Vogelschutz

Illegale Gänse-Jagd im Naturschutzgebiet "Galenbecker See"

Am Galenbecker See östlich von Neubrandenburg sind am Sonntagmorgen mehr als 20 Jäger dabei gefilmt worden, wie sie illegal im Naturschutzgebiet auf arktische Wildgänse geschossen haben. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord am Montag mitteilte, hatten Mitarbeiter des Verbandes nach Hinweisen aus der Bevölkerung das Gebiet überwacht und das illegale Treiben der Jäger mit einer Videokamera dokumentiert.

Das Naturschutzgebiet"Galenbecker See" östlich von Neubrandenburg gilt als einer der wichtigsten Rastplätze für arktische Wildgänse in Mitteleuropa. Zum Schutz der Tiere ist die Jagd am Rastplatz dort streng untersagt. "Die Jäger standen direkt am Schlafplatz. In einer Viertelstunde fielen mehr als 100 Schüsse", berichtet Komitee-Vorsitzender Heinz Schwarze.

Die Naturschützer betonen, daß sich auch ein Fernsehteam eines öffentlich-rechtlichen Senders vor Ort befand hat, das die illegale Jagd ebenfalls mit der Kamera festgehalten hat. Schwarze:"Die Jäger wußten genau, daß sie dort nicht jagen dürfen. Wir haben sofort die Polizei verständigt, doch beim Anblick der Kameras haben sie das Gebiet fluchtartig verlassen".

Einen weiteren Zwischenfall gab es am Randes des Naturschutzgebietes "Neuhofer Karpfenteiche" bei Ludwigslust. Nach Angaben des Komitees haben dort am Sonntagmorgen von den Vogelschützern verständigte Polizeibeamte sieben Jäger angetroffen, die ebenfalls in einer Jagdverbotszone auf Wildgänse schossen. Gegen die beteiligten Jäger wurde Anzeige erstattet.

Wie das Komitee weiter mitteilte, werde man auch in den kommenden Wochen überprüfen, ob Jäger in Naturschutzgebieten gegen Schutzvorschriften verstoßen. Besonderes Augenmerk gelte dabei den großen europäischen Vogelschutzgebieten entlang Elbe und Havel.

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