Bildung auf dem Prüfstand
Schröder fordert grundlegende Reform des deutschen Bildungssystems
Baden-Württembergs Kultusministerin Annette Schavan (CDU) entgegnete, auf bildungspolitische Einsichten sollten endlich Taten folgen. Während sich die unionsgeführten Länder mitten in der Modernisierung des Bildungswesens befänden, hinke der Bund diesen Anstrengungen hinterher. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wies dies als "regionale Kirchturmpolitik" zurück. In allen Bundesländern gebe es unabhängig der Regierungsfarbe große Bildungsdefizite. Die PISA-Studie habe gezeigt, dass Bildung in Deutschland eine "schwere Schlagseite" habe. Statt eines Parteienstreits müsse man sich endlich auf nationale Bildungsstandards und nationale Bildungsvergleiche verständigen.
Die Opposition hielt der Bundesregierung indes Versäumnisse und unerfüllte Versprechen vor. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhard warnte zugleich vor einer "Allmachtspädagogik". Zur Förderung gehöre auch eine Auswahl, betonte er. Für seine Fraktionskollegin Ulrike Flach kennzeichnen fehlende Vorschläge zur Vorschulerziehung sowie mangelnde Förderung von Lehren und Studierenden die rot-grüne Bildungspolitik. PDS-Fraktionschef Roland Claus mahnte, Bildung nicht zur Ware verkommen zu lassen. Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) erinnerte jedoch daran, dass erst unter Rot-Grün die Ausgaben für Bildung und Forschung um 20 Prozent gesteigert worden seien.
Uneins zeigte sich das Parlament zur Regierungsankündigung, in der kommenden Legislaturperiode vier Milliarden Euro zum flächendeckenden Aufbau von Ganztagsschulen bereit zu stellen. Während die Koalition von einem Meilenstein der Bildungsreform sprach, bezeichnete die Union dies als "Wahlkampfgeschenk". Ziel ist es, jährlich knapp 2000 solcher Schulen zusätzlich zu schaffen und so bis 2007 mindestens 10 000 Ganztagsschulen in Deutschland zur Verfügung zu haben.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 13. Jun. 2002 unter:
politikStichworte:
Verbraucherpolitik im Aufwind, aber noch nicht zu ernst genommen »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Kleinwaffen sind kein Spielzeug
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
