen und Schulhefte und Blöcke aus frischem Zellstoffpapier zu meiden. Seit fünf Jah­ren wirbt sie gemeinsam mit anderen Verbänden in der "Initiative 2000 plus - Schulmaterialien aus Recyclingpapier" an Schulen für umweltfreundli­chere Alternativen. Rund 800 Schulklassen haben sich bisher in Nordrhein-Westfalen freiwillig verpflichtet, nur noch Material aus hundert Prozent Altpapier für Schulaufgaben und Klassenarbeiten zu verwenden.

Außerdem setzt die Initiative alles daran, immer mehr Händler davon zu überzeugen, umweltfreundliche Papierwaren stärker ins Sortiment aufzunehmen. Wer vom ökologischen Angebot profitieren und sich rechtzeitig zum Schulbe­ginn mit Heften und Blöcken aus Recyclingpapier eindecken will, sollte allerdings etwas beachten:

Garantiert umweltfreundlich hergestellt sind Produkte, die mit dem vom Umweltbundesamt vergebenen Zeichen "Blauer Engel" gekenn­zeich­net sind. Diese Produkte bestehen zu hundert Prozent aus Alt­papier. Sie werden mit einem geringeren Energie- und Wasser­verbrauch sowie weniger Abwasserbelastung produziert als Papier­produkte aus Zellstoff.

Einige firmeneigene zweifelhafte "Umweltzeichen", die im Geschäft auf Papier angeboten werden, halten ökologisch nicht, was sie versprechen. Schreibwaren mit den Logos "Aqua Pro Natura" oder "Weltpark Tropenwald" sind keine Materialien, die nur aus Altpapier bestehen, sondern aus frischen Fasern hergestellt werden.

Am 16-08-2004

"Erstklassige Qualität"

Kaffee aus Mexiko, Kakao aus Ghana, Tee aus Indien und Orangensaft aus Brasilien: Produkte aus einem weltweiten Warenkorb leisten schon beim Frühstück belebende Dienste. Doch vielen Genießern ist nicht bewusst, dass sie ihren Kaffee oder Tee zu Lasten von Kleinbauern und Tagelöhnern in den armen Anbauländern schlürfen. "Verbraucher müssen jedoch nicht herkömmliche Muntermacher kaufen, die zu Dumpingpreisen produziert werden. Sie können mit der gezielten Wahl von Waren des fairen Handels einen Beitrag leisten, um die Situation von Produzenten in Entwicklungsländern zu verbessern", gibt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zu bedenken.

Durch den Anbau und Verkauf ihrer Produkte holen Kleinbauern in ärmeren Ländern oft nicht einmal ihre Kosten heraus. Um das Überleben von Familien zu sichern, sind deren Kinder gezwungen, häufig bis zu zehn Stunden am Tag mitzuarbeiten. Ein geregelter Schulbesuch ist so unmöglich. Mit einem gerechteren Produktions- und Vertriebssystem versucht der Faire Handel die Arbeitsbedingungen und Lebensgrundlage von Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern. Festgelegte Mindestpreise und Fair-Trade-Aufschläge decken die Produktionskosten und sichern so die Existenz der Erzeuger. Die Kleinbauern erhalten so mehr Geld für ihre Produkte, als sie auf dem Weltmarkt bekommen. Außerdem werden ihnen lange Lieferbeziehungen ohne Zwischenhandel zugesichert. Mit den Mehreinnahmen verbessert sich nicht nur die wirtschaftliche Lage der Produzenten. Gleichzeitig wird ein Teil des Geldes auch in soziale Projekte wie Schulen und Krankenstationen investiert.

Dass der Handel tatsächlich mit rechten Dingen geschieht, darauf achtet der Verein zur Förderung des fairen Handels mit der Dritten Welt, der sein TransFair-Siegel nur an Produkte vergibt, die den Kriterien des fairen Handels entsprechen. Zu erkennen sind die Produkte am aufgedruckten TransFair-Siegel oder am Logo der Importeure des fairen Handels wie gepa, el-puente oder dritte welt-partner. Das TransFair-Siegel ist ein unabhängiges, international einheitliches Siegel für Fair-Trade-Produkte.

