Arbeitslosenstatistik

Bundesagentur für Arbeit will ältere Arbeitslose im Osten nicht mehr betreuen

Der Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat Presseangaben zufolge ein Ende der Betreuung älterer Arbeitslose in Ostdeutschland durch die Arbeitsbehörden gefordert. "In den neuen Bundesländern können wir leider vielen Menschen in der derzeitigen Wirtschaftslage kaum etwas bieten", sagte Weise der "Financial Times Deutschland". Dazu zählten Arbeitslose über 55 und mit einer nicht mehr aktuellen Qualifikation. Für sie solle ein "Übergang gefunden werden, der auf eine bestimmte Zeit begrenzt ist".

Angesichts der katastrophalen Situation auf dem Arbeitsmarkt gibt es dem Bericht zufolge in der SPD derzeit Überlegungen, älteren Langzeitarbeitslosen, die als nicht mehr vermittelbar gelten, eine Grundsicherung zu zahlen und sie zu gemeinnütziger Arbeit heranzuziehen. Sie würden damit aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen.

Weise bestätigte außerdem indirekt Zahlen, nach denen die Arbeitsmarktreform "Hartz IV" 6,4 Milliarden Euro mehr kosten könnte als geplant. Hinter diesen Angaben stehen Hochrechnungen der Arbeitslosenzahlen und der Ausgaben der BA im Januar. "Die Rechnung ist plausibel", sagte der Behördenchef.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!