Verbraucher können ihrerseits mit der Produktwahl beim Einkaufen die Ziele des Fairen Handels unterstützen. In den meisten Welt- und Bioläden sowie in vielen Supermärkten gibt es bereits ein faires Angebot, für das Kunden jedoch ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen als für herkömmliche Produkte. Bei Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Schokolade, Orangensaft und Honig zahle man jedoch nicht nur für den humanen Zweck, sondern die fairen Waren würden auch in einer erstklassigen Qualität angeboten, betont die Verbraucherzentrale.

Kaffee stamme überwiegend aus hochwertigen Arabica-Bohnen, Schokolade werde aus Kakaobutter und Rohrzucker hergestellt. Die Produkte enthielten keine gentechnisch veränderten Zutaten und stammten häufig aus kontrolliert biologischem Anbau.

Am 17-09-2004

Gläserner Verbraucher

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt davor, die Fragebögen einer "Konsumentenbefragung" auszufüllen. So fänden Verbraucher in diesen Tagen mehrseitige Fragebögen der Firma Schober Consumer Information im Briefkasten. Wer die zahlreichen Fragen auf dem fünf Seiten langen Bogen beantworte, müsse zukünftig mit einer Flut von Werbebriefen und -angeboten rechnen, da die gesammelten Daten ausgewertet und an Unternehmen verkauft würden, so die Verbraucherzentrale. Die sehr detaillierten, teilweise intimen Fragen hätten allerdings nichts mit anerkannter Marktforschung zu tun. Im Gegensatz zu seriösen Marktforschungsinstituten, die ihre Daten anonym erfassen und verwerten, gehe es in der Lifestyle-Konsumentenbefragung ausschließlich um die Erhebung und Verwertung personenbezogener Verbraucherdaten.

"Plazieren Sie Ihre Warenproben genau dort, wo konkretes Kaufinteresse besteht. Im Rahmen der Lifestyle-Befragung ist das möglich", wirbt Schober selbst für seine "Lifestyle MarketBase". Mehr Informationen über Kunden gebe es nirgendwo.

Schon in den vergangenen Jahren ist die Datensammelwut des Unternehmens aufgefallen. Nun locke das Unternehmen mit der Verlosung eines Camcorders und einer Mini-Hifi-Anlage zur Beantwortung der Fragen, so die Verbraucherschützer. "Wer sich auf die Beantwortung der vielen detaillierten Fragen einlässt, wird durch die Lifestyle-Konsumentenbefragung nicht nur für die Firma Schober zum gläsernen Verbraucher, sondern kann davon ausgehen, dass sämtliche Daten auch personenbezogen ausgewertet und weiter verkauft werden", so Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale.

Betroffene müssten dann unter Umständen über Jahre hinweg mit einer Flut von Werbung im Briefkasten, am Telefon oder auf anderem Weg rechnen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät daher, sich nicht von den Gewinnmöglichkeiten locken zu lassen und kritisch zu prüfen, ob persönliche Daten für den Adressenhandel genutzt werden sollen.

Wer zuviel von der ganzen Werbung hat, kann der Nutzung oder Übermittlung seiner Daten zu Werbezwecken oder für die Markt- und Meinungsforschung widersprechen. Ein solcher Widerspruch ist allerdings gegenüber jedem Unternehmen einzeln erforderlich. Auch kann jedermann kostenlos Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten verlangen - und zwar in der Regel einschließlich der Angabe, woher die Firma die Daten erhalten hat. Ein Widerspruch auch bei dieser Stelle stoppt dann irgendwann die Werbeflut.

Am 28-09-2004

Befreiung von Zuzahlungen

Ob beim Arzt, Physiotherapeuten oder in der Apotheke, fast überall müssen gesetzlich Versicherte über 18 Jahre einen Eigenanteil an den Kosten tragen. Wer seine persönliche Belastungsgrenze erreicht hat, kann sich von weiteren Zuzahlungen für das Kalenderjahr befreien lassen. "Quittungs- oder Zuzahlungshefte von Krankenkassen oder Apotheken erleichtern den Überblick über das eigene Zuzahlungskonto", rät Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern.

Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt bei zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. So beträgt zum Beispiel bei einem Single mit 18.000 Euro Bruttoverdienst und ohne weiteren Einkünften die persönliche Zuzahlungsgrenze 360 Euro. Chronisch Kranke und ihre im Haushalt lebenden Angehörigen haben maximal ein Prozent zu tragen.

Um sich von weiteren Zuzahlungen befreien zu lassen, muss der Versicherte der Krankenkasse die Eigenbeteiligungen nachweisen. Wer davon ausgeht, dass er die Belastungsgrenze sicher überschreiten wird, sollte versuchen, sich schon Anfang des Jahres befreien zu lassen, raten die Verrbaucherschützer. Er hat dann im Vorfeld den Gesamtbetrag bis zur Belastungsgrenze zu entrichten. Für Heimbewohner gelten seit diesem Jahr gesonderte Zuzahlungsregelungen.

Am 28-02-2005

Ostereier

Was wäre Ostern ohne selbst gefärbte und bunt bemalte Eier? "Beim Einkauf lohnt sich der Blick auf´s Ei und die Verpackung," so Iris Brenner, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. "Der aufgedruckte Stempel auf jedem Ei gibt zum Beispiel Auskunft über die Haltung der Hennen, das Herkunftsland und den Erzeugerbetrieb." Wer von dem auf der Eierpackung angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage abzieht, kann so das Legedatum errechnen.

Zum Färben der Eier gibt die Expertin folgende Tipps: 7 bis 14 Tage alte Eier mit möglichst glatter Oberfläche sind am besten geeignet. Die Luftkammern dieser Eier sind ausreichend groß, um Druckunterschiede beim Kochen auszugleichen und dem Aufplatzen der Schale vorzubeugen. Zudem lassen sich die Eier besser schälen. Je nach Größe werden die Eier 10 bis 12 Minuten gekocht. Danach sollten sie nicht abgeschreckt werden, da sich die Haltbarkeit durch das plötzliche Abkühlen verringert. Das Ei-Innere zieht sich durch das Abschrecken zusammen und Wasser wird durch die poröse Schale eingesaugt. Das Wasser aus der Leitung ist nie völlig keimfrei, auch wenn es den Vorschriften entspricht. Bleibt die Schale unbeschädigt, können hart gekochte Eier bis zu vier Wochen ungekühlt und trocken aufbewahrt werden. Wer mit natürlichen Stoffen färben will, kann Säfte von Roter Beete, Holunder oder Preiselbeeren, aber auch einen Sud von Zwiebelschalen, Kamilleblüten oder Spinat verwenden.Mehr Informationen rund ums Osterei gibt die Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. Montag von 9 bis 13 Uhr und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr am Infotelefon unter der Rufnummer 0180 500 5270 (0,12 €/Min.).

Am 17-03-2005

Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale (VZ) Brandenburg fordert die Telekom auf, eine aggressive Werbekampagne stoppen, die in ihrem Namen geführt wird. Seit Wochen häuften sich in ihren Beratungsstellen die Beschwerden über solche Werbung, erklärten die Verbraucherschützer am Mittwoch. Die Betroffenen hätten von Anrufen im Auftrag der Telekom berichtet, bei denen ihnen Werbeangebote zu angeblich günstigeren Tarifen gemacht worden seien. Bei Skepsis oder Ablehnung hätten die Anrufer die Zusendung von Informationsmaterial vorgeschlagen. Statt des Infomaterials sei den Betroffenen aber wenige Tage später die Bestätigung einer Vertragsänderung zugesandt worden, obwohl sie die Zustimmung am Telefon ausdrücklich nicht erteilt hätten.

"Solchen ungewollten Verträgen sollten Verbraucher sofort und nachweislich widersprechen!", rät Norbert Richter, Telekommunikations-Experte der VZ Brandenburg, den Betroffenen. Nach Erfahrungen der Verbraucherschützer führe das im geschilderten Fall auch regelmäßig zum Erfolg.

Dennoch geht die VZ Brandenburg davon aus, dass sich viele Verbraucher einfach fügen, weil sie einen aufwändigen Tarifvergleich oder die Mühe der Gegenwehr scheuen. Die "anhaltend massive Nachfrage" in den Verbraucherberatungsstellen lasse auf tausende Betroffene schließen, die hier von Telekom-Werbern regelrecht überrumpelt würden.

Die Telekom selbst sieht laut Pressesprecher Walter Genz die Ursache in einem Vertriebsunternehmen. Dieses veranlasse laut Telekom über Call Center Kundenanrufe ohne ausdrückliche Erlaubnis für diese aggressive Werbung. Inzwischen habe man eine Mitarbeiterin mit der schnellstmöglichen Klärung der Fälle beauftragt.

Verbraucherschützer Richter ermuntert Telekom-Kunden ausdrücklich, ihre Rechnung auf nicht vereinbarte Tarifänderungen hin zu prüfen. Gegebenenfalls sollten sie sich mit ihren Unterlagen an die Verbraucherberatungsstellen wenden, selbst wenn die Widerspruchsfrist bereits verstrichen sei.

Die VZ Brandenburg forderte die Telekom auf, den entstandenen Schaden durch kulante Regelungen zu mindern. Sie kündigte an "als Interessenvertreterin der Verbraucher" dazu mit der Telekom verhandeln zu wollen.

Erst Ende Februar hatte das Oberlandesgericht Köln der Telekom Werbeanrufe allerdings grundsätzlich verboten, sofern die Kunden den Anrufen nicht vorher zugestimmt hatten.

Am 06-04-2005

Saison abwarten

Die bayrische Verbraucherzentrale warnt vor dem frühen Kauf von importierten Erdbeeren. Bei den Importfrüchten aus südlichen Ländern seien auch in diesem Frühjahr in fast jeder Probe Pestizidrückstände gefunden worden. Dabei sei es keine Seltenheit gewesen dass bis zu fünf verschiedene Wirkstoffe in einer Probe nachzuweisen waren. Diese so genannten "Mehrfachrückstände" sind laut der Verbraucherzentrale Bayern besonders bedenklich. Über die Wirkung solcher Gemische auf die Gesundheit gebe es nämlich "keine ausreichenden Erkenntnisse".

Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, auf die heimische Erdbeersaison im Juni zu warten. Da der lange Transport wegfiele, seien deutsche Erdbeeren im Durchschnitt geringer belastet. Bio-Erdbeeren würden völlig ohne Pestizide angebaut.

Importware werde besonders viel mit Pestiziden gegen Schimmel oder Fäulnis behandelt, weil sie häufig längere Transportwege überstehen müsse, erklärte die Verbraucherzentrale. Die dortige Ernährungsberaterin Susanne Moritz sagte: "Durch gründliches Waschen können die Rückstände zwar verringert werden. Doch Wirkstoffe, die von den Früchten aufgenommen werden, lassen sich auf diese Weise nicht entfernen."

Am 06-05-2005

"Behörden handeln unverantwortlich"

Bei Aldi Süd und Bauhaus seien Motorsägen des Herstellers "Jenn Feng" zu Niedrigpreisen angeboten wurden, schreibt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Freitag. Bei den Geräten sei es möglich, dass der Gashebel klemme und sie mit hoher Geschwindigkeit weiterliefen statt abzuschalten. Bei einem solchen Mangel bestehe Lebensgefahr. Die bayerischen Behörden müssten eine sofortige Rückrufaktion anordnen und die Verbraucher in eindeutiger Weise vor der Benutzung der Motorsägen gewarnt werden, sagte vzbv-Chefin Edda Müller.

Mehrere Hundertausend Geräte seien bereits verkauft worden. Obwohl die baden-württembergische Prüfbehörde UMEG die Gefährlichkeit der Sägen bestätigt hätte, sei eine Rückrufaktion bisher nicht angeordnet worden und eine Meldung an das europäische Schnellwarnsystem RAPEX sei unterblieben.

Das neue Geräte- und Produktsicherheitsgesetz verbiete es, dass unsichere Produkte in Verkehr gebracht werden, so die Verbraucherzentrale. Ob die Produkte den Sicherheitsanforderungen entsprächen, müsse von den Marktaufsichtsbehörden kontrolliert werden. In diesem konkreten Fall seien die zuständigen Behörden spätestens im März auf die von den Sägen ausgehenden Gefahren aufmerksam gemacht worden.

Daraufhin habe die zuständige bayerische Marktaufsichtsbehörde dem Importeur lediglich untersagt, die Motorsägen in Deutschland weiter in Verkehr zu bringen. Die im Handel befindlichen Restbestände könnten hingegen weiterhin verkauft werden. Auch Verbraucher, die die Sägen bereits gekauft hätten, seien nicht vor dem Gebrauch gewarnt worden.

"Das Verhalten der Marktaufsichtsbehörden ist unverantwortlich", sagte vzbv-Vorstand Edda Müller. Die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 18. Mai 2005 veröffentlichte "Verbraucherinformation" der Händler bezeichnete sie als Farce. Die Information erfolge einerseits viel zu spät, andererseits würden die Verbraucher über die tatsächlichen Gefahren weiter getäuscht. Hinzu komme, dass mit dieser Anzeige nicht sichergestellt werde, dass die betroffenen Verbraucher auch erreicht werden, so Müller. Die Gefährdung werde für die Benutzer nicht klar und unmissverständlich benannt. Den betroffenen Verbrauchern werde außerdem kein Ansprechpartner für Beschwerden oder Rückfragen genannt.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband forderte eine offizielle Untersuchung des Verhaltens der beteiligten Behörden. "Im Falle lebensgefährlicher Kettensägen können wir uns weder Lücken im Gesetz noch passive Behörden leisten," so Vorstand Edda Müller.

Am 20-05-2005

Werbung

Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Angeboten bei Nahrungsergänzungsmitteln. In Zeitschriften, Postwurfsendungen oder übers Internet würden inzwischen "unzählige" Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium- und Kalziumtabletten, Kieselerdepulver Schwarzkümmelölkapseln beworben, warnten mehrere Verbraucherzentralen am Dienstag. Darunter fänden sich auch oft leere Versprechungen und Betrügereien. Die Verbraucherzentralen empfehlen daher, auf einige Kriterien besonders zu achten.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schrieb: "Fragwürdige Werbeaussagen für geheimnisvolle Pflanzenextrakte, wieder entdeckte alte Heilpflanzen und Spezialzubereitungen asiatischer Lebensmittel wecken oftmals überzogene Erwartungen, die Wirksamkeit der Mittel hingegen ist meist wissenschaftlich nicht zu belegen." Unseriöse Angebote könnten aber häufig an bestimmten Werbeaussagen erkannt werden.

Dazu zählen die Verbraucherzentralen Fälle in denen die Herkunft des Mittels aus exotischen Regionen "wie Himalaya oder karibische Inseln" besonders hervorgehoben wird. Auch sei es verdächtig, wenn damit geworben werde, dass die Mittel angeblich gegen viele verschiedene Erkrankungen "wie beispielsweise Akne, Aids, Diabetes, Krebs, Neurodermitis, Rheuma" wirkten. Ebenso sei zur Vorsicht geraten, wenn Hilfe in Fällen versprochen werde, in denen die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß oder angeblich Nebenwirkungen spezieller Behandlungsmethoden der Schulmedizin gelindert werden sollen.

Auch wiesen die Verbraucherzentralen darauf hin, dass als Beweis für die Wirksamkeit Erfahrungsberichte Betroffener und Zitate von Ärzten oder Professoren angeführt würden, diese Personen aber oft gar nicht existierten. Daher sei es ein Zeichen für ein unseriöses Angebot, wenn nachvollziehbare Daten aus kontrollierten klinischen Studien oder entsprechenden Literaturquellen fehlten.

Ebenso warnten die Verbraucherzentralen vor Mitteln, die als "ganz natürlich" und als "frei von Risiken und Nebenwirkungen" beworben würden. Auch sahen die Verbraucherzentralen Anlass der Werbung zu misstrauen, wenn das Mittel in der beworbenen Qualität nur zeitlich begrenzt oder nur bei sogenannten Beratern der Firma erhältlich sein soll. Verbraucher sollten aufpassen, wenn das Mittel nicht in Drogeriemärkten oder Apotheken verkauft werde und/oder schon seit Jahren in außereuropäischen Ländern verwendet werde, ohne offiziell anerkannt zu sein.

Besonders warnten die Verbraucherzentralen vor Fällen, in denen der Sitz der Vertreiberfirma nicht in Deutschland sei. Geld-zurück-Garantien und Schadenersatz bei Gesundheitsschäden seien in diesen Fällen nur schwer einklagbar.

Am 12-07-2005

Betroffene gesucht

Nach Informationen der Verbraucherzentrale Sachsen erhalten immer mehr Menschen kein Girokonto, weil sie finanzielle Probleme haben. Dieses sei heutzutage jedoch oftmals wichtig, da gerade Menschen mit weniger Geld es sich nicht leisten könnten, ihre Geschäfte per Barüberweisung zu führen. Für Bareinzahlungen berechnen die Banken üblicherweise hohe Gebühren. Die Verbraucherschützer riefen am Montag Betroffene dazu auf, sich an einer aktuellen Studie zu beteiligen und kündigten an, sich gemeinsam mit ihnen für ein gesetzlich verankertes Recht auf ein Girokonto einzusetzen.

"Wir rufen die von Kontolosigkeit betroffenen oder bedrohten Personen auf, sich in der Verbraucherzentrale Sachsen zu melden und sich an der noch bis zum 30. September 2005 laufenden Erfassung von Problemfällen zu beteiligen", sagte Andrea Günther, Schuldnerberaterin in Leipzig.

Laut Verbraucherzentrale Sachsen halten Bankenvertreter die bestehenden Regelungen für ausreichend. Verbraucherschicksale belegten aber das Gegenteil.

Bereits vor Jahren haben sich die Banken verpflichtet, jedermann ein Girokonto auf Guthabenbasis einzurichten. Mehrfach schon gab es Beschwerden, dass Menschen mit negativen Schufa-Einträgen nicht nur kein normales Girokonto, sondern nicht einmal ein Konto auf Guthaben-Basis erhalten.

Am 18-07-2005

Produktwerbung in Schulen

Das Oberlandesgericht Celle hat in zweiter Instanz entschieden, dass Bahlsen zukünftig keine an Schüler gerichtete Werbeaktionen starten darf, durch die unter Schülern ein Gruppenzwang zum Kauf der Produkte des Herstellers ausgelöst wird. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte gegen den Kekshersteller wegen dessen Werbeaktion "Sammeln für die Klassenfahrt" geklagt.

Im Rahmen der Werbeaktion waren Schüler und deren Familien aufgerufen, "Klassenfahrt-Punkte" zu sammeln, um der jeweiligen Schulklasse bei Billigung durch den Klassenlehrer eine Klassenfahrt unter Zuzahlung von 99 Euro pro Person zu ermöglichen. Die Punkte waren an den Kauf unterschiedlicher Bahlsen-Produkte gekoppelt. Wie hoch der Zuschuss von Bahlsen ausfiel, das heißt um wie viel teurer die Klassenfahrt ohne den Kauf der Bahlsenprodukte gewesen wäre, wurde im Laufe des Verfahrens nicht bekannt. Im Wiederholungsfall droht dem Unternehmen laut Urteil ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro.

"Das Urteil bestärkt uns in unserer Forderung, Produktwerbung aus der Schule zu verbannen", sagte Prof. Dr. Edda Müller vom Vorstand des Verbraucherschutzverbandes. "Kekswerbung hat mit dem Bildungsauftrag der Schulen nichts zu tun."

Am 21-07-2005

Regulierungsbehörde für Energie nimmt Arbeit auf

Das kürzlich in Kraft getretene neue Energiewirtschaftsgesetz (ngo-online berichtete) ist nach Ansicht der Verbraucherzentrale Brandenburg "trotz einiger Mängel" begrüßenswert. Ein schlechtes Gesetz sei besser als gar keins. Die Bundesnetzagentur, die seit Mitte Juli als Regulierungsbehörde für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen zuständig ist, könne nun "endlich" ihre Kontrollarbeit aufnehmen. Das Gesetz sei jedoch ein Kompromiss, welcher der Versorgungswirtschaft entgegen komme. Die in der Gesetzesvorbereitung "viel diskutierten" Verbraucherschutzaspekte kämen zu kurz.

So hätten Verbraucherschützer keine Möglichkeit, bei der Bundesnetzagentur die Einleitung eines Verfahrens zu beantragen, wenn Verbraucherinteressen verletzt würden. Unklar sei nach wie vor, ob die Agentur die Tarife der Energieversorger prüfe und bestätige. "Das wäre ein richtiges Signal für die Verbraucher", meint Hartmut Müller, Fachreferatsleiter bei der Verbraucherzentrale.

Als Erfolg werteten die Verbraucherschützer hingegen, dass im Gesetz ein Vorschlag des Bundes der Energieverbraucher aufgenommen worden sei. Die Anbieter seien nun verpflichtet, die Energieversorgung möglichst verbraucherfreundlich und effizient zu gestalten. Dort heißt es in § 1 Absatz 1: "Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leistungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas."

"Das heißt, bei der Versorgung der Verbraucher darf nicht nur der unternehmerische Gewinn im Vordergrund stehen", interpretiert die Verbraucherzentrale Brandenburg den Gesetzestext. Die Verbraucherzentrale habe nun eine Handlungsgrundlage und werde Verbraucher über ihre Rechte und deren Durchsetzung aufklären, versprach Verbraucherschützer Müller.

Die Bundesnetzagentur war bisher unter dem Namen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post bekannt.

Am 02-08-2005

Sibutramin

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor einigen chinesischen Schlankheitsmitteln, die sogar zum Tod führen könnten. Die Kapseln enthielten den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Sibutramin in sehr hoher Dosis, ohne dass er überhaupt auf der Verpackung aufgeführt sei. Die Substanz sei in Deutschland nur in einem einzigen rezeptpflichtigen Medikament zugelassen. Sogar in diesem sei die Dosis deutlich geringer. Weltweit seien mindestens 34 durch Sibutramin ausgelöste Todesfälle bekannt. Die Einnahme von Sibutramin dürfe hier zu Lande nur unter ärztlicher Überwachung erfolgen.

Beschränkung auf Fachärzte

Die Verbraucherzentrale NRW verwies auf Frankreich und Italien, wo Medikamente mit Sibutramin nur noch von bestimmten Fachärzten verordnet werden dürften. In Italien sei es zwischenzeitlich sogar zu einem Vertriebsstop von ursprünglich zugelassenen Arzneimitteln mit Sibutramin gekommen. Ursache sei gewesen, dass es Fälle von unerwünschten Nebenwirkungen gegeben hätte, von denen zwei tödlich ausgegangen seien.

Hauptsächlich per Internet

Die Präparate seien hauptsächlich per Internet zu bestellen oder würden auch auf Internetauktionen gehandelt. Die Verbraucherzentrale NRW riet in diesem Zusammenhang, auf die folgenden Produkte zu verzichten:

"Evolution Slim & Slender" (hergestellt von New Life LiDa b.v., Tilburg), sowie "LiDa Dai Dai Hua Jiao Nang" (hergestellt von Kunming Dali Industry & Trade Co., Ltd.). Beide Präparate sind nach Auffassung der Verbraucherzentrale in Deutschland nicht verkehrsfähig. Die Verbraucherschützer betonten, dass der Handel oder Verkauf mit nicht zugelassenen Arzneimitteln ein Straftatbestand ist.

Die Gefahren

"Sibutramin kann als Nebenwirkung sowohl Blutdruck als auch Herzfrequenz ('Herzrasen') erheblich erhöhen", schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Manche Patienten klagten zudem über Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Verstopfung. Der Stoff dürfe auf keinen Fall eingenommen werden "bei nicht oder unzureichend eingestelltem Blutdruck, bei Magersucht, bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der so genannten MAO-Hemmer (Antidepressiva) oder von Appetitzüglern".

Wiederholte Warnung

Die Verbraucherschützer wiederholten auch ihre Warnung vor den "Shubao - slimming Capsules"-Kapseln. Sie enthielten das auf den Packungen nicht deklarierte leberschädigende Nitroso-Fenfluramin. Entsprechende Produkte seien: "Chaso", "Keep Fit Lin", "Ma zin Dol", "Onshido", "Qian Er", "Qing Zi Su", "SB Slimming Capsules", "Shuaojiafejiaolang", "Slim 10", "Xian Zi Su Jian Fei Jiao", "Xin Xue Kang Jiao Naing" und "Yuzhitang Jian Fei Jiao Nang".

"Unbedingt kurzfristig mit dem Arzt Rücksprache halten"

Wer eines dieser Mittel bereits eingenommen habe, solle unbedingt kurzfristig mit seinem Arzt Rücksprache halten. Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale davon ab, angebliche Schlankheitsmittel mit asiatischen Heilkräutern oder besonderen Kräutermischungen unkontrolliert einzunehmen.

Am 05-08-2005

Preiserhöhungen

Brandenburgs Verbraucherschützer riefen die Verbraucher des Landes am Dienstag dazu auf, gegen undurchsichtige Gaspreiserhöhungen zu klagen. Nur so könne endlich Rechtssicherheit geschaffen werden. Sie folgen damit eigenen Angaben zufolge den Verbraucherschützern in Hamburg und Bremen. Dort seien bereits entsprechende Klagen beim Landgericht eingereicht worden. Die Verbraucherzentralen setzen sich seit Monaten überall in Deutschland dafür ein, dass Kunden sich die erhöhten Preise bei Gas und Strom rechtfertigen lassen sollen. Ihrer Überzeugng nach sind die Preise zum weitaus größten Teil nur wegen der Profitlogik der Konzerne gestiegen. Deswegen die Preise zu erhöhen ist allerdings verboten. Die Verbraucherzentrale Brandenburg schrieb nun, die Verbraucher sollten sich nicht mehr "an der Nase herumführen lassen". Sie wolle die Klagen sammeln und koordinieren.

Verausgegangen waren Unterstützungsaktionen der Verbraucherschützer, sowohl auf dem Strom- als auch dem Gassektor. Die Kunden sollten sich auf das Bürgerliche Gesetzbuch berufen und unangemessen scheinende Preiserhöhungen nicht bezahlen. Nun empfehlen die Verbraucherschützer Brandenburgs in Sachen Gas aber den Klageweg. Ein Schwebezustand über die Rechtmäßigkeit der Preisforderungen sei dem Verbraucher nicht zuzumuten, hieß es in der Begründung.

Die Verbraucherzentrale plant nach eigenen Informationen, in einem solchen Verfahren die Interessen möglichst vieler Verbraucher zu vertreten. Damit könnten die Kosten für den Einzelnen gering gehalten werden.

Die Verbraucher haben nach Ansicht der Verbraucherzentrale ein Recht darauf zu erfahren, ob Preise und Preiserhöhungen gerechtfertigt seien. Wenn erst durch Klagen herausgefunden werden müsse, ob die Preise tatsächlich angemessen sind, dann sollten die Verfahrenskosten dem Versorgungsunternehmen auferlegt werden.

Am 16-08-2005